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Bondmarkt: EZB macht Pause - die Fantasie an den Märkten muss erhalten bleiben
06.06.13 13:31
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Am heutigen Donnerstag sind alle Blicke auf die Europäische Zentralbank (EZB) gerichtet, denn es ist mal wieder soweit, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Die Notenbanker würden über die weitere Geldpolitik beratschlagen. Hierbei hätten sie zumindest theoretisch mehrere Optionen zur Verfügung: Zum einen die nochmalige Senkung des Leitzinses, zum anderen die Senkung des Einlagenzinses in den negativen Bereich. Doch beide Möglichkeiten sollten heute keine Rolle spielen! Die Schwierigkeit der Notenbanker bestehe aktuell mehr denn je darin, die Fantasie der Märkte am Leben zu erhalten und somit ein Platzen der Liquiditätsblase zu verhindern. Es werde nicht möglich sein, den Markt bis in alle Ewigkeit mit Liquidität zu fluten, aber das dürfe den Marktteilnehmern nie so richtig bewusst werden. Dass alle Investoren auf der Hut seien und unter Umständen das Gras wachsen hören würden, stehe zweifelsfrei fest.
Dennoch erinnere die Tätigkeit der obersten Währungshüter immer mehr an den Wilden Westen. Nicht dass man sich seine eigenen Gesetze geschaffen hätte und diese mit dem Recht des Stärkeren durchsetzen wolle. Nein, man versuche die einzelnen Instrumente der Geldpolitik so einzusetzen, dass sich deren Wirkungen ergänzen und gegenseitig unterstützen würden. Sollte eine Maßnahme nicht mehr richtig fruchten, so versuche man mit einer neuen Handlung die Märkte zu beruhigen bzw. zu lenken. Ähnlich dem Austausch der Pferde an den Poststationen im Wilden Westen. Müde Pferde würden durch frische Pferde ersetzt, um schneller voran zu kommen und das Ziel zu erreichen.
Am heutigen Tag sei allerdings davon auszugehen, dass die obersten Währungshüter auf Zeit spielen würden und die Märkte zukünftig beobachten wollten. Das Ziel die Zinsen insgesamt in der Eurozone auf ein erträgliches Niveau zu schleusen, habe bisher sogar ohne den Einsatz eines einzigen Euros aus dem neuen Ankaufprogramm geklappt. Bisher! Zumal die Märkte noch mit ausreichend Liquidität aus den Tendergeschäften versorgt seien. Dennoch würden alle Marktteilnehmer bei der heutigen Pressekonferenz mit dem EZB-Präsidenten Mario Draghi darauf warten, welche Pferde er noch im Stall habe und ob er sie uns schon vorstellen werde.
Die Trüffelsucher am Rentenmarkt, die immer auf der Suche nach einer passablen Rendite bei überschaubarem Risiko seien, hätten in dieser Woche spezielle Anleihen aus dem Finanzsektor entdeckt. So sei eine nachrangig besicherte Hybridanleihe (ISIN DE000A1ALVC5 / WKN A1ALVC) der Deutschen Bank gesucht gewesen, die unbefristet laufe und zum Briefkurs mit rund 5,1% rentiere. Ebenso habe eine nachrangige, unbefristet laufende Hybridanleihe (ISIN XS0205935470 / WKN A0DG4P) der Royal Bank of Scotland auf den Kauflisten gestanden, die mit rund 7,1% rentiere.
Aus einer ganz anderen Branche komme die Medium-Term Note (ISIN XS0904222782 / WKN A1HG8F) des Lebensmittelmultis Nestlé, die 7/2018 fällig werde. Das Papier, das in Australischen Dollar notiere, der in jüngster Zeit gegenüber dem Euro gefallen sei, weise briefseitig eine Rendite von rund 3,5% auf.
Diesmal seien die Analysten mit der Bundesregierung ausnahmsweise einmal einig. Es sei nicht im Sinne Europas, Deutschlands oder Chinas, eine handelspolitische Auseinandersetzung anzustreben, heiße es aus dem Kanzleramt. Deswegen werde sich Deutschland weiter dafür einsetzen, dass die EU-Kommission "im engen Dialog mit China nach einer einvernehmlichen Lösung sucht". Anlass des Streits sei der Beschluss der EU-Kommission, in den nächsten beiden Monaten Strafzölle auf Einfuhren von chinesischen Billig-Solarmodulen von durchschnittlich 11,8% zu erheben, vorläufig zumindest. Am 6. August solle der Extrazoll dann auf die vollen 47,6% steigen.
