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Aussagen der Zentralbanken im Fokus


11.12.17 12:40
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Aussagen der Zentralbanken stehen diese Woche im Fokus, so Carsten Mumm, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Privatbank Donner & Reuschel.

Am Mittwoch treffe sich die FED und werde mit hoher Wahrscheinlichkeit den Leitzins von 1,25% auf 1,5% erhöhen. Zudem werde eine Indikation für weitere Zinserhöhungen in 2018 erwartet, wobei die Mehrheit der Analysten von vier Zinserhöhungen ausgehe. Falls dieses Szenario eintrete, hätten die USA einen Leitzins von 2,5%. Die aktuelle Rendite zehnjähriger Staatsanleihen liege bei 2,37%, also fast auf dem gleichen Niveau. Der Arbeitsmarktbericht verdeutliche das Dilemma: Der Bericht sei robust, aber es gebe kaum Anzeichen für eine Inflation. Die weiterhin moderaten Lohnzuwächse würden für das voraussichtliche Zusammenlaufen von Renditen im Anleihemarkt und Leitzinsen in 2018 sorgen.

Die EZB zeige aktuell ein anderes Szenario. 2018 werde mit dem Auslaufen der Anleihekäufe ein sehr spannendes Jahr. Der "Alles-Käufer" Mario Draghi mache einen Schritt zurück. Die Anleihemärkte dürften mit steigenden Zinsen reagieren. Panik sei jedoch unangebracht, da die EZB, laut Mario Draghi, bei Verwerfungen parat stehe. Auch werde die aktuell robuste Konjunktur den Prozess des Ausstiegs aus der ultra-expansiven Geldpolitik erleichtern. Die EZB werde zudem sehr langsam agieren, um die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone nicht abzuwürgen. (11.12.2017/alc/a/a)