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Bank of England: Bevorstehende Zinswende hinterlässt ihre Spuren
05.08.14 11:50
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - "Cool Britannia" stand Ende der 90er Jahre für den kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung Großbritanniens, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Nach der Lehman-Krise sei davon aber nichts mehr zu spüren gewesen. Nun feiere Großbritannien ein Comeback - wenigstens auf der wirtschaftlichen Ebene. Das Bruttoinlandsprodukt habe im ersten Halbjahr um 3,25% zugelegt, die Wirtschaft sei nun bereits im sechsten aufeinander folgenden Quartal mit mehr als 2% gewachsen. Diese robuste Expansion spiegele sich am Arbeitsmarkt wider. Die Arbeitslosenquote sei in den letzten fünf Quartalen von 7,9% auf nunmehr 6,5% gefallen. Auch der Ausblick verheiße Gutes: Der IMF rechne in seiner Juli-Prognose mit einem Wirtschaftswachstum von 3,2% für dieses und 2,7% für das kommende Jahr.
Die stark verbesserten Rahmenbedingungen hätten ihre Wirkung auf die Bank of England (BoE) nicht verfehlt. Diese habe im Juli zwar einstimmig beschlossen, die Leitzinsen bei 0,5% zu belassen, manche Mitglieder der BoE hätten ihren Entscheid jedoch als knapper als noch vor ein paar Monaten charakterisiert. Die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG werten dies als klares Zeichen, dass in den nächsten Monaten Bewegung in das Gremium kommt. Setze sich die gute Konjunkturlage fort, sei in den nächsten Quartalen mit einer ersten Zinserhöhung zu rechnen.
Die bevorstehende Zinswende bei der BoE habe auch auf der Währungsseite ihre Spuren hinterlassen. Das Britische Pfund habe seit Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar um 2,6% aufgewertet, gegenüber dem Euro seien es gar 5% gewesen. Es stelle sich nach dieser Rally des Britischen Pfundes zwangsläufig die Frage, ob das Potenzial nun ausgeschöpft sei - schließlich sei ein baldiger Zinsschritt nun Marktkonsensus. Damit werde aber ausgeblendet, dass der Pfad zu einer ersten Zinserhöhung mit einigen Unsicherheiten behaftet sei. Die schwache Lohnentwicklung sei einer der Faktoren, welcher einen Zinsschritt nach hinten schieben könne. Erst wenn die BoE den Markt aktiv auf einen Zinsschritt vorbereite, dürfte die Unsicherheit merklich zurückgehen. In einem solchen volatilen Umfeld könne das Britische Pfund trotz der starken Performance der letzten Monate weiter zulegen.
Wenn das Britische Pfund zulege, wieviel Potenzial besitze es? Die gegenwärtige Bewertung des Britischen Pfundes spreche gegen eine starke Aufwertung. Heute stehe das Britische Pfund bei 0,79 gegenüber dem Euro, im Durchschnitt der letzten 30 Jahre habe es bei 0,7 notiert, was eigentlich noch einiges an Aufwertungspotenzial versprechen würde. Allerdings hätten die Preise in Großbritannien seit 2009 deutlich stärker als anderswo zulegt, sodass der faire Wechselkurs auf 0,83 gestiegen sei. Obschon das Britische Pfund historisch gesehen relativ billig erscheine, sei es kaufkraftbereinigt bereits 5% überbewertet. Das bedeute, dass man in den nächsten Monaten ein stärkeres Britisches Pfund sehen könne, das Aufwärtspotenzial sei jedoch begrenzt. (05.08.2014/alc/a/a)
Nach der Lehman-Krise sei davon aber nichts mehr zu spüren gewesen. Nun feiere Großbritannien ein Comeback - wenigstens auf der wirtschaftlichen Ebene. Das Bruttoinlandsprodukt habe im ersten Halbjahr um 3,25% zugelegt, die Wirtschaft sei nun bereits im sechsten aufeinander folgenden Quartal mit mehr als 2% gewachsen. Diese robuste Expansion spiegele sich am Arbeitsmarkt wider. Die Arbeitslosenquote sei in den letzten fünf Quartalen von 7,9% auf nunmehr 6,5% gefallen. Auch der Ausblick verheiße Gutes: Der IMF rechne in seiner Juli-Prognose mit einem Wirtschaftswachstum von 3,2% für dieses und 2,7% für das kommende Jahr.
Die bevorstehende Zinswende bei der BoE habe auch auf der Währungsseite ihre Spuren hinterlassen. Das Britische Pfund habe seit Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar um 2,6% aufgewertet, gegenüber dem Euro seien es gar 5% gewesen. Es stelle sich nach dieser Rally des Britischen Pfundes zwangsläufig die Frage, ob das Potenzial nun ausgeschöpft sei - schließlich sei ein baldiger Zinsschritt nun Marktkonsensus. Damit werde aber ausgeblendet, dass der Pfad zu einer ersten Zinserhöhung mit einigen Unsicherheiten behaftet sei. Die schwache Lohnentwicklung sei einer der Faktoren, welcher einen Zinsschritt nach hinten schieben könne. Erst wenn die BoE den Markt aktiv auf einen Zinsschritt vorbereite, dürfte die Unsicherheit merklich zurückgehen. In einem solchen volatilen Umfeld könne das Britische Pfund trotz der starken Performance der letzten Monate weiter zulegen.
Wenn das Britische Pfund zulege, wieviel Potenzial besitze es? Die gegenwärtige Bewertung des Britischen Pfundes spreche gegen eine starke Aufwertung. Heute stehe das Britische Pfund bei 0,79 gegenüber dem Euro, im Durchschnitt der letzten 30 Jahre habe es bei 0,7 notiert, was eigentlich noch einiges an Aufwertungspotenzial versprechen würde. Allerdings hätten die Preise in Großbritannien seit 2009 deutlich stärker als anderswo zulegt, sodass der faire Wechselkurs auf 0,83 gestiegen sei. Obschon das Britische Pfund historisch gesehen relativ billig erscheine, sei es kaufkraftbereinigt bereits 5% überbewertet. Das bedeute, dass man in den nächsten Monaten ein stärkeres Britisches Pfund sehen könne, das Aufwärtspotenzial sei jedoch begrenzt. (05.08.2014/alc/a/a)