Die Reaktion aus Peking habe nicht lange auf sich warten lassen. Schon würden die Chinesen ermitteln, inwieweit europäische Weine in unzulässiger Weise subventioniert würden. Denn immerhin hätten die Chinesen 2012 rund 290 Millionen Liter Wein aus der EU eingeführt. Der vorläufige Handelskrieg schaukle sich also allmählich hoch, die Bandagen, mit denen gekämpft werde, würden immer härter. Mal treffe es chinesische Hersteller von Solarmodulen, mal französische oder deutsche Weinbauern. Die Schätzung der EU-Kommission, wonach der faire Marktpreis für Solarmodule um 88% höher als der derzeit verlangte liege, sollte wohl ernst genommen werden. Auf lange Sicht aber habe Protektionismus allen Beteiligten immer nur geschadet.
So lasse sich auch eine Studie der Schweizer Wirtschaftshochschule IMD interpretieren, wonach die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Krisenländer Spanien, Italien und Portugal zurückgehe - allen Reformen zum Trotz. Die Ursachen für diese Entwicklung sehe IMD in den Sparmaßnahmen, die das Wachstum beeinträchtigt hätten und so eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unmöglich machen würden. Die Ursachen könnte man aber auch darin entdecken, dass die betroffenen Länder ihre Ökonomien mit Staatsgeldern zu lange subventioniert hätten und nun die späte Rechnung für diese Art des Protektionismus folge.
Dass Frankreich, Spanien und Slowenien sowie Portugal und die Niederlande mehr Zeit bekommen würden, um ihre Haushaltsdefizite unter die Maastricht-Standards von 3% zu drücken, sei erwartet worden. Die Zeit der Rosskuren scheine vorbei zu sein. Allein gegen 20 der 27 EU-Mitglieder würden derzeit Defizit-Verfahren laufen. Unter anderem Deutschland, Finnland, Schweden und Bulgarien bilden löbliche Ausnahmen. Immerhin, Italien, Lettland, Ungarn, Litauen und Rumänien dürften bald aus der scharfen Überwachung der Maastricht-Kriterien ausscheiden. Gegen Malta dagegen solle ein Defizitverfahren eröffnet werden. Unterm Strich müsse aufgrund der inzwischen zum Standard gewordenen Praxis, Haushaltsziele in die Zukunft zu verschieben, die Frage erlaubt sein, ob die Maastricht-Kriterien nicht komplett gestrichen werden sollten. Wenn Kriterien aufgestellt würden, sollten sie auch eingehalten werden.
So auch für Slowenien, das als nächster Kandidat dafür gelte, der den ESM-Rettungsschirm in Anspruch nehmen könnte. Nachdem das Land immer wieder erklärt habe, seinen maroden Bankensektor selbst sanieren zu können, wolle die EZB auch einen Rettungsschirm für das Land inzwischen nicht mehr ausschließen. Einen solchen könnte auch Zypern gut gebrauchen, habe doch Fitch das Land gerade erst noch weiter in den Ramschbereich herabgestuft. Es bestehe ein zu großes Risiko, dass das Hilfsprogramm von EU und IWF für Zypern aus dem Ruder laufe, argumentiere die Ratingagentur.
Bereits vor der Mitgliedschaft in der EU wachse beim Beitrittskandidaten Serbien die Angst vor dem drohenden Staatsbankrott. Sollte die Regierung in Belgrad nicht sofort Renten und öffentliche Gehälter einfrieren, werde nach Einschätzung ihres Präsidenten das Defizit 2013 auf 5,5% steigen. Maastricht-Kriterien, hin oder her, im Falle einer Aufnahme in die EU wüsste man bei Serbien jedenfalls, dass das Land pleite sei. Anders bei Lettland. Das baltische Land erfülle laut EZB alle Beitrittskriterien. Aber im Grunde sei diese Nachricht angesichts der bestehenden Staatsschuldenkrise nur eine Randnotiz wert.
Eine Reihe internationaler Emittenten habe in dieser Woche den Kapitalmarkt angezapft. Am Montag sei der multinationale Getränke- und Lebensmittelkonzern Danone am Kapitalmarkt aufgetreten. Platziert worden sei eine 6-jährige Anleihe (ISIN FR0011513340 / WKN A1HLZ4) mit einem Kupon von 1,375%. Das Volumen der Anleihe betrage 650 Mio. EUR. Gepreist worden sei der Bond bei 30 bps über Mid Swap. Die Endfälligkeit der Anleihe sei 6/2019.
Gleichfalls am Montag habe die Svenska Cellulosa AB (kurz SCA), ein internationaler Hersteller von Zellulose- und Papierprodukten, der im Bereich von Hygienepapieren und Verpackungen aktiv sei, eine Anleihe (ISIN XS0942094805 / WKN A1HLZ5) mit Fälligkeit im Juni 2023 emittiert. Die 500 Mio. EUR seien bei 99,043% gepreist worden. Im Spread habe dies +83 bps über Mid Swap ergeben.
