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Bank of Japan: Zinserhöhungen und hohe Lohnabschlüsse
20.03.24 13:51
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Diese Woche beschloss die Bank of Japan, die Zinssätze zum ersten Mal seit 17 Jahren anzuheben, und kündigte außerdem das Ende mehrerer quantitativer Lockerungsmaßnahmen an, so Junichi Inoue, Head of Japanese Equities bei Janus Henderson Investors.
Der Markt habe seit der zweiten Jahreshälfte 2023 mit der Abschaffung der Negativzinsen im Frühjahr 2024 gerechnet. Allerdings seien die inländischen Wirtschaftsindikatoren gebremst worden, und es habe geteilte Meinungen über die Frage einer Entscheidung bis zum Ende des Haushaltsjahres im März gegeben. Die in der vergangenen Woche nacheinander angekündigten Lohnerhöhungen für das neue Fiskaljahr hätten jedoch deutlich über den Erwartungen gelegen, was die Diskussionen auf der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan beeinflusst haben dürfte.
Im vergangenen Frühjahr seien die Löhne als Reaktion auf die Inflation um durchschnittlich 3,6% angehoben worden, die höchste Steigerung in diesem Jahrhundert. Dennoch hätten sie nicht mit der Inflation Schritt gehalten, was zu anhaltend negativen Realeinkommen geführt habe. Allerdings bestimme nicht die Inflation allein das Einkommenswachstum, und Japan habe einen Auslöser gebraucht, um ein neues Regime für ein nachhaltiges Einkommenswachstum und die Fortsetzung eines stabilen, sanften Inflationstrends zu entwickeln. Und das sei überraschend geschehen.
Einen halben Monat vor Beginn des neuen Fiskaljahres hätten große Unternehmen Lohnerhöhungen angekündigt, die weit über der derzeitigen Inflationsrate von etwa 2% gelegen hätten, darunter Subaru mit +5,0%, Kirin mit +7,5%, Hitachi mit +5,5%, Dai-ichi Life mit +6,0% und Nippon Steel mit +14,2%. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen seien ebenfalls Steigerungen von 4 bis 5% verzeichnet worden. Die Erklärungen der Unternehmensleitungen würden den Wunsch nach einer Korrektur der niedrigen Löhne für die allgemeine Belegschaft zeigen, die im Vergleich zu den kontinuierlichen Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten in Übersee, den Dividenden und den Vergütungen für die Führungskräfte seit langem bestehe.
Trotz steigender Gewinne und verbesserter Produktivität japanischer Unternehmen seien die Reallöhne für inländische Arbeitnehmer aufgrund der Preisstagnation über 20 Jahre lang unverändert geblieben. Die Angleichung des Lohnniveaus werde sich wohl über mehrere Jahre hinziehen. Es zeige sich, dass die Früchte der vor zwölf Jahren begonnenen Reformen des Unternehmenssektors endlich bei den Einkommen ankommen würden.
Die vom Markt erwarteten Zinserhöhungen von insgesamt 50 Basispunkten, eine in der zweiten Jahreshälfte 2024 und eine weitere im Jahr 2025, könnten konservativ sein, sofern wir uns in einem positiven Zyklus befinden, so die Experten von Janus Henderson Investors. Unter Berücksichtigung der Auswirkungen von Lohnerhöhungen auf die Inflationsrate würde bei zwei Zinserhöhungen immer noch ein erheblicher negativer Realzins bestehen bleiben. Der Markt müsse die künftige Entwicklung des Privatkonsums, der Einkommen, der Inflationsraten und der Zinssätze prüfen, was sich positiv auf den Aktienmarkt auswirken könnte. (20.03.2024/alc/a/a)
Der Markt habe seit der zweiten Jahreshälfte 2023 mit der Abschaffung der Negativzinsen im Frühjahr 2024 gerechnet. Allerdings seien die inländischen Wirtschaftsindikatoren gebremst worden, und es habe geteilte Meinungen über die Frage einer Entscheidung bis zum Ende des Haushaltsjahres im März gegeben. Die in der vergangenen Woche nacheinander angekündigten Lohnerhöhungen für das neue Fiskaljahr hätten jedoch deutlich über den Erwartungen gelegen, was die Diskussionen auf der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan beeinflusst haben dürfte.
Einen halben Monat vor Beginn des neuen Fiskaljahres hätten große Unternehmen Lohnerhöhungen angekündigt, die weit über der derzeitigen Inflationsrate von etwa 2% gelegen hätten, darunter Subaru mit +5,0%, Kirin mit +7,5%, Hitachi mit +5,5%, Dai-ichi Life mit +6,0% und Nippon Steel mit +14,2%. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen seien ebenfalls Steigerungen von 4 bis 5% verzeichnet worden. Die Erklärungen der Unternehmensleitungen würden den Wunsch nach einer Korrektur der niedrigen Löhne für die allgemeine Belegschaft zeigen, die im Vergleich zu den kontinuierlichen Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten in Übersee, den Dividenden und den Vergütungen für die Führungskräfte seit langem bestehe.
Trotz steigender Gewinne und verbesserter Produktivität japanischer Unternehmen seien die Reallöhne für inländische Arbeitnehmer aufgrund der Preisstagnation über 20 Jahre lang unverändert geblieben. Die Angleichung des Lohnniveaus werde sich wohl über mehrere Jahre hinziehen. Es zeige sich, dass die Früchte der vor zwölf Jahren begonnenen Reformen des Unternehmenssektors endlich bei den Einkommen ankommen würden.
Die vom Markt erwarteten Zinserhöhungen von insgesamt 50 Basispunkten, eine in der zweiten Jahreshälfte 2024 und eine weitere im Jahr 2025, könnten konservativ sein, sofern wir uns in einem positiven Zyklus befinden, so die Experten von Janus Henderson Investors. Unter Berücksichtigung der Auswirkungen von Lohnerhöhungen auf die Inflationsrate würde bei zwei Zinserhöhungen immer noch ein erheblicher negativer Realzins bestehen bleiben. Der Markt müsse die künftige Entwicklung des Privatkonsums, der Einkommen, der Inflationsraten und der Zinssätze prüfen, was sich positiv auf den Aktienmarkt auswirken könnte. (20.03.2024/alc/a/a)


