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Brasilianische Zentralbank sagt der Inflation den Kampf an
20.01.14 16:14
DekaBank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Brasilianische Zentralbank hat Mitte Januar den Leitzins stärker als erwartet auf nun 10,50% angehoben, so die Analysten der DekaBank.
Sie habe sich gezwungen gesehen, auf die hartnäckige Inflation zu reagieren, nachdem die Regierung die angekündigten Ausgabenkürzungen nicht geliefert habe. Die Inflation habe das Jahr mit einer Jahresveränderungsrate von 5,9% - deutlich oberhalb des Zentralbankziels von 4,5% - abgeschlossen. Die Teuerungsrate verharre auf einem hohen Niveau, obwohl das Wachstum seit langem sehr enttäuschend verlaufe. Man könnte sagen: Die brasilianische Wirtschaft bekomme jetzt die Rechnung für die übertriebene fiskalische und monetäre Lockerung in den vergangenen Jahren präsentiert.
Ein signifikanter Rückgang der Inflation sei auch in diesem Jahr unwahrscheinlich. Erstens werde die Regierung im Jahr der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land und im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen im kommenden Oktober die versprochene fiskalische Konsolidierung weiter nach hinten verschieben wollen. Zweitens steige der unterschwellige Inflationsdruck durch auslaufende Steuerbegünstigungen, notwendige Anpassungen der regulierten Preise - wie etwa bei Kraftstoffen oder Energie, und der Abwertung der Währung. Der Wachstumsausblick könne sich in einem solchen Umfeld nicht aufhellen. Höhere Zinsen und der Rückgang der subventionierten Kredite würden den Ausblick für Investitionen belasten.
Der private Konsum leide ebenfalls durch die konservativere Kreditvergabe der brasilianischen Banken und der sich verschlechternden Bedingungen am Arbeitsmarkt. Die auslaufende Steuerbegünstigung für den Kauf langlebiger Güter werde sich ebenfalls negativ im Konsumverhalten bemerkbar machen. Das Wachstum dürfte sowohl im Jahr 2013 als auch im laufenden Jahr nur knapp oberhalb der Marke von 2% bleiben.
Brasilien habe längst den Pfad der Tugend verlassen und verschiebe wichtige Reformen auf die lange Bank. Dieses Verhalten habe zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung geführt. Der private Konsum, zuvor die tragende Säule der Wirtschaft, verlaufe auch schleppend. Mit der Fußballweltmeisterschaft im Sommer und den Wahlen im Oktober werde es sicherlich keinen Reformschub in diesem Jahr geben, sodass der Ausblick für Wachstum und Inflation trübe bleibe. Die Investitionstätigkeit dürfte zwar von einem etwas günstigeren Wechselkurs und von einer Erholung der externen Nachfrage profitieren. Allerdings müsste die Regierung die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern, zum Beispiel durch einen Abbau der Bürokratie, eine Vereinfachung des Steuersystems und den Ausbau der Infrastruktur.
Brasilien habe die öffentliche Verschuldung seit dem Krisenjahr 2002 von 77% auf 59% des BIP deutlich zurückgefahren. Nun steige diese seit vergangenem Jahr wieder an. Obwohl die Finanzierungskosten im Laufe der Jahre zurückgegangen seien, würden die festen Ausgaben im Budget einen sehr hohen Anteil ausmachen. Diese würden der Regierung den fiskalischen Spielraum in schwierigen Zeiten entziehen. Der positive Ratingtrend - der bis 2011 angehalten habe - sei aufgrund der Reformmüdigkeit der Regierung und dem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit gestoppt. Die Aussichten für strukturelle Reformen hätten sich in den vergangenen Jahren verschlechtert, denn der Fokus der Regierung liege aktuell auf der Stützung der Konjunktur. Diese Änderung habe die Rating-Agentur Standard & Poor's zum Anlass genommen, den Rating-Ausblick im vergangenen Juni auf "negativ" zu setzen. (20.01.2014/alc/a/a)
Sie habe sich gezwungen gesehen, auf die hartnäckige Inflation zu reagieren, nachdem die Regierung die angekündigten Ausgabenkürzungen nicht geliefert habe. Die Inflation habe das Jahr mit einer Jahresveränderungsrate von 5,9% - deutlich oberhalb des Zentralbankziels von 4,5% - abgeschlossen. Die Teuerungsrate verharre auf einem hohen Niveau, obwohl das Wachstum seit langem sehr enttäuschend verlaufe. Man könnte sagen: Die brasilianische Wirtschaft bekomme jetzt die Rechnung für die übertriebene fiskalische und monetäre Lockerung in den vergangenen Jahren präsentiert.
Der private Konsum leide ebenfalls durch die konservativere Kreditvergabe der brasilianischen Banken und der sich verschlechternden Bedingungen am Arbeitsmarkt. Die auslaufende Steuerbegünstigung für den Kauf langlebiger Güter werde sich ebenfalls negativ im Konsumverhalten bemerkbar machen. Das Wachstum dürfte sowohl im Jahr 2013 als auch im laufenden Jahr nur knapp oberhalb der Marke von 2% bleiben.
Brasilien habe längst den Pfad der Tugend verlassen und verschiebe wichtige Reformen auf die lange Bank. Dieses Verhalten habe zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung geführt. Der private Konsum, zuvor die tragende Säule der Wirtschaft, verlaufe auch schleppend. Mit der Fußballweltmeisterschaft im Sommer und den Wahlen im Oktober werde es sicherlich keinen Reformschub in diesem Jahr geben, sodass der Ausblick für Wachstum und Inflation trübe bleibe. Die Investitionstätigkeit dürfte zwar von einem etwas günstigeren Wechselkurs und von einer Erholung der externen Nachfrage profitieren. Allerdings müsste die Regierung die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern, zum Beispiel durch einen Abbau der Bürokratie, eine Vereinfachung des Steuersystems und den Ausbau der Infrastruktur.
Brasilien habe die öffentliche Verschuldung seit dem Krisenjahr 2002 von 77% auf 59% des BIP deutlich zurückgefahren. Nun steige diese seit vergangenem Jahr wieder an. Obwohl die Finanzierungskosten im Laufe der Jahre zurückgegangen seien, würden die festen Ausgaben im Budget einen sehr hohen Anteil ausmachen. Diese würden der Regierung den fiskalischen Spielraum in schwierigen Zeiten entziehen. Der positive Ratingtrend - der bis 2011 angehalten habe - sei aufgrund der Reformmüdigkeit der Regierung und dem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit gestoppt. Die Aussichten für strukturelle Reformen hätten sich in den vergangenen Jahren verschlechtert, denn der Fokus der Regierung liege aktuell auf der Stützung der Konjunktur. Diese Änderung habe die Rating-Agentur Standard & Poor's zum Anlass genommen, den Rating-Ausblick im vergangenen Juni auf "negativ" zu setzen. (20.01.2014/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


