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Beschleunigte Weltkonjunktur und Ende des billigen Geldes - FED wird ihre Anleihekäufe stetig zurückschrauben
08.01.14 11:44
Saxo Bank
Kopenhagen (www.anleihencheck.de) - Die auf Multi-Asset-Anlagen spezialisierte Investmentbank Saxo Bank hat ihren ersten Marktausblick des neuen Jahres veröffentlicht, so die Experten der Saxo Bank.
Im Mittelpunkt stünden darin wie gewohnt das gesamtwirtschaftliche Umfeld und einzelne Assetklassen sowohl mit Blick auf das erste Quartal als auch das Gesamtjahr 2014. So erwarten die Experten der Saxo Bank etwa, dass die asiatischen Schwellenländer sich im Jahresverlauf als Schwachpunkt der globalen Wirtschaft erweisen werden. Davon werde insbesondere Europas Ausfuhrmarkt betroffen sein. Die Weltwirtschaft insgesamt werde jedoch beschleunigt wachsen.
Hinsichtlich Aktien würden die Saxo Bank Analysten noch keine Anzeichen für eine Blase sehen und von einem durchschnittlichen Kursanstieg von 10 Prozent für internationale Aktien ausgehen. Am Devisenmarkt wiederum stünden die Zeichen auf "Entwöhnung vom billigen Geld" und einem Erstarken des US-Dollars.
"Unruheherd" bleibe hier die Eurozone. Für die Rohstoffmärkte dürfte laut Saxo Bank auch 2014 ein schwieriges Jahr werden, in dem die Preise weiter auf Talfahrt gehen könnten. Am Energiemarkt sei zum ersten Mal seit langer Zeit denkbar, dass das weltweite Angebot an Rohöl die Nachfrage übersteigen könnte.
Nachdem die asiatischen Schwellenländer auch während der aktuellen Krise hinreichend zur Weltkonjunktur beigetragen hätten, dürften sie sich im Laufe dieses Jahres als weltwirtschaftlicher Schwachpunkt erweisen. Die Investitionstätigkeit in dieser Region habe beachtliche 43 Prozent der Wirtschaftsleistung erreicht, während sich das Wachstumstempo auf knapp 6 Prozent verlangsamt habe. Damit sei laut Saxo Bank Chefvolkswirt Steen Jakobsen der leichte Teil des Wachstumszyklus definitiv vorbei, und einige Schwellenländer würden sich bereits aktiv bemühen, ihre konjunkturelle Entwicklung zu zügeln. Dies müsse für Asien nicht unbedingt negativ sein. Die asiatischen Schwellenländer müssten ohnehin einer Überhitzung gegensteuern und ihr Wirtschaftsmodell überdenken. Europa könnten die Probleme an Europas größtem Ausfuhrmarkt indes belasten.
Von den asiatischen Schwellenländern abgesehen, dürfte sich das Weltwirtschaftswachstum nach Prognosen der Saxo Bank von 2,0 Prozent in 2013 auf 2,8 Prozent in 2014 beschleunigen. Dieser Zuwachs werde der Entwicklung in den USA zu verdanken sein, wo insbesondere privater Konsum und private Investitionstätigkeit die Wachstumsrate auf nahezu 3,0 Prozent treiben würden. Mit zunehmender wirtschaftlicher Dynamik werde sich der Tapering-Prozess verstärken. Im Ergebnis könnte das den Ausstieg aus dem QE in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 bedeuten.
Die Eurozone befinde sich laut Saxo Bank auf dem Weg der Besserung; 2014 könnte das Wachstum mit einer Zuwachsrate von 0,8 Prozent wieder in den positiven Bereich klettern. Doch die Aussichten für Deutschland und insbesondere Frankreich seien eher düster. So sei es Frankreich nicht gelungen, trotz gestiegener öffentlicher Ausgaben die Wirtschaft anzukurbeln. Die Inflationsrate sei in der Eurozone seit mittlerweile zwei Jahren rückläufig. Mit einer deutlichen Trendwende sei in diesem Jahr nicht zu rechnen. Insofern spreche immer noch viel für eine weitere geldpolitische Lockerung durch die EZB, aller Wahrscheinlichkeit nach in Form eines neuen LTRO.