Am Dienstag habe das größte börsennotierte Immobilienunternehmen Europas Unibail Rodamco eine Unternehmensanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren (Fälligkeit 6/2023) und einem Volumen von 700 Mio. EUR emittiert. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN XS0942388462 / WKN A1HL0Q) bei einem Spread von +83 bps über Mid Swap. Der Kupon betrage 2,500%. Zum Emissionszeitpunkt habe sich ein Cashpreis von 99,112% ergeben.
Ebenfalls am Dienstag habe die NASDAQ OMX Group, eine der größten internationalen Börsenbetreiber eine 8-jährige Euro-Anleihe (ISIN XS0942100388 / WKN A1HL0V) (Fälligkeit 6/2021) platziert. Der finale Kupon betrage 3,875%. Begeben worden sei die Anleihe zu 99,831%, was zum Emissionszeitpunkt einem Spread von +273,2 bps über Bund entsprochen habe. Das Volumen betrage 600 Mio. EUR.
Am heutigen Donnerstag, 6. Juni, beginne die Zeichnungsfrist einer Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1TNHB2 / WKN A1TNHB) des Modefilialisten Hallhuber Beteiligungs GmbH. Das Emissionsvolumen betrage 30 Mio. EUR. Die fünfjährige Anleihe sei mit einem Kupon von 7,250% ausgestattet und werde am Mittelstandsmarkt der Börse Düsseldorf notiert werden.
In Europa und insbesondere in Euroland habe man sich in der Vergangenheit sehr häufig über die Arbeit der Rating-Agenturen echauffiert. Das habe sogar dazu geführt, dass man neue Vorschriften für die Bekanntgabe der Einstufungen erlassen habe und auch die Haftung für falsche Einschätzungen in Erwägung ziehe. Das Verhältnis sei sogar so zerrüttet gewesen, dass eine europäische Rating-Agentur als Gegengewicht installiert werden solle.
Nun scheine sich aber alles zum Besseren zu wenden und die Rating-Agenturen würden auf "Schmusekurs" gehen. So werde die Abwendung von den Sparzielen nicht als Abkehr vom Kurs der Haushaltssanierung gesehen und habe daher keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Bonität vieler EU-Länder. Alleine die Absichtserklärung der Politiker, solide Finanzen in Verbindung mit konjunktureller Belebung anzustreben, scheine den Bonitätsprüfern auszureichen.
Dennoch seien sich die Analysten sicher, dass dieser Burgfrieden nicht lange halten werde und es schon bald zu Anpassungen bei den Ratings komme. Es sei denn, dass beide Institutionen, Rating-Agenturen und Politiker, ein Interesse daran haben sollten, sich gegenseitig nicht weh zu tun.
PIMCO habe, wie die neuesten Zahlen belegen würden, in der Vergangenheit auch nicht immer alles richtig gemacht. So habe der weltweit größte Anleihehändler im Monat Mai den größten Verlust seit September 2008 erlitten. Dennoch habe man sich gegenüber den Mitbewerbern noch positiv abgrenzen können, denn seit Jahresanfang habe man lediglich ein Minus von 0,15% hinnehmen müssen. Die Konkurrenz hingegen habe im Schnitt ein Minus von 0,74% verkraften müssen.
Dennoch habe die Meinung des Vermögensverwalters PIMCO weiterhin ein großes Gewicht, zumal in den vergangenen Jahren durchschnittliche Renditen von 7% erwirtschaftet worden seien. Dass PIMCO der Europäischen Zentralbank nicht traue und sich daher von Staatsanleihen der Eurozone trennen wolle, habe also schon ein besonderes "Geschmäckle". Grundsätzlich werde darauf verwiesen, dass die Renditen der Problemstaaten zwar mit Versprechen hätten gesenkt werden können, aber die Gefahr bestehe weiterhin, dass die EZB ihre Vorgehensweise ändern könnte. So werde explizit auf die Gefahr von weiteren Schuldenschnitten oder Staatspleiten verwiesen. Es fehle einfach die klare Linie, da man manchmal den Eindruck habe, dass einerseits nach dem Motto: "Geld spielt keine Rolle" und andererseits nach dem Motto: "So, jetzt ist aber Schluss" gehandelt werde.
