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Bank of Japan beendet Negativzins-Ära


28.03.24 08:32
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der PMI des Verarbeitenden Gewerbes in Japan stieg im März von 47,2 auf 48,2 Zähler, wies aber auf eine anhaltende Schrumpfung der fertigenden Industrie hin, so die Analysten von Postbank Research.

Die Dynamik im Dienstleistungssektor habe mit einem Wert von 54,9 gegenüber 52,9 im Vormonat angezogen und sei den 19. Monat in Folge auf Wachstumskurs geblieben.

Die Gesamtinflation sei im Februar aufgrund wegfallender Basiseffekte von 2,2 auf 2,8 Prozent geklettert. Die Kernrate, die die Preise für frische Nahrungsmittel und Energie ausklammere, sei hingegen von 3,5 auf 3,2 Prozent gesunken. Sich abzeichnende kräftige Lohnerhöhungen bei den Frühjahrs-Tarifverhandlungen von 5,3 Prozent sollten dazu beitragen, dass sich die Inflation langfristig nahe der 2,0 Prozent verfestigen könne.

Dies ermöglichte der Bank of Japan (BoJ) am 19. März, zum ersten Mal nach 17 Jahren den Leitzins anzuheben. Die Erhöhung bringe den Leitzins von minus 0,1 Prozent in eine Spanne von 0,0 bis 0,1 Prozent. Darüber hinaus habe die BoJ die Steuerung der Zinsstruktur beendet. Zwar würden die Anleihekäufe vorerst kaum verändert fortgesetzt, doch dürfte das Ziel darin bestehen, diese zu reduzieren und nur zur Dämpfung schneller Renditeschwankungen einzusetzen. Zugleich sei der Referenzsatz von 1,0 Prozent für zehnjährige japanische Anleihen abgeschafft worden.

Die vom Markt antizipierte Straffung der Geldpolitik vermochte es nicht, den Japanischen Yen zu stabilisieren, so die Analysten von Postbank Research. Der Yen habe bis auf EUR/JPY 165,35 nachgegeben, ein 16-Jahres-Tief. In den nächsten sechs Monaten könnte er sich auf EUR/JPY 153,00 erholen, wenn die EZB ihren Zinssenkungszyklus erwartungsgemäß beginne. (Währungsbulletin April 2024)
(28.03.2024/alc/a/a)