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Bank of Korea: Balanceakt zwischen Wachstum und Stabilität


19.07.19 09:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Überraschend senkte nun die Bank of Korea (BoK) den Leitzins von 1,75 auf 1,50 Prozent, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Damit habe sich Südkorea der Welle geldpolitischer Lockerungen angeschlossen, die derzeit über Asien schwappe. Die Notenbank habe zudem ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 2,5 auf 2,2 Prozent angepasst und die erwartete Inflationsrate auf 0,7 Prozent reduziert. Begründet worden sei dies mit den anhaltenden Spannungen im Handelskonflikt zwischen USA und China, der vor allem die Tech-Industrie belaste. Südkorea gelte in den internationalen Lieferketten der Branche als wichtiger Knotenpunkt und sei von den Auswirkungen - vor allem auf die Halbleiterexporte - besonders negativ betroffen.

Aber auch den Streit mit Japan über Entschädigungsleistungen hätten die Notenbanker als weiteres konjunkturelles Risiko genannt. Leitzinssenkungen würden für die Finanzstabilität in Südkorea aber auch Gefahren bergen, da sich so die Rekordverschuldung der Haushalte fortsetzen könnte und die bereits hohen Immobilienpreise noch weiter steigen könnten.

Die Analysten hätten mit einer Zinssenkung bereits gerechnet, allerdings erst im nächsten Quartal. Ein weiterer Zinsschritt könnte Anfang 2020 folgen. Sie würden daher von einer schwächeren Notierung des Won gegenüber dem Euro über die nächsten Monate ausgehen. (19.07.2019/alc/a/a)