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Boom der polnischen Wirtschaft hält an, erste Zinsanhebung der tschechischen Notenbank


15.08.17 11:00
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Internationale Währungsfonds sieht für Polen sowohl 2017 als auch 2018 ein überdurchschnittliches Wachstum voraus, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM).

Der langfristige Ausblick beinhalte allerdings etliche Herausforderungen, vor allem aufgrund einer sehr ungünstigen Bevölkerungsstruktur. So nehme der Anteil der Pensionisten rasant zu und mittelfristig könnte angesichts eines zunehmend engeren Arbeitsmarktes inflationärer Druck entstehen. Innenpolitisch und im Verhältnis zur EU habe zuletzt die geplante Justizreform das Geschehen bestimmt. Die geplanten Maßnahmen könnten die Unabhängigkeit der Gerichte stark einschränken und die Gewaltenteilung unterminieren. Nach heftigen Protesten der Bevölkerung und scharfer Kritik der EU habe Polens Präsident schließlich seine Unterschrift für einen Teil der Gesetze verweigert, weil sie nicht verfassungsgemäß seien.

Die tschechische Regierung habe ihre Wachstumsprognose für 2017 deutlich auf mehr als 3% angehoben. Die Inflation sei zuletzt zwar leicht zurückgegangen, liege aber weiterhin über dem Zielwert der Notenbank. Anfang August habe die Zentralbank daher erstmals seit 2008 den Leitzins leicht angehoben, von 0,05% auf 0,25%.

Im Gegensatz dazu scheine die Inflation in Ungarn ihren Höhepunkt bereits überschritten zu haben - sie sei zuletzt wieder unter 2% gefallen. Zugleich hätten die Einzelhandelsumsätze im Juni aber stärker zugelegt als von Analysten geschätzt. Auch die Industrieproduktion bleibe robust. Die Arbeitslosenrate sei weiter auf nur noch 4,3% zurückgegangen.

Die Aktienmärkte der Region hätten im Juli zugelegt, allerdings weniger stark als der Durchschnitt der Schwellenländer. In Polen und Tschechien seien die Aktienindices jeweils um rund 3% gestiegen, in Ungarn um knapp 2%. (Ausgabe August 2017) (15.08.2017/alc/a/a)