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Britische Geldpolitik in Zeiten der Unsicherheit


07.02.19 09:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das britische Wachstum belief sich im Schlussquartal 2018 auf 0,2 Prozent und war damit um ein Drittel niedriger als noch im Vorquartal, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Der nahende Brexit sowie eine schwächere Nachfrage aus dem Ausland würden auf die Stimmung der Unternehmen drücken. Das Konsumentenvertrauen sei
ebenfalls schwach, wodurch der Konsum trotz robuster Lohnentwicklung nicht die zu erwartenden konjunkturellen Impulse liefern könne. Sorgen bereite zudem der Preisrückgang auf dem britischen Häusermarkt. Politisches Chaos und konjunkturelle Unsicherheit seien somit das Umfeld, in dem sich die Bank of England heute zu ihrer geldpolitischen Sitzung zusammenfinde. Ein unveränderter Leitzins scheine die einzig logische Konsequenz und dürfte den Markt, der, gemessen an Terminkontrakten, keine Veränderung erwarte, auch nicht überraschen.

Devisenhändler würden allerdings genau hinhören, sollte Gouverneur Carney Einblicke in mögliche Post-Brexit-Szenarien gewähren. Momentan werde zum Jahresende ein Zinsanstieg mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 50 Prozent eingepreist. Falls es Indikationen dafür gebe, dass der Leitzins auch bei einem soften Brexit 2019 unverändert bleiben könnte, würden die Zinsen am Geldmarkt - und damit das Bbritische Pfund - vermutlich fallen. (07.02.2019/alc/a/a)