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Aussicht auf steigende Renditen bei Anleihen
02.08.21 11:00
Swisscanto Invest
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Erholung der Weltwirtschaft erhält erste Kratzer, so die Experten von Swisscanto Invest.
Aufgrund steigender Coronafallzahlen würden sich wieder vermehrt Wachstumsängste breitmachen. An den Finanzmärkten seien die Inflationssorgen in den Hintergrund gerückt. Die Wachstumsaussichten würden indes ansprechend bleiben. Während die Weltwirtschaft im 3. Quartal auf den konjunkturellen Höhepunkt zusteuere, zeichne sich eine Wachstumsrotation ab. Die USA hätten den Zenit durchschritten, in der Eurozone nehme die Erholung hingegen weiter Fahrt auf. Gewisse Lieferengpässe würden sich als hartnäckig erweisen und ausgeprägte Aufholeffekte würden den Preisdruck hoch halten. Letztlich werde sich die Inflation aber wieder abschwächen, was den Notenbanken in den Industrienationen erlaube, die ultraexpansive Geldpolitik äußerst behutsam zurückzufahren.
Die Marktteilnehmer seien angesichts der schnellen Ausbreitung der COVID-19-Varianten nervös geworden und hätten sich gefragt, ob das Wachstum und die Aussichten auf eine Normalisierung der Geldpolitik durch die Zentralbanken zurückgedrängt würden. Die 10-jährigen US-Renditen seien zum ersten Mal seit Februar wieder unter die Marke von 1,30 Prozent gefallen. Die vielen Short-Positionierungen am Terminmarkt hätten die Rally am US-Anleihenmarkt ebenfalls begünstigt. Die Marktteilnehmer hätten auf steigende Renditen gesetzt und nun ihre Positionen teilweise glattgestellt. Positionsauflösungen bei einer austrocknenden Marktliquidität vor dem Sommer hätten den abrupten Renditerückgang zusätzlich befeuert. Die extremen Short-Positionierungen seien nun wieder abgebaut worden. Das Sentiment am US-Anleihenmarkt sei nun wieder etwas ausgewogener, wenn auch noch weit entfernt davon, "bullish" zu sein.
An den Anleihenmärkten stehe die Rally in Kontrast zum nach wie vor positiven Wirtschaftsausblick. Die Konjunkturdynamik werde im 2. Halbjahr 2021 zwar abnehmen, was die Renditen normalerweise belaste. Das Wachstum der Wirtschaft bleibe jedoch deutlich über dem Trend. Die Renditen hätten die starke Konjunkturexpansion nur beschränkt nachvollzogen. Die Diskrepanz zu den konjunkturellen Vorlaufindikatoren der Industrie (ISM Manufacturing) sei am aktuellen Rand deutlich größer als in vergangenen Zyklen. Die Wertpapierkäufe der Notenbanken würden die Renditen auf einem künstlich tiefen Niveau halten. Der US-Arbeitsmarkt werde sich über den Sommer hinweg jedoch weiter erholen und die Experten von Swisscanto Invest würden glauben, dass die nächsten zwei Arbeitsmarktberichte der US-Notenbank FED genügend Argumente für die Ankündigung einer Reduktion der Wertpapierkäufe im September liefern würden - voraussichtlich mit Start Anfang 2022. Das spreche erneut für ein steigendes Renditeumfeld auf globaler Ebene. Die Volatilität am Anleihenmarkt werde bei zunehmenden COVID-Fällen und Unsicherheit über die zukünftige Ausrichtung der Geldpolitik hoch bleiben.