In den vergangenen Handelstagen habe man das Gefühl gehabt, dass sich der Euro-Bund-Future an der Großwetterlage in Deutschland orientiere. Es habe ununterbrochen geregnet und manche Positionen seien infolge der rückläufigen Notierungen bei den Juni Kontrakten "abgesoffen". Da seit gestern wieder vermehrt die Sonne scheine, hege der ein oder andere auch die Hoffnung, dass dies sowohl in den Hochwassergebieten als auch am Rentenmarkt für Entspannung sorgen werde. Dies könnte sich aber sehr schnell als Trugschluss herausstellen, denn steigende Notierungen würden echte Nachfrage erfordern und diese sei bei den aktuellen Renditen nur begrenzt vorhanden. Somit bestehe weiterhin die Gefahr, dass wir die Höchststände beim Rentenbarometer gesehen hätten und Tauschoperationen insbesondere die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen belasten würden.
Dabei handle es sich aber um Zukunftsmusik, denn momentan befinde sich der Euro-Bund-Future eher in einem Seitwärtskanal zwischen 142,98% und 144,38%. Was wohl daran liege, dass die bis heute veröffentlichten Wirtschaftsdaten als laues Lüftchen abgetan worden seien und keine größeren Marktreaktionen nach sich gezogen hätten. Denn alle Augen seien auf die heutige EZB-Sitzung und auf die morgige Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten gerichtet. Es sollte aber in den Hinterköpfen bleiben, dass egal was heute beschlossen bzw. morgen veröffentlicht werde, sich die grundlegenden Probleme wie etwa die weiter anhaltenden Rezession innerhalb der Eurozone nicht in Luft auflösen würden.
Da der heutige Roll-Over beim zehnjährigen September-Kontrakt nur zu wenig veränderten Kursen (-0,06) führe, bleibe der erste ernst zu nehmende Widerstand um die Marke von 144,25% erhalten. Die erste Unterstützungslinie könne an der psychologisch wichtigen Marke von 143,00% gezogen werden, allerdings bestehe auch ein Rückschlagspotenzial bis auf 142,20%.
Auch in dieser Woche hätten die europäischen Staatsregierungen an den Kapitalmärkten wieder aktiv werden und unter anderem mittels Aufstockungen Geld einsammeln müssen. Neben Österreich, Italien, Frankreich und Spanien habe auch Deutschland entsprechend dem Emissionskalender das Volumen der fünfjährigen Bundesobligation Serie 166 (114166) um 4 Mrd. EUR auf insgesamt 9 Mrd. EUR erhöht. Die Nachfrage habe das zur Verfügung stehende Material um das Doppelte übertroffen. Dies sei sicherlich auch dem Renditeanstieg geschuldet. Denn hätten am 8. Mai noch 0,38% Rendite ausgereicht, um die Nachfrage zu stillen, so hätten gestern 0,54% geboten werden müssen. Der prozentuale Unterschied innerhalb von vier Wochen sei enorm, sei allerdings in der allgemeinen Verunsicherung der Marktteilnehmer über die weitere Geldpolitik der Notenbanken begründet und spiegele die generelle Kursentwicklung an den Rentenmärkten wider. Dennoch sollte sich unser Finanzminister glücklich schätzen, solche Refinanzierungskosten zu haben.
In den vergangenen Handelstagen habe sich der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder im Bereich um die 1,31 USD stabilisiert und somit in die Nähe der 100-Tagelinie (1,3120 USD) vorgearbeitet. Diese Hürde könne unter Umständen bereits morgen mit der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten in Angriff genommen werden. Bei Überschreiten dieser Hürde wären 1,32 USD als psychologische Marke und 1,3250 USD die nächsten Widerstandslinien. Nach unten sei trotz aller negativen Meldungen aus Euroland das Tief vom November 2012 (1,2661 USD) noch nicht getestet worden. Somit sei auch in den nächsten Tagen mit einer Seitwärtsbewegung des Währungspaares EUR/USD in der Range zwischen 1,2850 und 1,3200 zu rechnen.
Weitaus volatiler habe sich der Euro infolge der politischen Unruhen in Istanbul gegenüber der Türkischen Lira (TRY) präsentiert. Sei die Gemeinschaftswährung am 13. Mai noch bei ca. 2,3492 TRY gehandelt worden, so würden inzwischen Kurse in der Nähe von 2,4863 TRY festgestellt. Ebenso habe sich der Euro gegenüber dem Südafrikanischen Rand (ZAR) auf dem Höhenflug gezeigt. Noch zu Beginn des Jahres bei ca. 11,135 ZAR sei der Euro inzwischen auf über 13,38 ZAR angestiegen.
