Basis-Inflationstrend bleibt vorerst hoch


31.03.23 10:45
Merck Finck

München (www.anleihencheck.de) - Die ab diesem Monat überwiegend von den Energiepreisen verursachten Basiseffekte, welche die Gesamtinflationszahlen für März spürbar dämpfen, können nach Ansicht von Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck a Quintet Private Bank, nicht über das eigentliche Problem hinwegtäuschen.

Der hohe Basis-Inflationstrend verfestige sich zunehmend. Greil rechne aufgrund anhaltender Preissteigerungen gerade im Nahrungsmittel- und in den meisten Dienstleistungsbereichen in den kommenden Monaten noch mit keiner größeren Entspannung beim Basis-Inflationstrend. Greil: "Vorerst geben viele Firmen nicht nur ihre steigenden Kosten an ihre Kunden weiter, sondern schlagen auch noch etwas drauf - daher erweisen sich auch die Gewinnmargen vieler Unternehmen als stabiler als vom Markt erwartet."

Er blicke auch mit zunehmender Sorge auf die Lohntrends: "Die weiter ausstehende Einigung im öffentlichen Dienst zeigt wie viele weitere Lohnverhandlungen in Europa, dass auch von der Lohnseite vorerst mit keiner Entspannung für den weiteren Inflationstrend zu rechnen ist."

Kommende Woche stünden am Montag und Mittwoch die finalen März-Einkaufsmanagerindices für Europa inklusive Deutschlands sowie für die USA auf der Agenda. Für Amerika werde zudem am Mittwoch der Aktivitätsbericht des Institute for Supply Management (ISM) für den Dienstleistungsbereich einen Einblick in die tatsächliche US-Konjunkturentwicklung bieten. Weitere wichtige amerikanische Makrotermine seien am Dienstag die Veröffentlichung der Auftragseingänge der Industrie im Februar, am Mittwoch die Handelsbilanz für denselben Monat sowie am Freitag Kerninflationsdaten und vor allem der Arbeitsmarktbericht für März.

In Deutschland stehe die entsprechende Handelsbilanz bereits am Dienstag an, bevor am Mittwoch die Auftragseingänge und am Donnerstag die Industrieproduktion für Februar folgen würden. Und für den gesamten Euroraum würden am Dienstag die Produzentenpreise im Februar vermeldet. In Asien schließlich stünden mehrere Einkaufsmanagerindexveröffentlichungen im Fokus, in China am Montag und Donnerstag und in Japan am Montag und Mittwoch. (31.03.2023/alc/a/a)