Bank of England belässt den Basiszinssatz bei 0,75% - EWU-Inflationsrate dürfte im April deutlich steigen


03.05.19 12:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe Deutschlands ist im April geringfügig um 0,3 auf 44,4 Punkte gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Sein EWU-Pendant habe sich um 0,4 auf 47,9 Punkte verbessert. Damit seien die vorläufigen gemeldeten Werte jeweils nur marginal korrigiert worden. Der EWU-Index deute damit weiterhin auf einen leichten Schrumpfungsprozess in der Industrie hin, der deutsche Index hingegen nach wie vor auf eine spürbare Kontraktion.

Das geldpolitische Komitee der Bank of England habe auf seiner gestrigen Sitzung den Basiszinssatz bei 0,75% belassen. Die Entscheidung sei einstimmig getroffen worden und habe überdies den Erwartungen entsprochen. Allerdings hätten sich die britischen Währungshüter recht "hawkish" hinsichtlich der Inflationsaussichten geäußert. Dies stütze die Analystenerwartung, dass die Bank of England ihren Leitzins erhöhen könnte, wenn die Hängepartie beim Brexit erst einmal beendet sein werde.

Die EWU-Inflationsrate dürfte im April recht deutlich von 1,4% auf 1,7% gestiegen sein. Während die bislang verfügbaren Daten aus einzelnen Ländern überwiegend für einen leichten Anstieg sprechen würden, lege die Entwicklung der deutschen Verbraucherpreise einen kräftigen Aufschlag nahe. Dies liege an dem überwiegend hierzulande zu beobachtenden "Ostereffekt", der sich in abgeschwächter Form auf die EWU-Ebene übertrage. Bei der EWU-Kerninflation rechnen die Analysten von Postbank Research deshalb ebenfalls mit einem deutlich höheren Wert von 1,1% nach nur 0,8% im März.

Abseits aller monatlichen Schwankungen gehe der langanhaltende US-Konjunkturaufschwung mit einem stetigen Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt einher. Zuletzt habe die Zahl der neugeschaffenen Jobs auf ihrem durchschnittlichen Niveau der vergangenen Jahre gelegen - eine Entwicklung, die sich im April mit einem Plus von 180 Tsd. Stellen fortgesetzt haben sollte. Die Arbeitslosenquote dürfte vor diesem Hintergrund unverändert mit 3,8% ausgewiesen werden. Von Interesse sei aber auch die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne. Deren Vorjahresrate habe sich in den vergangenen Monaten oberhalb der Marke von 3% stabilisiert. Sofern dies für April bestätigt werden sollte, würde es die Richtigkeit der Fed-Entscheidung vom vergangenen Mittwoch, keinen Hinweis auf eine baldige Leitzinssenkung zu geben, nachträglich untermauern.

Trotz der deutlichen Stimmungseintrübung im Verarbeitenden Gewerbe der USA, rechnen die Analysten von Postbank Research für den ISM-Serviceindex im April mit einer positiven Entwicklung. Nachdem sich dieser im vergangenen Monat deutlich verschlechtert habe, erwarten die Analysten nun eine Zunahme von 56,1 auf 57,0 Punkte. (03.05.2019/alc/a/a)