Somit sei es nicht verwunderlich, dass die Euroskeptiker in solchen Handelsphasen geneigt seien, Positionen in anderen Währungen aufzubauen. Hierzu würden sich viele Anleger dem Produkt der Fremdwährungsanleihe bedienen und hier insbesondere auf Südafrikanische Rand, Türkische Lira, Australische Dollar und weiterhin auf Norwegische Kronen lautende Bonds.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (06.06.2013/alc/a/a)
Die Notenbanker würden über die weitere Geldpolitik beratschlagen. Hierbei hätten sie zumindest theoretisch mehrere Optionen zur Verfügung: Zum einen die nochmalige Senkung des Leitzinses, zum anderen die Senkung des Einlagenzinses in den negativen Bereich. Doch beide Möglichkeiten sollten heute keine Rolle spielen! Die Schwierigkeit der Notenbanker bestehe aktuell mehr denn je darin, die Fantasie der Märkte am Leben zu erhalten und somit ein Platzen der Liquiditätsblase zu verhindern. Es werde nicht möglich sein, den Markt bis in alle Ewigkeit mit Liquidität zu fluten, aber das dürfe den Marktteilnehmern nie so richtig bewusst werden. Dass alle Investoren auf der Hut seien und unter Umständen das Gras wachsen hören würden, stehe zweifelsfrei fest.
Dennoch erinnere die Tätigkeit der obersten Währungshüter immer mehr an den Wilden Westen. Nicht dass man sich seine eigenen Gesetze geschaffen hätte und diese mit dem Recht des Stärkeren durchsetzen wolle. Nein, man versuche die einzelnen Instrumente der Geldpolitik so einzusetzen, dass sich deren Wirkungen ergänzen und gegenseitig unterstützen würden. Sollte eine Maßnahme nicht mehr richtig fruchten, so versuche man mit einer neuen Handlung die Märkte zu beruhigen bzw. zu lenken. Ähnlich dem Austausch der Pferde an den Poststationen im Wilden Westen. Müde Pferde würden durch frische Pferde ersetzt, um schneller voran zu kommen und das Ziel zu erreichen.
Am heutigen Tag sei allerdings davon auszugehen, dass die obersten Währungshüter auf Zeit spielen würden und die Märkte zukünftig beobachten wollten. Das Ziel die Zinsen insgesamt in der Eurozone auf ein erträgliches Niveau zu schleusen, habe bisher sogar ohne den Einsatz eines einzigen Euros aus dem neuen Ankaufprogramm geklappt. Bisher! Zumal die Märkte noch mit ausreichend Liquidität aus den Tendergeschäften versorgt seien. Dennoch würden alle Marktteilnehmer bei der heutigen Pressekonferenz mit dem EZB-Präsidenten Mario Draghi darauf warten, welche Pferde er noch im Stall habe und ob er sie uns schon vorstellen werde.
Die Trüffelsucher am Rentenmarkt, die immer auf der Suche nach einer passablen Rendite bei überschaubarem Risiko seien, hätten in dieser Woche spezielle Anleihen aus dem Finanzsektor entdeckt. So sei eine nachrangig besicherte Hybridanleihe (ISIN DE000A1ALVC5 / WKN A1ALVC) der Deutschen Bank gesucht gewesen, die unbefristet laufe und zum Briefkurs mit rund 5,1% rentiere. Ebenso habe eine nachrangige, unbefristet laufende Hybridanleihe (ISIN XS0205935470 / WKN A0DG4P) der Royal Bank of Scotland auf den Kauflisten gestanden, die mit rund 7,1% rentiere.
Aus einer ganz anderen Branche komme die Medium-Term Note (ISIN XS0904222782 / WKN A1HG8F) des Lebensmittelmultis Nestlé, die 7/2018 fällig werde. Das Papier, das in Australischen Dollar notiere, der in jüngster Zeit gegenüber dem Euro gefallen sei, weise briefseitig eine Rendite von rund 3,5% auf.
Diesmal seien die Analysten mit der Bundesregierung ausnahmsweise einmal einig. Es sei nicht im Sinne Europas, Deutschlands oder Chinas, eine handelspolitische Auseinandersetzung anzustreben, heiße es aus dem Kanzleramt. Deswegen werde sich Deutschland weiter dafür einsetzen, dass die EU-Kommission "im engen Dialog mit China nach einer einvernehmlichen Lösung sucht". Anlass des Streits sei der Beschluss der EU-Kommission, in den nächsten beiden Monaten Strafzölle auf Einfuhren von chinesischen Billig-Solarmodulen von durchschnittlich 11,8% zu erheben, vorläufig zumindest. Am 6. August solle der Extrazoll dann auf die vollen 47,6% steigen.