Der Monat Juli sei auch am Devisenmarkt von steigenden Wachstumssorgen geprägt gewesen. Zum einen habe dies insbesondere Zufluchtswährungen wie den Schweizer Franken und den Japanischen Yen begünstigt. Zum anderen seien dadurch insbesondere die Rohstoffwährungen abgestraft worden und auch der Euro habe weiteres Terrain hergeben müssen. Die Sorge um das Anhalten der Konjunkturerholung erscheine den Experten von Swisscanto Invest angesichts des in vielen westlichen Währungsräumen erreichten Impfschutzes und der sich nicht weiter verschärfenden Lieferengpässe etwas überzeichnet. Nichtsdestotrotz, auf globaler Ebene sei der Höhepunkt in der Erholungsdynamik bereits überschritten worden, was durch wieder sinkende Einkaufsmanagerindices (PMI Composite) signalisiert werde. In der Vergangenheit sei dies ein guter Indikator gewesen, dass die Phase einer breit abgestützten Erholung der zyklischen Währungen vorbei sei.
Die Gewinnberichtssaison für das 2. Quartal werde noch einige Wochen dauern, als Zwischenfazit lasse sich aber festhalten, dass die überwiegende Mehrheit der Unternehmen wie in den vergangenen Quartalen auf der positiven Seite überrasche. In ihrer Vorausschau würden sich die Unternehmen zuversichtlicher zeigen als zuvor in Aussicht gestellt. Zu den großen Unsicherheitsfaktoren würden die Lieferengpässe bei Vor- und Zwischenprodukten gehören. Allerdings würden sich die Lichtblicke bei der Beseitigung der Engpässe in der Wertschöpfungskette mehren. Diese guten Nachrichten würden von den Investoren zwar überwiegend honoriert, die Kursreaktionen seien aber weniger euphorisch als in den vergangenen Berichtsaisons, was darauf hindeute, dass die Erwartungen der Investoren mittlerweile recht hoch seien.
Unsere favorisierte Aktienregion innerhalb der Industriestaaten bleibt Europa, so die Experten von Swisscanto Invest. Dafür sprächen neben der relativen konjunkturellen Dynamik auch aktienspezifische Indikatoren wie Gewinnrevisionen, Gewinnwachstum oder Bewertung. Diese Vorteile hätten sich bislang jedoch nicht in relative Stärke am Aktienmarkt widergespiegelt. Einen wesentlichen Grund dafür sähen die Experten von Swisscanto Invest in der Entwicklung der Coronapandemie und den Maßnahmen dagegen. Die vergangenen Wochen hätten ein uneinheitliches Bild gezeigt mit Öffnungsschritten einerseits und neuen Restriktionen andererseits. Entscheidend für die Aktienmärkte könnte deshalb die Corona-Entwicklung in Großbritannien werden. Dort seien die Fallzahlen trotz hoher Impfrate kräftig angestiegen. Allerdings habe sich die Todesrate deutlich verringert und die Fallzahlen seien zuletzt im Juli stark gesunken. Sollte sich erweisen, dass der ökonomische Rückschlag durch die jüngste Coronawelle in Großbritannien klein bleibe, fiele ein gewichtiger Dämpfer für die Aktienmärkte in Europa. (02.08.2021/alc/a/a)
Aufgrund steigender Coronafallzahlen würden sich wieder vermehrt Wachstumsängste breitmachen. An den Finanzmärkten seien die Inflationssorgen in den Hintergrund gerückt. Die Wachstumsaussichten würden indes ansprechend bleiben. Während die Weltwirtschaft im 3. Quartal auf den konjunkturellen Höhepunkt zusteuere, zeichne sich eine Wachstumsrotation ab. Die USA hätten den Zenit durchschritten, in der Eurozone nehme die Erholung hingegen weiter Fahrt auf. Gewisse Lieferengpässe würden sich als hartnäckig erweisen und ausgeprägte Aufholeffekte würden den Preisdruck hoch halten. Letztlich werde sich die Inflation aber wieder abschwächen, was den Notenbanken in den Industrienationen erlaube, die ultraexpansive Geldpolitik äußerst behutsam zurückzufahren.
