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Bessere Perspektiven im globalen Hochzinssegment
02.03.16 08:54
BMO Global Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Nach dem Abverkauf im High-Yield-Bereich ergeben sich in Teilen der globalen Hochzinsmärkte attraktive Perspektiven. Dies geht aus einem aktuellen Research-Paper von BMO Global Asset Management hervor.
"Anleger haben traumatische Monate hinter sich, in denen die Renditespreads gegenüber Staatsanleihen um mehr als einen Prozentpunkt gestiegen sind", erkläre Chris Brils, Head of Global High Yield bei BMO Global Asset Management. Nun aber dürfte seiner Ansicht nach das Schlimmste überstanden sein: "Wir prognostizieren weltweit keine Rezession, so dass im globalen High-Yield-Segment außerhalb des Energiesektors interessante Anlagechancen existieren." Dabei werde die Anlageklasse auch künftig sensibel auf Stimmungsschwankungen angesichts der Ölpreisentwicklungen, des globalen Wachstums, politischer Unsicherheit in Europa sowie der Zeitpunkte künftiger US-Zinserhöhungen reagieren.
Die eigentliche Attraktivität von Hochzinsen liege in ihren laufenden Renditen und ihrer relativ geringen Anfälligkeit gegenüber Zinsänderungen. Anlagestrategien, die sich auf höhere Bonitäten im Bereich der Ratings BB und B konzentrieren würden, dürften den breiteren High-Yield-Markt übertreffen, sofern es gelänge, ausfallgefährdete Titel weitgehend zu vermeiden und etwaige Verluste aus Kreditausfällen zu minimieren.
Seit Oktober 2015 hätten Anleger, Brils zufolge, weltweit im großen Stil Mittel aus High-Yield-Publikumsfonds abgezogen. Die Angst vor einer von China ausgelösten globalen Wachstumsdelle und dem weiteren Ölpreisverfall hätten dabei eine wichtige Rolle gespielt. Dominiert werde der globale High-Yield-Markt von den USA, deren Hochzinsmarkt eine hohe Energiekomponente von fast 20 Prozent aufweise. Darum würden externe Faktoren wie etwa der Ölpreisverfall eine überdurchschnittlich große Rolle für diesen Sektor spielen. "Die relativ hohen Abflüsse aus Publikumsfonds, die erst in jüngster Zeit wieder nachzulassen scheinen, verstärken das Ganze", so Brils.
Angesichts weiter steigender Spreads stelle sich die Frage: Würden sich Hochzinsanleihen wieder lohnen? Beobachtungen würden zeigen, dass die Spreadentwicklung tendenziell spätere Ausfälle vorwegnehme, sodass bereits eingepreiste Ausfallszenarien Rückschlüsse darauf geben würden, wo vom Markt nicht identifizierte Chancen lägen. Analysiere man die Quote der ausfallgefährdeten oder bereits ausgefallenen Titel (Distressed Ratio), dann falle zweierlei auf: Viele Marktbeobachter würden weiter steigende Ausfallquoten im Hochzinssegment erwarten.
"Die Ausfälle dürften sich allerdings überwiegend auf den Energiesektor konzentrieren", füge Brils an. Dieser werde bereits zu Distressed-Kursen gehandelt, das heiße, die meisten Verluste in diesem Sektor seien wahrscheinlich bereits eingetreten. "Einschließlich Energie liegt die Distressed Ratio bei 18,6 Prozent, die Ausfälle im Energiesektor betragen aktuell knapp 16 Prozent. Die niedrigen Preisniveaus dieser Titel signalisieren aber, dass die meisten Verluste bereits realisiert worden sind und die Kurse den erwarteten Erlösquoten entsprechen", erkläre der Experte.
