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Bank of Japan: Inflationsziel aufgegeben?!
27.04.18 12:00
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Bank of Japan hatte heute durchaus eine kleine Überraschung zu bieten: Während die Hauptparameter der Geldpolitik unverändert blieben, strich sie die Anmerkung, dass sie das 2,0% Inflationsziel im Fiskaljahr 2019 erreichen will, so die Analysten der Nord LB.
Das sei im Grunde genommen das Eingeständnis, dass mehr Zeit nötig sei, diese Vorgabe zu erreichen. Bereits zuvor sei das Datum mehrfach verschoben worden.
Die Analysten hätten häufiger argumentiert, dass das Ziel zum einen zu hoch gesteckt sei - für Japan wäre aus Sicht der Analysten 1,0% ein vernünftigeres Ziel - und zum anderen sei es ein Fehler, sich auf ein konkretes Datum festzulegen, insbesondere wenn es keine Konsequenzen gebe und das Datum nach Gusto verschoben werden könne. Insofern sei etwas mehr Realismus eingekehrt. Tatsächlich sei es gut möglich, dass die 2,0% temporär in 2019 erreicht würden. Mit einer nachhaltigen Überwindung würden die Analysten indes nicht rechnen.
Aktuell seien die Inflationsraten etwas unter Druck, dies indiziere die Tokioter Preisstatistik, die immer etwas früher veröffentlicht werde. Die Inflation in Tokio habe sich im April von 1,0% Y/Y auf 0,5% Y/Y reduziert. Die aktuelle Wechselkursentwicklung und die Teuerung bei den Rohstoffen würden jedoch bald wieder die Preise antreiben. Die 2,0% seien jedoch in weiter Ferne.
Von der Änderung beim Wording abgesehen gebe es wenig Neues. Selbst auf der Pressekonferenz habe eher Zurückhaltung geherrscht. In Bezug auf Wirtschaftsentwicklung habe man sich zufrieden gegeben, die Wachstumsprognosen seien leicht nach oben angepasst worden. Das Staatsanleihen-Ankaufprogramm bleibe beim Volumen von JPY 80 Mrd. - zumindest auf dem Papier. Konkret sei das Volumen derzeit geringer. Hierzu habe es weiterhin keine konkreten Aussagen gegeben.
Wenn die Wirtschaftsentwicklung weiter positiv bleibe, wie sie allgemein gesehen werde - dies setze aber voraus, dass die Trumpsche Handelspolitik nicht zu weiteren Eskalationen führe - könnte die BoJ als einen ersten Schritt in Richtung Normalisierung im Spätsommer das Renditeziel für die Staatsanleihen nach oben setzen. In diesem Kontext gäbe es dann wahrscheinlich auch eine Anpassung des offiziellen Ankaufvolumens.
Der Yen habe auf die kleine Überraschung in Bezug auf das Inflationsziel mit einer marginalen Abwertung reagiert. Die höheren US-Zinsen hätten zuvor jedoch deutlich mehr Effekt auf den Wechselkurs als die heutige Notenbanksitzung gehabt.
Die japanische Notenbank ändere erneut nichts an ihren expansiven geldpolitischen Maßnahmen, löse sich aber weiter vom Inflationsziel. Dieser Schritt sei etwas überraschend gekommen und habe entsprechend kleinere Marktauswirkungen gehabt. Von der Inflation abgesehen könne sich die BoJ in der Tat zufrieden geben. Gebe es keine größere negative Impulse - etwa durch eine Eskalation der handelspolitischen Auseinandersetzungen - könnte als ein erster Schritt im Spätsommer das Renditeziel angepasst werden. (27.04.2018/alc/a/a)
Das sei im Grunde genommen das Eingeständnis, dass mehr Zeit nötig sei, diese Vorgabe zu erreichen. Bereits zuvor sei das Datum mehrfach verschoben worden.
Die Analysten hätten häufiger argumentiert, dass das Ziel zum einen zu hoch gesteckt sei - für Japan wäre aus Sicht der Analysten 1,0% ein vernünftigeres Ziel - und zum anderen sei es ein Fehler, sich auf ein konkretes Datum festzulegen, insbesondere wenn es keine Konsequenzen gebe und das Datum nach Gusto verschoben werden könne. Insofern sei etwas mehr Realismus eingekehrt. Tatsächlich sei es gut möglich, dass die 2,0% temporär in 2019 erreicht würden. Mit einer nachhaltigen Überwindung würden die Analysten indes nicht rechnen.
Von der Änderung beim Wording abgesehen gebe es wenig Neues. Selbst auf der Pressekonferenz habe eher Zurückhaltung geherrscht. In Bezug auf Wirtschaftsentwicklung habe man sich zufrieden gegeben, die Wachstumsprognosen seien leicht nach oben angepasst worden. Das Staatsanleihen-Ankaufprogramm bleibe beim Volumen von JPY 80 Mrd. - zumindest auf dem Papier. Konkret sei das Volumen derzeit geringer. Hierzu habe es weiterhin keine konkreten Aussagen gegeben.
Wenn die Wirtschaftsentwicklung weiter positiv bleibe, wie sie allgemein gesehen werde - dies setze aber voraus, dass die Trumpsche Handelspolitik nicht zu weiteren Eskalationen führe - könnte die BoJ als einen ersten Schritt in Richtung Normalisierung im Spätsommer das Renditeziel für die Staatsanleihen nach oben setzen. In diesem Kontext gäbe es dann wahrscheinlich auch eine Anpassung des offiziellen Ankaufvolumens.
Der Yen habe auf die kleine Überraschung in Bezug auf das Inflationsziel mit einer marginalen Abwertung reagiert. Die höheren US-Zinsen hätten zuvor jedoch deutlich mehr Effekt auf den Wechselkurs als die heutige Notenbanksitzung gehabt.
Die japanische Notenbank ändere erneut nichts an ihren expansiven geldpolitischen Maßnahmen, löse sich aber weiter vom Inflationsziel. Dieser Schritt sei etwas überraschend gekommen und habe entsprechend kleinere Marktauswirkungen gehabt. Von der Inflation abgesehen könne sich die BoJ in der Tat zufrieden geben. Gebe es keine größere negative Impulse - etwa durch eine Eskalation der handelspolitischen Auseinandersetzungen - könnte als ein erster Schritt im Spätsommer das Renditeziel angepasst werden. (27.04.2018/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 23.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