Die Reaktion aus Peking habe nicht lange auf sich warten lassen. Schon würden die Chinesen ermitteln, inwieweit europäische Weine in unzulässiger Weise subventioniert würden. Denn immerhin hätten die Chinesen 2012 rund 290 Millionen Liter Wein aus der EU eingeführt. Der vorläufige Handelskrieg schaukle sich also allmählich hoch, die Bandagen, mit denen gekämpft werde, würden immer härter. Mal treffe es chinesische Hersteller von Solarmodulen, mal französische oder deutsche Weinbauern. Die Schätzung der EU-Kommission, wonach der faire Marktpreis für Solarmodule um 88% höher als der derzeit verlangte liege, sollte wohl ernst genommen werden. Auf lange Sicht aber habe Protektionismus allen Beteiligten immer nur geschadet.
So lasse sich auch eine Studie der Schweizer Wirtschaftshochschule IMD interpretieren, wonach die Wettbewerbsfähigkeit der Euro-Krisenländer Spanien, Italien und Portugal zurückgehe - allen Reformen zum Trotz. Die Ursachen für diese Entwicklung sehe IMD in den Sparmaßnahmen, die das Wachstum beeinträchtigt hätten und so eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unmöglich machen würden. Die Ursachen könnte man aber auch darin entdecken, dass die betroffenen Länder ihre Ökonomien mit Staatsgeldern zu lange subventioniert hätten und nun die späte Rechnung für diese Art des Protektionismus folge.
Dass Frankreich, Spanien und Slowenien sowie Portugal und die Niederlande mehr Zeit bekommen würden, um ihre Haushaltsdefizite unter die Maastricht-Standards von 3% zu drücken, sei erwartet worden. Die Zeit der Rosskuren scheine vorbei zu sein. Allein gegen 20 der 27 EU-Mitglieder würden derzeit Defizit-Verfahren laufen. Unter anderem Deutschland, Finnland, Schweden und Bulgarien bilden löbliche Ausnahmen. Immerhin, Italien, Lettland, Ungarn, Litauen und Rumänien dürften bald aus der scharfen Überwachung der Maastricht-Kriterien ausscheiden. Gegen Malta dagegen solle ein Defizitverfahren eröffnet werden. Unterm Strich müsse aufgrund der inzwischen zum Standard gewordenen Praxis, Haushaltsziele in die Zukunft zu verschieben, die Frage erlaubt sein, ob die Maastricht-Kriterien nicht komplett gestrichen werden sollten. Wenn Kriterien aufgestellt würden, sollten sie auch eingehalten werden.
So auch für Slowenien, das als nächster Kandidat dafür gelte, der den ESM-Rettungsschirm in Anspruch nehmen könnte. Nachdem das Land immer wieder erklärt habe, seinen maroden Bankensektor selbst sanieren zu können, wolle die EZB auch einen Rettungsschirm für das Land inzwischen nicht mehr ausschließen. Einen solchen könnte auch Zypern gut gebrauchen, habe doch Fitch das Land gerade erst noch weiter in den Ramschbereich herabgestuft. Es bestehe ein zu großes Risiko, dass das Hilfsprogramm von EU und IWF für Zypern aus dem Ruder laufe, argumentiere die Ratingagentur.
Bereits vor der Mitgliedschaft in der EU wachse beim Beitrittskandidaten Serbien die Angst vor dem drohenden Staatsbankrott. Sollte die Regierung in Belgrad nicht sofort Renten und öffentliche Gehälter einfrieren, werde nach Einschätzung ihres Präsidenten das Defizit 2013 auf 5,5% steigen. Maastricht-Kriterien, hin oder her, im Falle einer Aufnahme in die EU wüsste man bei Serbien jedenfalls, dass das Land pleite sei. Anders bei Lettland. Das baltische Land erfülle laut EZB alle Beitrittskriterien. Aber im Grunde sei diese Nachricht angesichts der bestehenden Staatsschuldenkrise nur eine Randnotiz wert.
Eine Reihe internationaler Emittenten habe in dieser Woche den Kapitalmarkt angezapft. Am Montag sei der multinationale Getränke- und Lebensmittelkonzern Danone am Kapitalmarkt aufgetreten. Platziert worden sei eine 6-jährige Anleihe (ISIN FR0011513340 / WKN A1HLZ4) mit einem Kupon von 1,375%. Das Volumen der Anleihe betrage 650 Mio. EUR. Gepreist worden sei der Bond bei 30 bps über Mid Swap. Die Endfälligkeit der Anleihe sei 6/2019.