Die Ausfallquoten müssten deutlich höher sein, jedoch würden die Ratingagenturen beispielweise privat organisierte Umstrukturierungen nicht als selektive Ausfallereignisse klassifizieren. Das ändere allerdings nichts an der Tatsache, dass den Anleihe-Investoren dabei hohe Verluste entstünden. "Wir rechnen mit einem moderaten Anstieg der Ausfallraten im High-Yield-Segment außerhalb des Energiesektors auf etwa vier Prozent", so Brils.
Anhand eines Spread-Relative-Value-Modells beurteile BMO Global Asset Management, welchen Wert die Spreads von Anleihen widerspiegeln würden, wenn man sie in Relation zu den Ausfallraten setze. Demnach seien die Ausfälle außerhalb des Rohstoffsektors mit knapp unter zwei Prozent immer noch niedrig. Unter Berücksichtigung der historischen Distressed Ratio von 13,5 Prozent wären eher sieben bis acht Prozent zu erwarten. "Mittlerweile bestünden selbst dann wieder gute Aussichten auf sinkende Spreads, wenn man eine mögliche Verschlechterung der Bonitäten und steigende Ausfallraten berücksichtigt", so Brils.
Das Modell signalisiere, dass die aktuellen Spreads von etwa 830 Basispunkten eine deutlich höhere Ausfallquote einpreisen würden als die von BMO Global Asset Management erwarteten fast sieben Prozent. Ohne die Ausfälle im Rohstoffsegment sei dies typisch für eine leichte Rezession. Ausgehend von der Annahme, dass es zu einer Rezession komme, ändere sich aber auch die Analyse: Schwere Rezessionen würden in der Regel Spitzenausfallraten von über zehn Prozent verursachen. "Wir setzen in unseren High-Yield-Portfolios auf qualitativ höherwertige Titel und konzentrieren uns auf die Segmente mit BB- und B-Rating. Im Energiesektor halten wir nur eine sehr geringe Allokation: Spreads im BB- und B-Segment, ohne Energie, liegen in den USA und Europa bei durchschnittlich etwa 675 Basispunkten", erkläre Brils.
Sofern keine massive globale Rezession einsetze, dürften diese hohen Spreads attraktive Anlagechancen bieten. Durch den Ausschluss des CCC-Segments und noch schwächerer Bonitäten sowie die Konzentration auf Titel mit BB- und B-Rating, die in etwa dieselbe Bonität aufweisen würden, könnten theoretisch viele Ausfälle und die sich daraus ergebenden Verluste vermieden werden. (Ausgabe vom 01.03.2016)
(02.03.2016/alc/a/a)
"Anleger haben traumatische Monate hinter sich, in denen die Renditespreads gegenüber Staatsanleihen um mehr als einen Prozentpunkt gestiegen sind", erkläre Chris Brils, Head of Global High Yield bei BMO Global Asset Management. Nun aber dürfte seiner Ansicht nach das Schlimmste überstanden sein: "Wir prognostizieren weltweit keine Rezession, so dass im globalen High-Yield-Segment außerhalb des Energiesektors interessante Anlagechancen existieren." Dabei werde die Anlageklasse auch künftig sensibel auf Stimmungsschwankungen angesichts der Ölpreisentwicklungen, des globalen Wachstums, politischer Unsicherheit in Europa sowie der Zeitpunkte künftiger US-Zinserhöhungen reagieren.
Die eigentliche Attraktivität von Hochzinsen liege in ihren laufenden Renditen und ihrer relativ geringen Anfälligkeit gegenüber Zinsänderungen. Anlagestrategien, die sich auf höhere Bonitäten im Bereich der Ratings BB und B konzentrieren würden, dürften den breiteren High-Yield-Markt übertreffen, sofern es gelänge, ausfallgefährdete Titel weitgehend zu vermeiden und etwaige Verluste aus Kreditausfällen zu minimieren.
