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Bank of England - ein grundlegender Wechsel in der Geldpolitik


17.02.14 13:04
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Die Bank of England hat ihre Geldpolitik geändert, so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Eine Arbeitslosenquote von sieben Prozent sei nicht mehr das entscheidende Kriterium für eine sofortige Zinserhöhung. Nun gelte es, eine Vielzahl von Faktoren im Auge zu behalten.

Das Handeln von Zentralbanken ähnle in vielem einer Seifenoper, so Iggo. Das Ensemble verändere sich mit der Zeit, hysterische Reaktionen auf die Dinge, die gesagt und getan würden, würden in einzelnen Episoden die Spannung steigern, Beobachter würden endlos darüber spekulieren, was als nächstes passieren werde. Und obwohl es eine Vielzahl von Handlungssträngen gebe, bleibe der Plot an sich im Wesentlichen immer gleich.

Aktuell habe die Bank of England einen neuen Handlungsstrang begonnen. Bisher habe gegolten, dass ein Absinken der Arbeitslosenquote unter sieben Prozent einen Zinsschritt auslösen würde. Nun allerdings, da diese Marke in greifbare Nähe gerückt sei, habe BoE-Gouverneur Marc diese Regel durch ein flexibleres Konstrukt ersetzt. "Meine Meinung ist, dass die Geldpolitik damit zum Vorkrisenmodus zurückkehrt. Sie zieht eine breite Spanne volkswirtschaftlicher Entwicklungen als Basis ihrer Entscheidungen heran und versucht, die Wahrscheinlichkeit einzuschätzen, dass sich die Inflationsrate mittelfristig im Zielkorridor bewegen wird", erläutere Iggo.

Die jüngste Entwicklung der Inflationsrate gebe der Bank of England etwas Spielraum. Dadurch sei es möglich, die Leitzinsen länger niedrig zu halten als unter dem bisher geltenden geldpolitischen Regime, das allein von der Entwicklung der Arbeitslosigkeit abgehangen. "Allerdings bleibt das Risiko bestehen, dass die Zinsen noch vor dem Ende dieses Jahres steigen", so Iggo weiter. "Zumindest führt der geldpolitische Wechsel in dieser Hinsicht zu mehr Unsicherheit." (17.02.2014/alc/a/a)