Gleichfalls am Montag habe die Svenska Cellulosa AB (kurz SCA), ein internationaler Hersteller von Zellulose- und Papierprodukten, der im Bereich von Hygienepapieren und Verpackungen aktiv sei, eine Anleihe (ISIN XS0942094805 / WKN A1HLZ5) mit Fälligkeit im Juni 2023 emittiert. Die 500 Mio. EUR seien bei 99,043% gepreist worden. Im Spread habe dies +83 bps über Mid Swap ergeben.
Am Dienstag habe das größte börsennotierte Immobilienunternehmen Europas Unibail Rodamco eine Unternehmensanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren (Fälligkeit 6/2023) und einem Volumen von 700 Mio. EUR emittiert. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN XS0942388462 / WKN A1HL0Q) bei einem Spread von +83 bps über Mid Swap. Der Kupon betrage 2,500%. Zum Emissionszeitpunkt habe sich ein Cashpreis von 99,112% ergeben.
Ebenfalls am Dienstag habe die NASDAQ OMX Group, eine der größten internationalen Börsenbetreiber eine 8-jährige Euro-Anleihe (ISIN XS0942100388 / WKN A1HL0V) (Fälligkeit 6/2021) platziert. Der finale Kupon betrage 3,875%. Begeben worden sei die Anleihe zu 99,831%, was zum Emissionszeitpunkt einem Spread von +273,2 bps über Bund entsprochen habe. Das Volumen betrage 600 Mio. EUR.
Am heutigen Donnerstag, 6. Juni, beginne die Zeichnungsfrist einer Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1TNHB2 / WKN A1TNHB) des Modefilialisten Hallhuber Beteiligungs GmbH. Das Emissionsvolumen betrage 30 Mio. EUR. Die fünfjährige Anleihe sei mit einem Kupon von 7,250% ausgestattet und werde am Mittelstandsmarkt der Börse Düsseldorf notiert werden.
In Europa und insbesondere in Euroland habe man sich in der Vergangenheit sehr häufig über die Arbeit der Rating-Agenturen echauffiert. Das habe sogar dazu geführt, dass man neue Vorschriften für die Bekanntgabe der Einstufungen erlassen habe und auch die Haftung für falsche Einschätzungen in Erwägung ziehe. Das Verhältnis sei sogar so zerrüttet gewesen, dass eine europäische Rating-Agentur als Gegengewicht installiert werden solle.
Nun scheine sich aber alles zum Besseren zu wenden und die Rating-Agenturen würden auf "Schmusekurs" gehen. So werde die Abwendung von den Sparzielen nicht als Abkehr vom Kurs der Haushaltssanierung gesehen und habe daher keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Bonität vieler EU-Länder. Alleine die Absichtserklärung der Politiker, solide Finanzen in Verbindung mit konjunktureller Belebung anzustreben, scheine den Bonitätsprüfern auszureichen.
PIMCO habe, wie die neuesten Zahlen belegen würden, in der Vergangenheit auch nicht immer alles richtig gemacht. So habe der weltweit größte Anleihehändler im Monat Mai den größten Verlust seit September 2008 erlitten. Dennoch habe man sich gegenüber den Mitbewerbern noch positiv abgrenzen können, denn seit Jahresanfang habe man lediglich ein Minus von 0,15% hinnehmen müssen. Die Konkurrenz hingegen habe im Schnitt ein Minus von 0,74% verkraften müssen.
Dennoch habe die Meinung des Vermögensverwalters PIMCO weiterhin ein großes Gewicht, zumal in den vergangenen Jahren durchschnittliche Renditen von 7% erwirtschaftet worden seien. Dass PIMCO der Europäischen Zentralbank nicht traue und sich daher von Staatsanleihen der Eurozone trennen wolle, habe also schon ein besonderes "Geschmäckle". Grundsätzlich werde darauf verwiesen, dass die Renditen der Problemstaaten zwar mit Versprechen hätten gesenkt werden können, aber die Gefahr bestehe weiterhin, dass die EZB ihre Vorgehensweise ändern könnte. So werde explizit auf die Gefahr von weiteren Schuldenschnitten oder Staatspleiten verwiesen. Es fehle einfach die klare Linie, da man manchmal den Eindruck habe, dass einerseits nach dem Motto: "Geld spielt keine Rolle" und andererseits nach dem Motto: "So, jetzt ist aber Schluss" gehandelt werde.
