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Die Bewältigung der Inflation erfordert Kühnheit und Optimismus!
26.05.22 09:15
Carmignac Gestion
Luxemburg (www.anleihencheck.de) - Frédéric Leroux, Mitglied des Strategic Investment Committee von Carmignac, skizziert drei wichtige Faktoren für den Rückgang der Inflation, der zu einer sich erholenden Konjunktur führen und einen aktiven Anlageprozess begünstigen könnte.
In Europa dürfte die Inflation ab September deutlich zurückgehen. Sei somit eine rasche und dauerhafte Rückkehr zur Lage vor der Pandemie zu erwarten? Das würden die Experten von Carmignac für unwahrscheinlich halten. Nachdem sie zunächst geleugnet, dann heruntergespielt und schließlich als vorübergehend abgetan worden sei, sei die Inflation inzwischen für alle harte Realität.
Wer glaube, man könne die Inflation zügeln, ohne viel Schaden anzurichten, mache sich angesichts der sie erneut befeuernden strukturellen Kräfte zweifellos etwas vor. In Anbetracht dieses neuen Umfelds, das sich gegen unseren Willen etabliert, sollten drei wichtige Faktoren genau betrachtet werden: Höhere Reallöhne, die Reindustrialisierung zur Reduzierung der energetischen und industriellen Abhängigkeiten sowie die angestrebte Vereinbarkeit von Wirtschaftsethik und -effizienz, so die Experten von Carmignac.
I. Verluste begrenzen
In den USA seien die Löhne um durchschnittlich 6% gestiegen, während die lokale Inflation nach einem Anstieg auf 8,5% zurückgehen dürfte. In Europa hingegen seien die Löhne lediglich um 1,5% gewachsen, während die Teuerung auf nahezu 7,5% gestiegen sei.
Wenn die Regierungen keine wirksamen Schritte einleiten würden, um die Lücke zwischen dem Einkommen der Haushalte und der Inflation wenigstens teilweise zu schließen, bestehe das Risiko, dass die Menschen in Europa auf die Straße gehen würden.
Diesem Problem sollten die Regierungen rasch vorgreifen und ihren auf Preisstabilität ausgerichteten wirtschaftlichen Ansatz der letzten Dekaden anpassen. Tatenlosigkeit würde uns einer tiefen Rezession aussetzen, die höchstwahrscheinlich zu keiner dauerhaften Stabilisierung der Preise führen und die Schulden weiter anwachsen lassen würde, so die Experten von Carmignac. In diesem Fall wären aller schlechten Dinge drei!
II. Reindustrialisierung Europas
Europa müsse sich mit seinen industriellen, militärischen und energiebezogenen Abhängigkeiten auseinander setzen, die durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg auf schonungslose Weise aufgedeckt worden seien. Die daraus resultierende Notwendigkeit der Rückverlagerung sei für die betroffenen europäischen Länder eine Chance zur Reindustrialisierung. Frankreich beispielsweise sei hierbei ein vielversprechender Kandidat, zumal das Land aufgrund seines Bezugs zu atomarer Energie über einen großen Wettbewerbsvorteil verfüge - insbesondere, wenn die entsprechenden Anlagen ausgebaut und modernisiert würden. Kein Land könne für sich beanspruchen, eine Industrienation zu werden oder zu bleiben, wenn es keine Kontrolle über seine Energieversorgung habe.
Die Industrie warte aufgrund der erforderlichen Qualifikationen und der steigenden Produktivität mit gut bezahlten Arbeitsplätzen auf. Das inflationäre Umfeld rechtfertige mehr denn je erhebliche Anstrengungen zur Produktivitätssteigerung, wie sie eine moderne Industrie leiste. Die Reindustrialisierung könnte einen Anlass für die Haushalte bieten, ihre Ersparnisse in Vermögenswerte umzuwandeln, deren Zinsen sich an Staatsanleihen orientieren würden, da diese selbst in Zeiten der Inflation Gewinne erzielen könnten.
