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Bank of England wartet noch ab
31.10.25 15:45
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die britische Notenbank wird ihren Leitzins zunächst nicht senken, so die Analysten der Helaba.
Einige Daten sowie die Haushaltspolitik würden für Unsicherheit sorgen. Weitere Lockerungen seien jedoch absehbar.
Senken oder nicht senken, das sei hier die Frage - für die Bank of England. Als Nachzügler zu den großen Notenbanken stehe der Sitzungstermin der Bank of England bevor. Während die FED wie erwartet erneut ihren Leitzins reduziert habe, würden EZB und Bank of Japan stillhalten. Japans Notenbank falle hier ohnehin aus dem Rahmen, weil sie sich grundsätzlich auf einem Zinserhöhungskurs befinde. Als unsicherste Notenbankentscheidung gelte die in Großbritannien. Zuletzt habe die Bank of England alle drei Monate den Leitzins gesenkt. Gemäß dieses Lockerungsrhythmus wäre Anfang November eine Zinssenkung fällig. Nur gebe es daran erhebliche Zweifel.
Im Umfeld ihrer letzten Sitzung im September habe sich die britische Notenbank vorsichtig hinsichtlich weiterer Lockerungen gezeigt. Während sich das Konjunkturbild kaum verändert habe, sei zwischenzeitlich die Inflation angezogen. Die jüngsten Preisdaten allerdings hätten wieder etwas Entspannung signalisiert. Zwar befinde sich die Teuerung insgesamt mit 3,8% bzw. die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel mit 3,5% gegenüber Vorjahr noch auf zu hohem Niveau. Aber immerhin sei der Anstieg gebremst. Auch der Lohnanstieg habe wenigstens in der Kernrate nachgelassen. Die Konjunkturdaten hätten sich uneinheitlich entwickelt. Die monatlichen BIP-Zahlen würden auf einen leichten Zuwachs im dritten Quartal, vermutlich um 0,2% zur Vorperiode hindeuten. Angesichts recht solider Stimmungsindikatoren dürfte das Schlussquartal ähnlich ausfallen, so dass die Wirtschaft 2025 insgesamt um 1,5% wachse.
Unsicherheit hinsichtlich der britischen Wirtschaft habe die Politik geschürt. Am 26. November werde die Labour-Regierung ihr neues Budget vorlegen. Angesichts sich abzeichnender Lücken durch Steuerausfälle und Mehrausgaben steige die Spannung, wie Schatzkanzlerin Reeves damit umgehen werde. Steuererhöhungen seien möglich, zumal Premierminister Starmer diese - anders als vor den Wahlen 2024 - zuletzt nicht mehr ausgeschlossen habe. Ob es um direkte Steuern bzw. Sozialversicherungsbeiträge oder die Mehrwertsteuer gehe, sei offen. Ebenso seien Ausgabenkürzungen vorstellbar, wahrscheinlich sei wohl ein Mix aus beidem. Grundsätzlich sollte die Fiskalpolitik das Wachstum 2026 dämpfen, was für mehr Lockerungen spreche. Genauso könnten Erhöhungen indirekter Steuern die Inflation steigen lassen, was dagegenspreche.
Aufgrund der Fiskalpolitik als zusätzlichen Unsicherheitsfaktor werde die Bank of England vermutlich zunächst einmal abwarten. Grundsätzlich werde sie ihren Lockerungskurs aber fortsetzen. Im Frühjahr sollte die Teuerung unter 3% fallen, weshalb sie Spielraum für eine weitere Normalisierung der Leitzinsen habe. Die Bank of England dürfte eher im Dezember oder spätestens im ersten Quartal 2026 ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75% senken. Die Zinssenkungserwartungen seien an den Terminmärkten in den letzten Wochen erheblich gewachsen. Die Kurse der Staatsanleihen hätten daher zugelegt - trotz der Haushaltsproblematik. Das Britische Pfund habe dagegen verloren, der Euro-Pfund-Kurs sei zeitweise über 0,88 geklettert. Die Zinssenkungserwartungen schienen ein wenig überzogen, so dass sich das Pfund wohl etwas erholen werde. (31.10.2025/alc/a/a)
Einige Daten sowie die Haushaltspolitik würden für Unsicherheit sorgen. Weitere Lockerungen seien jedoch absehbar.
Im Umfeld ihrer letzten Sitzung im September habe sich die britische Notenbank vorsichtig hinsichtlich weiterer Lockerungen gezeigt. Während sich das Konjunkturbild kaum verändert habe, sei zwischenzeitlich die Inflation angezogen. Die jüngsten Preisdaten allerdings hätten wieder etwas Entspannung signalisiert. Zwar befinde sich die Teuerung insgesamt mit 3,8% bzw. die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel mit 3,5% gegenüber Vorjahr noch auf zu hohem Niveau. Aber immerhin sei der Anstieg gebremst. Auch der Lohnanstieg habe wenigstens in der Kernrate nachgelassen. Die Konjunkturdaten hätten sich uneinheitlich entwickelt. Die monatlichen BIP-Zahlen würden auf einen leichten Zuwachs im dritten Quartal, vermutlich um 0,2% zur Vorperiode hindeuten. Angesichts recht solider Stimmungsindikatoren dürfte das Schlussquartal ähnlich ausfallen, so dass die Wirtschaft 2025 insgesamt um 1,5% wachse.
Unsicherheit hinsichtlich der britischen Wirtschaft habe die Politik geschürt. Am 26. November werde die Labour-Regierung ihr neues Budget vorlegen. Angesichts sich abzeichnender Lücken durch Steuerausfälle und Mehrausgaben steige die Spannung, wie Schatzkanzlerin Reeves damit umgehen werde. Steuererhöhungen seien möglich, zumal Premierminister Starmer diese - anders als vor den Wahlen 2024 - zuletzt nicht mehr ausgeschlossen habe. Ob es um direkte Steuern bzw. Sozialversicherungsbeiträge oder die Mehrwertsteuer gehe, sei offen. Ebenso seien Ausgabenkürzungen vorstellbar, wahrscheinlich sei wohl ein Mix aus beidem. Grundsätzlich sollte die Fiskalpolitik das Wachstum 2026 dämpfen, was für mehr Lockerungen spreche. Genauso könnten Erhöhungen indirekter Steuern die Inflation steigen lassen, was dagegenspreche.
Aufgrund der Fiskalpolitik als zusätzlichen Unsicherheitsfaktor werde die Bank of England vermutlich zunächst einmal abwarten. Grundsätzlich werde sie ihren Lockerungskurs aber fortsetzen. Im Frühjahr sollte die Teuerung unter 3% fallen, weshalb sie Spielraum für eine weitere Normalisierung der Leitzinsen habe. Die Bank of England dürfte eher im Dezember oder spätestens im ersten Quartal 2026 ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75% senken. Die Zinssenkungserwartungen seien an den Terminmärkten in den letzten Wochen erheblich gewachsen. Die Kurse der Staatsanleihen hätten daher zugelegt - trotz der Haushaltsproblematik. Das Britische Pfund habe dagegen verloren, der Euro-Pfund-Kurs sei zeitweise über 0,88 geklettert. Die Zinssenkungserwartungen schienen ein wenig überzogen, so dass sich das Pfund wohl etwas erholen werde. (31.10.2025/alc/a/a)