In den vergangenen Handelstagen habe man das Gefühl gehabt, dass sich der Euro-Bund-Future an der Großwetterlage in Deutschland orientiere. Es habe ununterbrochen geregnet und manche Positionen seien infolge der rückläufigen Notierungen bei den Juni Kontrakten "abgesoffen". Da seit gestern wieder vermehrt die Sonne scheine, hege der ein oder andere auch die Hoffnung, dass dies sowohl in den Hochwassergebieten als auch am Rentenmarkt für Entspannung sorgen werde. Dies könnte sich aber sehr schnell als Trugschluss herausstellen, denn steigende Notierungen würden echte Nachfrage erfordern und diese sei bei den aktuellen Renditen nur begrenzt vorhanden. Somit bestehe weiterhin die Gefahr, dass wir die Höchststände beim Rentenbarometer gesehen hätten und Tauschoperationen insbesondere die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen belasten würden.
Dabei handle es sich aber um Zukunftsmusik, denn momentan befinde sich der Euro-Bund-Future eher in einem Seitwärtskanal zwischen 142,98% und 144,38%. Was wohl daran liege, dass die bis heute veröffentlichten Wirtschaftsdaten als laues Lüftchen abgetan worden seien und keine größeren Marktreaktionen nach sich gezogen hätten. Denn alle Augen seien auf die heutige EZB-Sitzung und auf die morgige Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten gerichtet. Es sollte aber in den Hinterköpfen bleiben, dass egal was heute beschlossen bzw. morgen veröffentlicht werde, sich die grundlegenden Probleme wie etwa die weiter anhaltenden Rezession innerhalb der Eurozone nicht in Luft auflösen würden.
Da der heutige Roll-Over beim zehnjährigen September-Kontrakt nur zu wenig veränderten Kursen (-0,06) führe, bleibe der erste ernst zu nehmende Widerstand um die Marke von 144,25% erhalten. Die erste Unterstützungslinie könne an der psychologisch wichtigen Marke von 143,00% gezogen werden, allerdings bestehe auch ein Rückschlagspotenzial bis auf 142,20%.
Auch in dieser Woche hätten die europäischen Staatsregierungen an den Kapitalmärkten wieder aktiv werden und unter anderem mittels Aufstockungen Geld einsammeln müssen. Neben Österreich, Italien, Frankreich und Spanien habe auch Deutschland entsprechend dem Emissionskalender das Volumen der fünfjährigen Bundesobligation Serie 166 (114166) um 4 Mrd. EUR auf insgesamt 9 Mrd. EUR erhöht. Die Nachfrage habe das zur Verfügung stehende Material um das Doppelte übertroffen. Dies sei sicherlich auch dem Renditeanstieg geschuldet. Denn hätten am 8. Mai noch 0,38% Rendite ausgereicht, um die Nachfrage zu stillen, so hätten gestern 0,54% geboten werden müssen. Der prozentuale Unterschied innerhalb von vier Wochen sei enorm, sei allerdings in der allgemeinen Verunsicherung der Marktteilnehmer über die weitere Geldpolitik der Notenbanken begründet und spiegele die generelle Kursentwicklung an den Rentenmärkten wider. Dennoch sollte sich unser Finanzminister glücklich schätzen, solche Refinanzierungskosten zu haben.
In den vergangenen Handelstagen habe sich der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder im Bereich um die 1,31 USD stabilisiert und somit in die Nähe der 100-Tagelinie (1,3120 USD) vorgearbeitet. Diese Hürde könne unter Umständen bereits morgen mit der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten in Angriff genommen werden. Bei Überschreiten dieser Hürde wären 1,32 USD als psychologische Marke und 1,3250 USD die nächsten Widerstandslinien. Nach unten sei trotz aller negativen Meldungen aus Euroland das Tief vom November 2012 (1,2661 USD) noch nicht getestet worden. Somit sei auch in den nächsten Tagen mit einer Seitwärtsbewegung des Währungspaares EUR/USD in der Range zwischen 1,2850 und 1,3200 zu rechnen.
Weitaus volatiler habe sich der Euro infolge der politischen Unruhen in Istanbul gegenüber der Türkischen Lira (TRY) präsentiert. Sei die Gemeinschaftswährung am 13. Mai noch bei ca. 2,3492 TRY gehandelt worden, so würden inzwischen Kurse in der Nähe von 2,4863 TRY festgestellt. Ebenso habe sich der Euro gegenüber dem Südafrikanischen Rand (ZAR) auf dem Höhenflug gezeigt. Noch zu Beginn des Jahres bei ca. 11,135 ZAR sei der Euro inzwischen auf über 13,38 ZAR angestiegen.
Somit sei es nicht verwunderlich, dass die Euroskeptiker in solchen Handelsphasen geneigt seien, Positionen in anderen Währungen aufzubauen. Hierzu würden sich viele Anleger dem Produkt der Fremdwährungsanleihe bedienen und hier insbesondere auf Südafrikanische Rand, Türkische Lira, Australische Dollar und weiterhin auf Norwegische Kronen lautende Bonds.
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