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Australien: Zinswende vorerst nicht in Sicht


27.05.24 09:34
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im ersten Quartal ging die jährliche getrimmte mittlere Inflationsrate, ein von der Reserve Bank of Australia (RBA) bevorzugtes Inflationsmaß, von 4,2 Prozent im vierten Quartal 2023 auf 4,0 Prozent zurück und lag damit über den Erwartungen von 3,8 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Die Dienstleistungsinflation sei zwar von 4,6 auf 4,3 Prozent gesunken, bewege sich somit jedoch weiterhin auf deutlich erhöhtem Niveau.

Die Löhne seien im ersten Quartal im Jahresvergleich um 4,1 Prozent gestiegen und hätten damit weiterhin in Nähe des höchsten Werts (4,2 Prozent in Q4 2023) seit knapp 15 Jahren verharrt. Die Arbeitslosenquote habe im April leicht von 3,9 auf 4,1 Prozent zugelegt, verharre damit historisch betrachtet aber weiterhin auf niedrigem Niveau.

Wie von den meisten Analysten erwartet habe die RBA auf ihrer Sitzung Anfang Mai den Leitzins erneut unverändert bei 4,35 Prozent belassen - trotz der starken Inflations- und Arbeitsmarktdaten. Dies setze einerseits die Messlatte für eine mögliche Zinsanhebung recht hoch. Zugleich dürften die Voraussetzungen für eine mögliche Lockerung derzeit in weite Ferne gerückt sein.

Angesichts des zähen Inflationsrückgangs und der robusten Konjunktur würden die Terminmärkte eine erste Zinssenkung der RBA nicht vor Dezember 2024 erwarten. Sollte die Europäische Zentralbank erwartungsgemäß Mitte des Jahres die Zinswende einleiten, könnte der Australische Dollar (AUD) von aktuellen EUR/AUD 1,627 bis Ende September in Richtung 1,59 aufwerten. (Ausgabe Währungsbulletin Juni 2024) (27.05.2024/alc/a/a)