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Australien: Keine Zinswende in Sicht


30.10.24 10:40
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im September fiel der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Verarbeitenden Gewerbes in Australien von 48,5 auf 46,7 Punkte - der stärkste Rückgang seit Mai 2020, so die Analysten von Postbank Research.

Die Sub-Indizes der Auftragseingänge und der Produktion seien so deutlich gesunken wie seit über vier Jahren nicht mehr.

Etwas besser sei die Stimmung bei Australiens Dienstleistern, aber auch hier mache sich die konjunkturelle Abkühlung bemerkbar. Der Services PMI sei im September von 52,5 auf 50,5 gefallen und deute damit zunehmend auf eine Stagnation in der Branche hin.

Erfreulich immerhin sei, dass die Inflationserwartungen der australischen Haushalte im Oktober von 4,4 auf 4,0 Prozent zurückgegangen seien - der niedrigste Stand seit drei Jahren.

Allerdings dürften die September-Arbeitsmarktdaten die Währungshüter in ihrem restriktiven geldpolitischen Kurs bestärken. Der Stellenzuwachs habe sich auf 64.000 (gegenüber erwarteten 25.000) beschleunigt, die Arbeitslosenquote sei unverändert bei 4,1 Prozent geblieben.

Auch deshalb würden die Märkte eine erste Zinssenkung um 25 Basispunkte nicht vor dem RBA-Treffen am 1. April 2025 einpreisen.

Würden Australiens Währungshüter zunächst die Zinszügel festhalten und treibe die EZB ihren Lockerungszyklus wie erwartet voran, könnte der Australische Dollar (AUD) bis Ende des ersten Quartals 2025 auf 1,56 EUR/AUD aufwerten. (Ausgabe Währungsbulletin November 2024) (30.10.2024/alc/a/a)