Die Marktteilnehmer seien angesichts der schnellen Ausbreitung der COVID-19-Varianten nervös geworden und hätten sich gefragt, ob das Wachstum und die Aussichten auf eine Normalisierung der Geldpolitik durch die Zentralbanken zurückgedrängt würden. Die 10-jährigen US-Renditen seien zum ersten Mal seit Februar wieder unter die Marke von 1,30 Prozent gefallen. Die vielen Short-Positionierungen am Terminmarkt hätten die Rally am US-Anleihenmarkt ebenfalls begünstigt. Die Marktteilnehmer hätten auf steigende Renditen gesetzt und nun ihre Positionen teilweise glattgestellt. Positionsauflösungen bei einer austrocknenden Marktliquidität vor dem Sommer hätten den abrupten Renditerückgang zusätzlich befeuert. Die extremen Short-Positionierungen seien nun wieder abgebaut worden. Das Sentiment am US-Anleihenmarkt sei nun wieder etwas ausgewogener, wenn auch noch weit entfernt davon, "bullish" zu sein.
Der Monat Juli sei auch am Devisenmarkt von steigenden Wachstumssorgen geprägt gewesen. Zum einen habe dies insbesondere Zufluchtswährungen wie den Schweizer Franken und den Japanischen Yen begünstigt. Zum anderen seien dadurch insbesondere die Rohstoffwährungen abgestraft worden und auch der Euro habe weiteres Terrain hergeben müssen. Die Sorge um das Anhalten der Konjunkturerholung erscheine den Experten von Swisscanto Invest angesichts des in vielen westlichen Währungsräumen erreichten Impfschutzes und der sich nicht weiter verschärfenden Lieferengpässe etwas überzeichnet. Nichtsdestotrotz, auf globaler Ebene sei der Höhepunkt in der Erholungsdynamik bereits überschritten worden, was durch wieder sinkende Einkaufsmanagerindices (PMI Composite) signalisiert werde. In der Vergangenheit sei dies ein guter Indikator gewesen, dass die Phase einer breit abgestützten Erholung der zyklischen Währungen vorbei sei.
Die Gewinnberichtssaison für das 2. Quartal werde noch einige Wochen dauern, als Zwischenfazit lasse sich aber festhalten, dass die überwiegende Mehrheit der Unternehmen wie in den vergangenen Quartalen auf der positiven Seite überrasche. In ihrer Vorausschau würden sich die Unternehmen zuversichtlicher zeigen als zuvor in Aussicht gestellt. Zu den großen Unsicherheitsfaktoren würden die Lieferengpässe bei Vor- und Zwischenprodukten gehören. Allerdings würden sich die Lichtblicke bei der Beseitigung der Engpässe in der Wertschöpfungskette mehren. Diese guten Nachrichten würden von den Investoren zwar überwiegend honoriert, die Kursreaktionen seien aber weniger euphorisch als in den vergangenen Berichtsaisons, was darauf hindeute, dass die Erwartungen der Investoren mittlerweile recht hoch seien.
Unsere favorisierte Aktienregion innerhalb der Industriestaaten bleibt Europa, so die Experten von Swisscanto Invest. Dafür sprächen neben der relativen konjunkturellen Dynamik auch aktienspezifische Indikatoren wie Gewinnrevisionen, Gewinnwachstum oder Bewertung. Diese Vorteile hätten sich bislang jedoch nicht in relative Stärke am Aktienmarkt widergespiegelt. Einen wesentlichen Grund dafür sähen die Experten von Swisscanto Invest in der Entwicklung der Coronapandemie und den Maßnahmen dagegen. Die vergangenen Wochen hätten ein uneinheitliches Bild gezeigt mit Öffnungsschritten einerseits und neuen Restriktionen andererseits. Entscheidend für die Aktienmärkte könnte deshalb die Corona-Entwicklung in Großbritannien werden. Dort seien die Fallzahlen trotz hoher Impfrate kräftig angestiegen. Allerdings habe sich die Todesrate deutlich verringert und die Fallzahlen seien zuletzt im Juli stark gesunken. Sollte sich erweisen, dass der ökonomische Rückschlag durch die jüngste Coronawelle in Großbritannien klein bleibe, fiele ein gewichtiger Dämpfer für die Aktienmärkte in Europa. (02.08.2021/alc/a/a)