Eine verstärkte Beteiligung der Arbeitnehmer am Ergebnis ihres Unternehmens unter Einhaltung von Regelungen, die ein Minimum an Anreizen und Schutz miteinander verbinden würden, wäre eine gute, ergänzende Maßnahme, um die Einkommen an die Inflation zu koppeln. Erst kürzlich hätten verschiedene große Unternehmen neue Programme zur Förderung der Mitarbeiterbeteiligung angekündigt.
III. Moral und Effizienz
Der dritte Faktor stelle eine Ergänzung der beiden ersten Säulen dar: Der Wunsch nach der bestmöglichen Vereinbarkeit von Moral und notwendiger Effizienz. Voraussetzung dafür sei ein Wirtschaftsverständnis, das auch die Erkenntnis einschließe, dass man den Wunsch nach einer moralischeren Wirtschaft nicht lange vom Wirklichkeitsprinzip abspalten könne.
Wenn sich die "folgenreichsten" politischen Entscheidungen wieder am Wirklichkeitsprinzip orientieren würden, könnte das aktuelle Umfeld mit etwas Fantasie und Kühnheit der Beginn einer Phase sein, in welcher der Wohlstand breiter geteilt werde. Der vor uns liegende Zeitraum weist vielleicht wirklich einige Ähnlichkeiten mit den Jahren des Wirtschaftswunders zwischen 1945 und 1975 auf, die in Frankreich auch als "Les Trente Glorieuses" bekannt sind: Ein tendenziell inflationäres Umfeld, Wiederaufbau durch Reindustrialisierung und Unterstützung der Mittelschicht, wodurch eine positive Wirtschaftsdynamik gefördert wird, so die Experten von Carmignac.
Die Rückkehr der Inflation habe tief greifende Folgen für die Vermögensverwaltung. Dieser Rückgang könnte zudem nach einer Pause von zwölf Jahren die Rückkehr zu einer Wirtschaft einläuten, die durch Zyklen mit variierender Performance der Finanzanlagen geprägt sei (Aktien oder Anleihen, zyklische oder Growth-Titel, Unternehmens- oder Staatsanleihen, Dollar oder Gold). Der aktive Anlageprozess, der sich dadurch auszeichne, die Wendepunkte der Konjunkturzyklen rasch zu erkennen, werde in dieser bevorstehenden Phase des Wandels wieder an Bedeutung gewinnen. (Ausgabe vom 25.05.2022) (26.05.2022/alc/a/a)
In Europa dürfte die Inflation ab September deutlich zurückgehen. Sei somit eine rasche und dauerhafte Rückkehr zur Lage vor der Pandemie zu erwarten? Das würden die Experten von Carmignac für unwahrscheinlich halten. Nachdem sie zunächst geleugnet, dann heruntergespielt und schließlich als vorübergehend abgetan worden sei, sei die Inflation inzwischen für alle harte Realität.
Wer glaube, man könne die Inflation zügeln, ohne viel Schaden anzurichten, mache sich angesichts der sie erneut befeuernden strukturellen Kräfte zweifellos etwas vor. In Anbetracht dieses neuen Umfelds, das sich gegen unseren Willen etabliert, sollten drei wichtige Faktoren genau betrachtet werden: Höhere Reallöhne, die Reindustrialisierung zur Reduzierung der energetischen und industriellen Abhängigkeiten sowie die angestrebte Vereinbarkeit von Wirtschaftsethik und -effizienz, so die Experten von Carmignac.
I. Verluste begrenzen
In den USA seien die Löhne um durchschnittlich 6% gestiegen, während die lokale Inflation nach einem Anstieg auf 8,5% zurückgehen dürfte. In Europa hingegen seien die Löhne lediglich um 1,5% gewachsen, während die Teuerung auf nahezu 7,5% gestiegen sei.
Wenn die Regierungen keine wirksamen Schritte einleiten würden, um die Lücke zwischen dem Einkommen der Haushalte und der Inflation wenigstens teilweise zu schließen, bestehe das Risiko, dass die Menschen in Europa auf die Straße gehen würden.
