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Besicherte High Yield-Anleihen: Der Markt wächst und gewinnt Marktanteile


19.12.23 10:33
Swisscanto

Zürich (www.anleihencheck.de) - Es wird viel darüber spekuliert, ob die US-Notenbank in der Lage sein wird, die Zinsen präventiv zu senken, bevor der Arbeitsmarkt wesentlich beeinträchtigt wird, so Roland Hausheer, Head Credit Specialties von Swisscanto.

Ein erfolgreiches Soft Landing wäre natürlich das bestmögliche und positivste Ergebnis für High Yield-Anleihen, da die Kombination aus sinkender Inflation und einer (sogar langsam) wachsenden Wirtschaft wahrscheinlich zu tieferen Spreads und somit zu attraktiven Gesamtrenditen führen würde. Selbst wenn es nicht zu einem Soft Landing komme, seien die Aussichten für Hochzinsanleihen durchaus intakt. Als Anlageklasse würden sich Hochzinsanleihen insofern von Aktien unterscheiden, als sie für eine gute Performance kein starkes Wirtschaftswachstum benötigen würden. Vielmehr komme es bei High Yield-Bonds vor allem darauf an, ob ein Emittent in der Lage sei, die Zinszahlungen für seine ausstehenden Verbindlichkeiten weiterhin zu leisten. Ein langsames BIP-Wachstum oder sogar ein kurzer Zeitraum mit leicht negativem Wachstum werde nicht zu einem signifikanten Anstieg der Zahlungsausfälle führen.

Generell sei die Qualität des High Yield-Markts heute viel höher als in früheren Zeiten. Während Europa in der Vergangenheit eher ein Markt mit einem BB-Rating gewesen sei, hätten die meisten US-amerikanischen Hochzinsanleihen heute ebenfalls ein BB-Rating - ein seismischer Wandel im Vergleich zu vor einem Jahrzehnt. Die Unternehmen auf dem Hochzinsmarkt seien heute auch größer und global diversifizierter als in der Vergangenheit. Dazu würden beispielsweise bekannte globale Champions wie Rolls-Royce, Vodafone, American Airlines oder Renault zählen. Erfreulicherweise hätten viele dieser Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Bilanz gestärkt, sodass sie von einem fundamentalen Standpunkt aus gut auf einen möglichen Abschwung vorbereitet seien. Der Nettoverschuldungsgrad der Unternehmen sei sowohl in den USA als auch in Europa mit etwa 3,3x beziehungsweise 3,6x generell gesund.

Die technischen Faktoren am Markt für Hochzinsanleihen seien sehr robust. Dies unterstütze die Widerstandsfähigkeit der Anlageklasse weiterhin. Ein Grund dafür sei das Rekordniveau (USD 113 Mrd.) der Rising Stars im Jahr 2022, das die Fallen Angels (USD -13,6 Mrd.) deutlich übertroffen habe. Auch in den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 hätten die Rising-Star-Aktivitäten die Fallen Angels um über USD 70 Mrd. übertroffen. Diese Abwanderung von Unternehmen in das Investment Grade-Universum habe zu einer Verringerung des High-Yield-Markts geführt, der 2022 um 11% geschrumpft sei. Und für 2023 werde ein weiterer Rückgang um 5% erwartet. Gleichzeitig liege das Volumen der Neuemissionen seit zwei Jahren auf einem Rekordtief. Aus technischer Sicht bedeute dies, dass der gleichen Menge an USD weniger Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung stünden und der Anlageklasse einen starken technischen Rückenwind verleihe.

Der Markt für besicherte High Yield-Anleihen wachse und gewinne gegenüber regulären Hochzinsanleihen Marktanteile. Im vergangenen Jahr sei die überwiegende Mehrheit der Neuemissionen in den USA (62%) und in EUR (65%) in Form von besicherten Hochzinsanleihen begeben worden. Das sei der höchste Anteil in der Geschichte. Die Unternehmen würden es vorziehen, besicherte Anleihen zu begeben, um ihre Kapitalkosten zu optimieren.

Zweitens sehen wir mehr Refinanzierungen, wobei Bankloans mit besicherten High Yield-Anleihen ersetzt werden, da der Loanmarkt unter einem Nachfragerückgang leidet, so die Experten von Swisscanto. Für Anleger bedeute dies ein größeres und breiteres Universum, aus dem sie wählen könnten, und mehr Renditemöglichkeiten. Darüber hinaus bedeute es einen besseren Schutz vor Verlusten, da der Anteil der besicherten Anleihen steige.

Besicherte Anleihen würden ihren Wert in einem Abschwung in der Regel deutlich besser schützen als normale Hochzinsanleihen aufgrund ihres vorrangigen Anspruchs auf die Sicherheiten (Assets/Wertanlagen) des Emittenten. Und last but not least: Besicherte Anleihen hätten in den vergangenen drei Jahren um insgesamt mehr als 3% besser abgeschnitten als reguläre Hochzinsanleihen. (19.12.2023/alc/a/a)