Seit Oktober 2015 hätten Anleger, Brils zufolge, weltweit im großen Stil Mittel aus High-Yield-Publikumsfonds abgezogen. Die Angst vor einer von China ausgelösten globalen Wachstumsdelle und dem weiteren Ölpreisverfall hätten dabei eine wichtige Rolle gespielt. Dominiert werde der globale High-Yield-Markt von den USA, deren Hochzinsmarkt eine hohe Energiekomponente von fast 20 Prozent aufweise. Darum würden externe Faktoren wie etwa der Ölpreisverfall eine überdurchschnittlich große Rolle für diesen Sektor spielen. "Die relativ hohen Abflüsse aus Publikumsfonds, die erst in jüngster Zeit wieder nachzulassen scheinen, verstärken das Ganze", so Brils.
"Die Ausfälle dürften sich allerdings überwiegend auf den Energiesektor konzentrieren", füge Brils an. Dieser werde bereits zu Distressed-Kursen gehandelt, das heiße, die meisten Verluste in diesem Sektor seien wahrscheinlich bereits eingetreten. "Einschließlich Energie liegt die Distressed Ratio bei 18,6 Prozent, die Ausfälle im Energiesektor betragen aktuell knapp 16 Prozent. Die niedrigen Preisniveaus dieser Titel signalisieren aber, dass die meisten Verluste bereits realisiert worden sind und die Kurse den erwarteten Erlösquoten entsprechen", erkläre der Experte.
Die Ausfallquoten müssten deutlich höher sein, jedoch würden die Ratingagenturen beispielweise privat organisierte Umstrukturierungen nicht als selektive Ausfallereignisse klassifizieren. Das ändere allerdings nichts an der Tatsache, dass den Anleihe-Investoren dabei hohe Verluste entstünden. "Wir rechnen mit einem moderaten Anstieg der Ausfallraten im High-Yield-Segment außerhalb des Energiesektors auf etwa vier Prozent", so Brils.
Anhand eines Spread-Relative-Value-Modells beurteile BMO Global Asset Management, welchen Wert die Spreads von Anleihen widerspiegeln würden, wenn man sie in Relation zu den Ausfallraten setze. Demnach seien die Ausfälle außerhalb des Rohstoffsektors mit knapp unter zwei Prozent immer noch niedrig. Unter Berücksichtigung der historischen Distressed Ratio von 13,5 Prozent wären eher sieben bis acht Prozent zu erwarten. "Mittlerweile bestünden selbst dann wieder gute Aussichten auf sinkende Spreads, wenn man eine mögliche Verschlechterung der Bonitäten und steigende Ausfallraten berücksichtigt", so Brils.
Das Modell signalisiere, dass die aktuellen Spreads von etwa 830 Basispunkten eine deutlich höhere Ausfallquote einpreisen würden als die von BMO Global Asset Management erwarteten fast sieben Prozent. Ohne die Ausfälle im Rohstoffsegment sei dies typisch für eine leichte Rezession. Ausgehend von der Annahme, dass es zu einer Rezession komme, ändere sich aber auch die Analyse: Schwere Rezessionen würden in der Regel Spitzenausfallraten von über zehn Prozent verursachen. "Wir setzen in unseren High-Yield-Portfolios auf qualitativ höherwertige Titel und konzentrieren uns auf die Segmente mit BB- und B-Rating. Im Energiesektor halten wir nur eine sehr geringe Allokation: Spreads im BB- und B-Segment, ohne Energie, liegen in den USA und Europa bei durchschnittlich etwa 675 Basispunkten", erkläre Brils.
Sofern keine massive globale Rezession einsetze, dürften diese hohen Spreads attraktive Anlagechancen bieten. Durch den Ausschluss des CCC-Segments und noch schwächerer Bonitäten sowie die Konzentration auf Titel mit BB- und B-Rating, die in etwa dieselbe Bonität aufweisen würden, könnten theoretisch viele Ausfälle und die sich daraus ergebenden Verluste vermieden werden. (Ausgabe vom 01.03.2016)
(02.03.2016/alc/a/a)