Diesem Problem sollten die Regierungen rasch vorgreifen und ihren auf Preisstabilität ausgerichteten wirtschaftlichen Ansatz der letzten Dekaden anpassen. Tatenlosigkeit würde uns einer tiefen Rezession aussetzen, die höchstwahrscheinlich zu keiner dauerhaften Stabilisierung der Preise führen und die Schulden weiter anwachsen lassen würde, so die Experten von Carmignac. In diesem Fall wären aller schlechten Dinge drei!
Europa müsse sich mit seinen industriellen, militärischen und energiebezogenen Abhängigkeiten auseinander setzen, die durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg auf schonungslose Weise aufgedeckt worden seien. Die daraus resultierende Notwendigkeit der Rückverlagerung sei für die betroffenen europäischen Länder eine Chance zur Reindustrialisierung. Frankreich beispielsweise sei hierbei ein vielversprechender Kandidat, zumal das Land aufgrund seines Bezugs zu atomarer Energie über einen großen Wettbewerbsvorteil verfüge - insbesondere, wenn die entsprechenden Anlagen ausgebaut und modernisiert würden. Kein Land könne für sich beanspruchen, eine Industrienation zu werden oder zu bleiben, wenn es keine Kontrolle über seine Energieversorgung habe.
Die Industrie warte aufgrund der erforderlichen Qualifikationen und der steigenden Produktivität mit gut bezahlten Arbeitsplätzen auf. Das inflationäre Umfeld rechtfertige mehr denn je erhebliche Anstrengungen zur Produktivitätssteigerung, wie sie eine moderne Industrie leiste. Die Reindustrialisierung könnte einen Anlass für die Haushalte bieten, ihre Ersparnisse in Vermögenswerte umzuwandeln, deren Zinsen sich an Staatsanleihen orientieren würden, da diese selbst in Zeiten der Inflation Gewinne erzielen könnten.
Eine verstärkte Beteiligung der Arbeitnehmer am Ergebnis ihres Unternehmens unter Einhaltung von Regelungen, die ein Minimum an Anreizen und Schutz miteinander verbinden würden, wäre eine gute, ergänzende Maßnahme, um die Einkommen an die Inflation zu koppeln. Erst kürzlich hätten verschiedene große Unternehmen neue Programme zur Förderung der Mitarbeiterbeteiligung angekündigt.
III. Moral und Effizienz
Der dritte Faktor stelle eine Ergänzung der beiden ersten Säulen dar: Der Wunsch nach der bestmöglichen Vereinbarkeit von Moral und notwendiger Effizienz. Voraussetzung dafür sei ein Wirtschaftsverständnis, das auch die Erkenntnis einschließe, dass man den Wunsch nach einer moralischeren Wirtschaft nicht lange vom Wirklichkeitsprinzip abspalten könne.
Wenn sich die "folgenreichsten" politischen Entscheidungen wieder am Wirklichkeitsprinzip orientieren würden, könnte das aktuelle Umfeld mit etwas Fantasie und Kühnheit der Beginn einer Phase sein, in welcher der Wohlstand breiter geteilt werde. Der vor uns liegende Zeitraum weist vielleicht wirklich einige Ähnlichkeiten mit den Jahren des Wirtschaftswunders zwischen 1945 und 1975 auf, die in Frankreich auch als "Les Trente Glorieuses" bekannt sind: Ein tendenziell inflationäres Umfeld, Wiederaufbau durch Reindustrialisierung und Unterstützung der Mittelschicht, wodurch eine positive Wirtschaftsdynamik gefördert wird, so die Experten von Carmignac.
Die Rückkehr der Inflation habe tief greifende Folgen für die Vermögensverwaltung. Dieser Rückgang könnte zudem nach einer Pause von zwölf Jahren die Rückkehr zu einer Wirtschaft einläuten, die durch Zyklen mit variierender Performance der Finanzanlagen geprägt sei (Aktien oder Anleihen, zyklische oder Growth-Titel, Unternehmens- oder Staatsanleihen, Dollar oder Gold). Der aktive Anlageprozess, der sich dadurch auszeichne, die Wendepunkte der Konjunkturzyklen rasch zu erkennen, werde in dieser bevorstehenden Phase des Wandels wieder an Bedeutung gewinnen. (Ausgabe vom 25.05.2022) (26.05.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
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