Steen Jakobsen, Chefvolkswirt der Saxo Bank, kommentiere den Ausblick: "Die Makroindikatoren waren lange nicht mehr so günstig. Erfreulich ist zunächst, dass dies den letzten Akt der Krise markiert. In den Jahren 2014/2015 wird der allmähliche Ausstieg aus der quantitativen Lockerung und der Politik des leichten Geldes stattfinden. Wir werden ein stabileres Wachstum erleben und - hoffentlich - einen echten Wandel. Die Welt ist derart aus dem Gleichgewicht geraten, dass es nur noch besser werden kann."
Peter Garnry, leitender Aktienstratege bei Saxo Bank, betonte, dass die Investition in Aktien nach wie vor Voraussetzung für deutliche Kapitalzuwächse sei. Das relative Re-Pricing zwischen Aktien und Anleihen werde sich auch 2014 fortsetzen, denn seit 1995 liege der Gesamtertrag bei Aktien gegenüber Anleihen noch unter dem Niveau der Aktienrisikoprämien.
"Behauptungen, dass sich eine Aktienblase gebildet hat, sollte man keine Beachtung schenken. 2014 besteht die größte Gefahr eher darin, bei risikoreicheren Werten untergewichtet zu sein", so Peter Garnry.
Für 2014 prognostiziere die Saxo Bank einen durchschnittlichen Kursanstieg von 10 Prozent für internationale Aktien. Zu den "Top Picks" der Saxo Bank würden u.a. General Electric, Microsoft und BNP Paribas zählen.
Der Markt gehe laut John J. Hardy, Leiter Devisenstrategie bei der Saxo Bank, davon aus, dass die FED den Ausstieg aus dem QE ganz allmählich vollziehen und ihre Anleihekäufe stetig zurückschrauben werde. Im Ergebnis dürfte der US-Dollar deutlich an Boden gewinnen. Dieser Anstieg könnte laut Hardy sehr stark ausfallen, wenn die Märkte die Nerven verlieren sollten.
Vor allem gegenüber den weniger liquiden G10- und Emerging-Market-Währungen könnte der Dollar zulegen, in geringerem Maße gegenüber Yen und anderen wichtigen Währungen.
Dazu John J. Hardy: "Im ersten Quartal 2014 wird man sich intensiv bemühen, den Devisenmarkt von der Politik des billigen Geldes zu entwöhnen. Die Eurozone könnte sich allerdings als Unruheherd erweisen: Sofern die EZB keine dezidierten Maßnahmen ergreift, um ihre Bilanz auszuweiten, ist mit erheblichen Ressentiments in den Ländern an der Euro-Peripherie zu rechnen."
Die Saxo Bank setze im ersten Quartal 2014 vor allem auf folgende Positionen: long USD/CAD, long USD/JPY und long GBP/NZD.
Bei Rohstoffen stehe laut Saxo Bank ein weiteres schwieriges Jahr an, in dem die Preise weiter purzeln könnten. Mit rückläufigen Zuwachsraten in den Schwellenländern - nicht zuletzt China - habe sich die Nachfrageentwicklung auf relativ niedrigem Niveau eingependelt.
Am Energiemarkt müsse man zum ersten Mal seit langer Zeit die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das weltweite Angebot an Rohöl die Nachfrage übersteigen könnte. Dies liege zumindest teilweise am Anstieg der Ölförderung außerhalb der OPEC. Außerdem dürfte der Durchschnittspreis für Brent Crude weiter in Richtung USD 105 pro Barrel sinken. Nachdem der Goldpreis im Jahr 2013 zum ersten Mal seit 13 Jahren gefallen sei, sei die Saxo Bank im Hinblick auf seine Entwicklung im weiteren Jahresverlauf vorsichtig optimistisch. Im ersten Quartal dürfte der Goldpreis bei durchschnittlich USD 1,225 pro Feinunze liegen.
