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Im Bann der kommenden FED-Sitzung


18.12.18 12:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das vermutlich wichtigste Ereignis in dieser Woche dürfte die am Mittwoch zu Ende gehende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) sein, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Und vergleiche man diese Sitzung mit derjenigen vom September, als der Leitzins zum letzten Mal erhöht worden sei, würden sich im Vorfeld nur wenige Unterschiede ergeben. Damals sei man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Zinsschritt ausgegangen, und dieser sei zu 100 Prozent bereits ein paar Tage vor der damaligen Sitzung eingepreist gewesen. Auch für Mittwoch erwarte das Gros der Marktteilnehmer, dass es noch einmal eine Zinserhöhung von 25 Basispunkten geben werde. Bereits gestern habe US-Präsident Donald Trump wieder einmal via Twitter lamentiert und sich darüber beschwert, dass die FED offenbar einen Zinsschritt in Erwägung ziehe, obgleich der Dollar sehr stark sei und es (in den USA) praktisch keine Inflation gebe.

Aber auch andere, nicht unbedeutende Kritiker der geldpolitischen Linie der US-Notenbank würden sich derzeit zu Wort melden. So forderten etwa der Investor Stanley Druckenmiller und das ehemalige Mitglied des FED-Direktoriums, Kevin Warsh, in einem gemeinsamen Beitrag, der gestern im "Wall Street Journal" erschien, dass die US-Notenbank ihre Strategie ändern muss: Angesichts der jüngsten ökonomischen Veränderungen und Marktentwicklungen solle sie ihre Doppelstrategie ("double barreled blitz") steigender Leitzinsen, verbunden mit einem Bilanzabbau ("Quantitative Tightening"), zumindest zeitweise aussetzen, so die Deutsche Bank AG.

Überhaupt wäre die FED mit dem Amtsantritt von Jerome Powell im Februar gerade angesichts der Effekte der Steuerreform und (gelockerter) Regulierungsvorschriften besser beraten gewesen, ihre (aufgeblähte) Bilanz rasch und entschlossen zurückzufahren, bevor sie die Zinsen erhöht hätte, hätten die beiden Autoren kritisiert. Eine Strategie, die ein wenig an die derzeitige geldpolitische Linie der Europäischen Zentralbank erinnere. (18.12.2018/alc/a/a)