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BoE optimistischer für mittelfristigen Konjunkturpfad, besorgt über Inflation
04.11.16 11:15
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Dem britischen Parlament wurde gestern durch den Londoner High Court ein Mitspracherecht bei der "Brexit"-Entscheidung zugesprochen, womit die Regierung nun nicht mehr alleine über den EU-Austritt entscheiden kann, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Es sei allerdings bereits bekannt geworden, dass die Regierung sich um eine Anfechtung des Urteils vor dem Obersten Gerichtshof bemühe. Mit einer Entscheidung sei noch im Dezember zu rechnen. Sollte der Regierung Recht gegeben werden, könnte Premierministerin Theresa May wie von ihr geplant im 1. Quartal 2017 die zweijährigen Austrittsverhandlungen nach Artikel 50 einleiten. Andernfalls sei zumindest davon auszugehen, dass sich der Austrittsprozess komplizierter gestalte. So könnte das Parlament im Vorfeld mehr Informationen über die Verhandlungsziele und -strategie einfordern. Eine Mehrheit im Parlament für den Austritt gelte dabei derzeit nicht als gesichert.
Aktuell scheine das "Brexit"-Votum ohnehin bei den Unternehmen seinen Schrecken verloren zu haben: Der britische Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe im Oktober überraschend von 52,6 auf 54,5 Punkte anziehen können, während mehrheitlich mit einem leichten Rückgang auf 52,4 Punkte gerechnet worden sei. Damit zeige sich die britische Wirtschaft trotz des Votums der Bevölkerung gegen den Fortbestand der EU-Mitgliedschaft erstaunlich robust, auch wenn die britischen Unternehmen zunehmend durch die - vor allem im Zuge der massiven Abwertung des Britischen Pfunds - steigenden Inputpreise unter Kostendruck geraten würden.
Das Bild von robuster als erwarteter Konjunktur und Inflationsdruck spiegele sich auch in den neuen Prognosen der Bank of England wider, die heute zusammen mit der Entscheidung veröffentlicht worden seien, den Leitzins unverändert zu belassen (Stimmverteilung: 9 zu 0 für die Beibehaltung der aktuellen Geldpolitik). Anstatt dem zuvor prognostizierten BIP-Plus von 2,0% in diesem Jahr würden die Notenbanker nun von 2,2% ausgehen, während die BIP-Prognose für 2017 sogar von 0,8% auf 1,4% angehoben worden sei. 2018 rechne die BoE hingegen nur noch mit 1,5% statt zuvor 1,8% Wachstum.
Gleichzeitig würden die neuen Prognosen offenbaren, dass Notenbank die Inflation bei 2,7% zum Ende der kommenden beiden Jahren sehe (zuvor: 2,0% in 2017 bzw. 2,4% in 2018) - und damit deutlich oberhalb des Ziels der Notenbank von 2%. BoE-Chef Mark Carney habe mit Blick auf die Inflationsprognosen betont, dass man nur in Grenzen bereit sei, eine Inflation oberhalb des Ziels der Notenbank zu tolerieren und dass die Geldpolitik in der Lage sei "in jede Richtung" auf die Entwicklungen zu reagieren.
Erstmals seit drei Wochen habe das Britische Pfund nach dem Beschluss des Londoner High Court wieder deutlich über die Marke von 1,24 USD steigen können und nach der Entscheidung und der folgenden Pressekonferenz der BoE zeitweise bis in den Bereich von 1,25 USD angezogen. Zum Euro habe das Pfund Sterling ebenfalls durch die Ereignisse markant gewinnen können: Die Einheitswährung sei temporär auf Kurse von deutlich unter 0,89 GBP zurückgefallen, habe sich bis zum heutigen Morgen aber bei dieser Marke eingestellt.
In den USA sei derweil der ISM-Index für den Dienstleistungssektor im Oktober von 55,1 auf 54,8 Punkte gesunken und habe damit unter den an den Märkten erwarteten 56,0 Punkten gelegen. Dennoch spreche der Wert im Expansionsbereich für eine solide Verfassung des Servicesektors, der wohl auch in den kommenden Monaten der Wachstumstreiber in den USA bleiben werde. (04.11.2016/alc/a/a)
Es sei allerdings bereits bekannt geworden, dass die Regierung sich um eine Anfechtung des Urteils vor dem Obersten Gerichtshof bemühe. Mit einer Entscheidung sei noch im Dezember zu rechnen. Sollte der Regierung Recht gegeben werden, könnte Premierministerin Theresa May wie von ihr geplant im 1. Quartal 2017 die zweijährigen Austrittsverhandlungen nach Artikel 50 einleiten. Andernfalls sei zumindest davon auszugehen, dass sich der Austrittsprozess komplizierter gestalte. So könnte das Parlament im Vorfeld mehr Informationen über die Verhandlungsziele und -strategie einfordern. Eine Mehrheit im Parlament für den Austritt gelte dabei derzeit nicht als gesichert.
Aktuell scheine das "Brexit"-Votum ohnehin bei den Unternehmen seinen Schrecken verloren zu haben: Der britische Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor habe im Oktober überraschend von 52,6 auf 54,5 Punkte anziehen können, während mehrheitlich mit einem leichten Rückgang auf 52,4 Punkte gerechnet worden sei. Damit zeige sich die britische Wirtschaft trotz des Votums der Bevölkerung gegen den Fortbestand der EU-Mitgliedschaft erstaunlich robust, auch wenn die britischen Unternehmen zunehmend durch die - vor allem im Zuge der massiven Abwertung des Britischen Pfunds - steigenden Inputpreise unter Kostendruck geraten würden.
Gleichzeitig würden die neuen Prognosen offenbaren, dass Notenbank die Inflation bei 2,7% zum Ende der kommenden beiden Jahren sehe (zuvor: 2,0% in 2017 bzw. 2,4% in 2018) - und damit deutlich oberhalb des Ziels der Notenbank von 2%. BoE-Chef Mark Carney habe mit Blick auf die Inflationsprognosen betont, dass man nur in Grenzen bereit sei, eine Inflation oberhalb des Ziels der Notenbank zu tolerieren und dass die Geldpolitik in der Lage sei "in jede Richtung" auf die Entwicklungen zu reagieren.
Erstmals seit drei Wochen habe das Britische Pfund nach dem Beschluss des Londoner High Court wieder deutlich über die Marke von 1,24 USD steigen können und nach der Entscheidung und der folgenden Pressekonferenz der BoE zeitweise bis in den Bereich von 1,25 USD angezogen. Zum Euro habe das Pfund Sterling ebenfalls durch die Ereignisse markant gewinnen können: Die Einheitswährung sei temporär auf Kurse von deutlich unter 0,89 GBP zurückgefallen, habe sich bis zum heutigen Morgen aber bei dieser Marke eingestellt.
In den USA sei derweil der ISM-Index für den Dienstleistungssektor im Oktober von 55,1 auf 54,8 Punkte gesunken und habe damit unter den an den Märkten erwarteten 56,0 Punkten gelegen. Dennoch spreche der Wert im Expansionsbereich für eine solide Verfassung des Servicesektors, der wohl auch in den kommenden Monaten der Wachstumstreiber in den USA bleiben werde. (04.11.2016/alc/a/a)
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