Ole S. Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank, kommentiere: "Übermäßige Wachstumserwartungen zu Beginn des Jahres bergen das Risiko, dass die Anleger die weitere Preisentwicklung vor allem bei Rohöl und Industriemetallen zu optimistisch einschätzen. Insofern könnte sich die starke Performance, die wir in den vergangenen drei Jahren jeweils im Januar erlebt haben, zunächst wiederholen, um dann durch eine gegenläufige Entwicklung im weiteren Quartalsverlauf wieder wettgemacht zu werden." (08.01.2014/alc/a/a)
Im Mittelpunkt stünden darin wie gewohnt das gesamtwirtschaftliche Umfeld und einzelne Assetklassen sowohl mit Blick auf das erste Quartal als auch das Gesamtjahr 2014. So erwarten die Experten der Saxo Bank etwa, dass die asiatischen Schwellenländer sich im Jahresverlauf als Schwachpunkt der globalen Wirtschaft erweisen werden. Davon werde insbesondere Europas Ausfuhrmarkt betroffen sein. Die Weltwirtschaft insgesamt werde jedoch beschleunigt wachsen.
Hinsichtlich Aktien würden die Saxo Bank Analysten noch keine Anzeichen für eine Blase sehen und von einem durchschnittlichen Kursanstieg von 10 Prozent für internationale Aktien ausgehen. Am Devisenmarkt wiederum stünden die Zeichen auf "Entwöhnung vom billigen Geld" und einem Erstarken des US-Dollars.
"Unruheherd" bleibe hier die Eurozone. Für die Rohstoffmärkte dürfte laut Saxo Bank auch 2014 ein schwieriges Jahr werden, in dem die Preise weiter auf Talfahrt gehen könnten. Am Energiemarkt sei zum ersten Mal seit langer Zeit denkbar, dass das weltweite Angebot an Rohöl die Nachfrage übersteigen könnte.
Nachdem die asiatischen Schwellenländer auch während der aktuellen Krise hinreichend zur Weltkonjunktur beigetragen hätten, dürften sie sich im Laufe dieses Jahres als weltwirtschaftlicher Schwachpunkt erweisen. Die Investitionstätigkeit in dieser Region habe beachtliche 43 Prozent der Wirtschaftsleistung erreicht, während sich das Wachstumstempo auf knapp 6 Prozent verlangsamt habe. Damit sei laut Saxo Bank Chefvolkswirt Steen Jakobsen der leichte Teil des Wachstumszyklus definitiv vorbei, und einige Schwellenländer würden sich bereits aktiv bemühen, ihre konjunkturelle Entwicklung zu zügeln. Dies müsse für Asien nicht unbedingt negativ sein. Die asiatischen Schwellenländer müssten ohnehin einer Überhitzung gegensteuern und ihr Wirtschaftsmodell überdenken. Europa könnten die Probleme an Europas größtem Ausfuhrmarkt indes belasten.
Von den asiatischen Schwellenländern abgesehen, dürfte sich das Weltwirtschaftswachstum nach Prognosen der Saxo Bank von 2,0 Prozent in 2013 auf 2,8 Prozent in 2014 beschleunigen. Dieser Zuwachs werde der Entwicklung in den USA zu verdanken sein, wo insbesondere privater Konsum und private Investitionstätigkeit die Wachstumsrate auf nahezu 3,0 Prozent treiben würden. Mit zunehmender wirtschaftlicher Dynamik werde sich der Tapering-Prozess verstärken. Im Ergebnis könnte das den Ausstieg aus dem QE in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 bedeuten.
Die Eurozone befinde sich laut Saxo Bank auf dem Weg der Besserung; 2014 könnte das Wachstum mit einer Zuwachsrate von 0,8 Prozent wieder in den positiven Bereich klettern. Doch die Aussichten für Deutschland und insbesondere Frankreich seien eher düster. So sei es Frankreich nicht gelungen, trotz gestiegener öffentlicher Ausgaben die Wirtschaft anzukurbeln. Die Inflationsrate sei in der Eurozone seit mittlerweile zwei Jahren rückläufig. Mit einer deutlichen Trendwende sei in diesem Jahr nicht zu rechnen. Insofern spreche immer noch viel für eine weitere geldpolitische Lockerung durch die EZB, aller Wahrscheinlichkeit nach in Form eines neuen LTRO.
