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BoE senkt als Notfallmaßnahme den Leitzins und stemmt sich gegen Corona
11.03.20 10:15
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Auf einer außerordentlichen Sitzung beschloss das Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England (BoE) heute Morgen die Senkung der Bank Rate um 50 Basispunkte auf 0,25%, so die Analysten der Nord LB.
Die Nachricht sei vom Zeitpunkt her zwar überraschend gekommen, allerdings habe mit einer Reaktion der BoE auf die Entwicklungen der letzten Tage gerechnet werden können. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Es sei die erste Zinsmaßnahme von Andrew Bailey als Nachfolger von Mark Carney. Insbesondere Kreditprogramme zur Unterstützung von kleineren betroffenen Unternehmen seien positiv zu bewerten.
Die Ausbreitung des Coronavirus weltweit setze auch Großbritannien zu. Die bisherigen Maßnahmen der Regierung in London scheinen sich aber ein wenig zu unterscheiden von denen in anderen Ländern: Während in China knapp 55 Millionen Menschen unter Quarantäne gesetzt wurden und in Italien mittlerweile das gesamte Land mit knapp 60 Millionen Personen direkt betroffen ist, sucht Premierminister Boris Johnson offenbar mit Hilfe spezialisierte Berater aus der Verhaltensforschung einen leicht anderen Weg, der immer wieder vorsieht, auf die Einhaltung der Hygiene zu achten, so die Analysten der Nord LB. Das Waschen der Hände zur Unterbrechung der Ansteckungsketten im Vereinigten Königreich sei hierbei die entscheidende "Medizin"! Sicherlich sehr richtig - aber ausreichend?
Die Zinssenkung komme nur wenige Stunden vor der für heute angekündigten Pressekonferenz vom britischen Finanzminister Rishi Sunak, von dem sich Beobachter Steuersenkungen und Ausgabenprogramme im Zuge der gestiegenen Gefahren durch das Coronavirus erhoffen würden. Insofern könne in Großbritannien von einer konzertierten Aktion von Geld- und Fiskalpolitik gesprochen werden. Im Verlauf des heutigen Vormittags würden weitere britische Konjunkturdaten veröffentlicht, die allerdings alle aus dem Januar stammen würden und somit nahezu unbedeutend seien.
Nach dem überraschenden Eingriff der Federal Reserve in der vergangenen Woche sowie dem heutigen Zinsschritt der BoE scheinen die weltweiten Maßnahmen seitens der Geldpolitik nun tatsächlich ins Rollen zu kommen, so die Analysten der Nord LB. Morgen stehe die mit Spannung erwartete EZB-Sitzung an, auf der wahrscheinlich ebenfalls umfangreiche expansive Vorhaben angekündigt würden. Da die europäische Notenbank aber bereits mit sehr niedrigen Zinsen hantiere, dürfte der Schwerpunkt wohl auf erneuten Aufkaufprogrammen liegen (müssen). Wie habe doch der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte gestern noch verlangt, die EZB müsse nun handeln "whatever it takes".
Leider seien da auch noch die vielen Risiken, die letztlich mit diesem Versicherungsschritt nicht zu lösen seien. So sei etwa der Brexit ungelöst, bei dem die Verhandlungen über die entscheidenden Handelsbedingungen nicht unbedingt erfreulich begonnen hätten.
Vom Zeitpunkt her überraschend, aber doch grundsätzlich nicht unerwartet habe die Bank of England am heutigen Morgen die Bank Rate um 50 Basispunkte auf 0,25% gesenkt. Es sei die erste Zinsentscheidung unter Mark Carneys Nachfolger Andrew Bailey gewesen und sie sei einstimmig ausgefallen. Die Maßnahme solle die Konjunkturgefahren durch die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Weitere staatliche Ausgabenprogramme dürfe man sich heute auf der Pressekonferenz vom britischen Finanzminister Rishi Sunak erhoffen.
