Bank of England: Inflationsrate bleibt unter 2%


20.05.14 11:24
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Zum Jahresbeginn 2014 ist die Jahresrate der Konsumentenpreise in Großbritannien erstmals seit November 2009 wieder unter 2% und damit unter die zentrale Zielmarke der Bank of England gefallen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Im März sei trotz der seit gut einem Jahr sehr dynamischen Konjunkturerholung bei der Teuerung - mit Ausnahme zweier Monate im Herbst 2009 - sogar der tiefste Stand seit Ende 2004 verzeichnet worden (1,6%). Für den aktuellen Berichtsmonat seien zwar aufgrund des späten Ostertermins ein Monatsanstieg von 0,3% und damit eine Jahresrate von 1,8% realistisch, per Saldo bleibe der Preisdruck auch mit Blick auf die nur verhaltenen Lohnsteigerungen aber vorerst weiter gering. Das gebe der Notenbank den Spielraum, die Geldpolitik auf absehbare Zeit noch expansiv zu halten.

In den kommenden Monaten stünden im monetären Entscheidungsgremium dabei einige Veränderungen an. So werde sich die Zusammensetzung des Monetary Policy Committee (MPC) spürbar verändern. Bis August würden drei der neun MPC-Mitglieder aus dem Kreis derer ausscheiden und entsprechend ersetzt, die über die künftige Geldpolitik in Großbritannien befänden. Zwar dürfte sich an der Grundhaltung der Währungshüter hinsichtlich der Notwendigkeit einer vorerst weiterhin expansiven Geldpolitik wenig ändern, die Frage nach dem Grad der Expansion werde aber im weiteren Jahresverlauf - ein weiter solides BIP-Wachstum vorausgesetzt - wohl deutlich an Gewicht gewinnen.

Während die Sentimentindikatoren eine Fortsetzung der jüngsten Wirtschaftsbelebung erwarten lassen würden und die Arbeitslosenquote im März mit 6,8% um einen vollen Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert gelegen habe, zeige sich bei den Löhnen ebenfalls eine leichte Besserung, wenn auch bisher nur in verhaltenem Ausmaß.

Für die Bank of England stelle sich die Frage, ob in diesem Umfeld nicht doch eine schnellere Verschärfung der Geldpolitik angebracht wäre als bisher in Aussicht gestellt. Der aktuelle Inflationsbericht deute mit dem Verweis auf den geringen Preisdruck und die nach wie vor vorhandene Outputlücke jedoch darauf hin, dass wohl erst zur Jahresmitte 2015 mit einer ersten Leitzinserhöhung zu rechnen sei. (20.05.2014/alc/a/a)