Steen Jakobsen, Chefvolkswirt der Saxo Bank, kommentiere den Ausblick: "Die Makroindikatoren waren lange nicht mehr so günstig. Erfreulich ist zunächst, dass dies den letzten Akt der Krise markiert. In den Jahren 2014/2015 wird der allmähliche Ausstieg aus der quantitativen Lockerung und der Politik des leichten Geldes stattfinden. Wir werden ein stabileres Wachstum erleben und - hoffentlich - einen echten Wandel. Die Welt ist derart aus dem Gleichgewicht geraten, dass es nur noch besser werden kann."
"Behauptungen, dass sich eine Aktienblase gebildet hat, sollte man keine Beachtung schenken. 2014 besteht die größte Gefahr eher darin, bei risikoreicheren Werten untergewichtet zu sein", so Peter Garnry.
Für 2014 prognostiziere die Saxo Bank einen durchschnittlichen Kursanstieg von 10 Prozent für internationale Aktien. Zu den "Top Picks" der Saxo Bank würden u.a. General Electric, Microsoft und BNP Paribas zählen.
Der Markt gehe laut John J. Hardy, Leiter Devisenstrategie bei der Saxo Bank, davon aus, dass die FED den Ausstieg aus dem QE ganz allmählich vollziehen und ihre Anleihekäufe stetig zurückschrauben werde. Im Ergebnis dürfte der US-Dollar deutlich an Boden gewinnen. Dieser Anstieg könnte laut Hardy sehr stark ausfallen, wenn die Märkte die Nerven verlieren sollten.
Vor allem gegenüber den weniger liquiden G10- und Emerging-Market-Währungen könnte der Dollar zulegen, in geringerem Maße gegenüber Yen und anderen wichtigen Währungen.
Dazu John J. Hardy: "Im ersten Quartal 2014 wird man sich intensiv bemühen, den Devisenmarkt von der Politik des billigen Geldes zu entwöhnen. Die Eurozone könnte sich allerdings als Unruheherd erweisen: Sofern die EZB keine dezidierten Maßnahmen ergreift, um ihre Bilanz auszuweiten, ist mit erheblichen Ressentiments in den Ländern an der Euro-Peripherie zu rechnen."
Die Saxo Bank setze im ersten Quartal 2014 vor allem auf folgende Positionen: long USD/CAD, long USD/JPY und long GBP/NZD.
Bei Rohstoffen stehe laut Saxo Bank ein weiteres schwieriges Jahr an, in dem die Preise weiter purzeln könnten. Mit rückläufigen Zuwachsraten in den Schwellenländern - nicht zuletzt China - habe sich die Nachfrageentwicklung auf relativ niedrigem Niveau eingependelt.
Am Energiemarkt müsse man zum ersten Mal seit langer Zeit die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das weltweite Angebot an Rohöl die Nachfrage übersteigen könnte. Dies liege zumindest teilweise am Anstieg der Ölförderung außerhalb der OPEC. Außerdem dürfte der Durchschnittspreis für Brent Crude weiter in Richtung USD 105 pro Barrel sinken. Nachdem der Goldpreis im Jahr 2013 zum ersten Mal seit 13 Jahren gefallen sei, sei die Saxo Bank im Hinblick auf seine Entwicklung im weiteren Jahresverlauf vorsichtig optimistisch. Im ersten Quartal dürfte der Goldpreis bei durchschnittlich USD 1,225 pro Feinunze liegen.
Ole S. Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank, kommentiere: "Übermäßige Wachstumserwartungen zu Beginn des Jahres bergen das Risiko, dass die Anleger die weitere Preisentwicklung vor allem bei Rohöl und Industriemetallen zu optimistisch einschätzen. Insofern könnte sich die starke Performance, die wir in den vergangenen drei Jahren jeweils im Januar erlebt haben, zunächst wiederholen, um dann durch eine gegenläufige Entwicklung im weiteren Quartalsverlauf wieder wettgemacht zu werden." (08.01.2014/alc/a/a)