Das Pfund habe am frühe Morgen sowohl gegenüber dem Euro als auch dem US-Dollar kurzzeitig nur ein wenig abgewertet. Die BoE nehme damit nach der Federal Reserve von letzter Woche und der EZB morgen eine Mittelrolle ein - gemeinsam würden sich die Geldpolitiker gegen eine drohende Weltwirtschaftskrise stemmen. Effizienter wäre nun jedoch die fiskalpolitische Unterstützung für Unternehmen und Arbeitnehmer, die zwangsweise pausieren müssten. (11.03.2020/alc/a/a)
Die Nachricht sei vom Zeitpunkt her zwar überraschend gekommen, allerdings habe mit einer Reaktion der BoE auf die Entwicklungen der letzten Tage gerechnet werden können. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen. Es sei die erste Zinsmaßnahme von Andrew Bailey als Nachfolger von Mark Carney. Insbesondere Kreditprogramme zur Unterstützung von kleineren betroffenen Unternehmen seien positiv zu bewerten.
Die Ausbreitung des Coronavirus weltweit setze auch Großbritannien zu. Die bisherigen Maßnahmen der Regierung in London scheinen sich aber ein wenig zu unterscheiden von denen in anderen Ländern: Während in China knapp 55 Millionen Menschen unter Quarantäne gesetzt wurden und in Italien mittlerweile das gesamte Land mit knapp 60 Millionen Personen direkt betroffen ist, sucht Premierminister Boris Johnson offenbar mit Hilfe spezialisierte Berater aus der Verhaltensforschung einen leicht anderen Weg, der immer wieder vorsieht, auf die Einhaltung der Hygiene zu achten, so die Analysten der Nord LB. Das Waschen der Hände zur Unterbrechung der Ansteckungsketten im Vereinigten Königreich sei hierbei die entscheidende "Medizin"! Sicherlich sehr richtig - aber ausreichend?
Nach dem überraschenden Eingriff der Federal Reserve in der vergangenen Woche sowie dem heutigen Zinsschritt der BoE scheinen die weltweiten Maßnahmen seitens der Geldpolitik nun tatsächlich ins Rollen zu kommen, so die Analysten der Nord LB. Morgen stehe die mit Spannung erwartete EZB-Sitzung an, auf der wahrscheinlich ebenfalls umfangreiche expansive Vorhaben angekündigt würden. Da die europäische Notenbank aber bereits mit sehr niedrigen Zinsen hantiere, dürfte der Schwerpunkt wohl auf erneuten Aufkaufprogrammen liegen (müssen). Wie habe doch der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte gestern noch verlangt, die EZB müsse nun handeln "whatever it takes".
Leider seien da auch noch die vielen Risiken, die letztlich mit diesem Versicherungsschritt nicht zu lösen seien. So sei etwa der Brexit ungelöst, bei dem die Verhandlungen über die entscheidenden Handelsbedingungen nicht unbedingt erfreulich begonnen hätten.
Vom Zeitpunkt her überraschend, aber doch grundsätzlich nicht unerwartet habe die Bank of England am heutigen Morgen die Bank Rate um 50 Basispunkte auf 0,25% gesenkt. Es sei die erste Zinsentscheidung unter Mark Carneys Nachfolger Andrew Bailey gewesen und sie sei einstimmig ausgefallen. Die Maßnahme solle die Konjunkturgefahren durch die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Weitere staatliche Ausgabenprogramme dürfe man sich heute auf der Pressekonferenz vom britischen Finanzminister Rishi Sunak erhoffen.
Das Pfund habe am frühe Morgen sowohl gegenüber dem Euro als auch dem US-Dollar kurzzeitig nur ein wenig abgewertet. Die BoE nehme damit nach der Federal Reserve von letzter Woche und der EZB morgen eine Mittelrolle ein - gemeinsam würden sich die Geldpolitiker gegen eine drohende Weltwirtschaftskrise stemmen. Effizienter wäre nun jedoch die fiskalpolitische Unterstützung für Unternehmen und Arbeitnehmer, die zwangsweise pausieren müssten. (11.03.2020/alc/a/a)
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