Ausblick auf die FOMC-Sitzung: Der Kampf gegen die Inflation


26.07.22 12:00
Carmignac Gestion

Luxemburg (www.anleihencheck.de) - Wir erwarten, dass die US-Notenbank am Mittwoch die Zinsen um 0,75 Prozent anheben wird, so Frédéric Leroux, Mitglied des Investment Committee von Carmignac.

Der Hauptfeind der FED sei die Inflation, und sie versuche verzweifelt zu verhindern, dass sich die Erwartungen einer anhaltenden Inflation durchsetzen würden. Die Rezession, die die FED durch ihre derzeitige Straffung der Geldpolitik wahrscheinlich heraufbeschwören werde, könne sie verkraften. Es sei sogar nicht unwahrscheinlich, dass die Zentralbank eine Rezession wolle, da sie sich negativ auf die Preise auswirken würde.

Unter diesen Umständen scheine es möglich, dass die FED die Märkte enttäuschen werde, indem sie keine sofortige Reduzierung ihrer Zinserhöhungsschritte ankündige. Dies könnte eine weitere Anhebung um 0,75 Prozent im September bedeuten und für die Märkte wie ein vorübergehender Schock wirken, da noch am Montagabend viele Beobachter mit einer Anhebung um 0,50 Prozent gerechnet hätten.

Kurzfristig, nach dem ersten Schock, werde die Beschleunigung der Straffung wahrscheinlich nicht verhindern, dass sich die Renditekurve weiter abflache, und - paradoxerweise - würde sie auch nicht verhindern, dass sich die relative Performance risikoreicher Anlagen mit langer Laufzeit verbessere. Diese Vorverlagerung der geldpolitischen Straffung führe nämlich tendenziell zu einer Senkung des Endsatzes (des Höchststandes der Leitzinsen vor Beginn der geldpolitischen Lockerung) und damit zu einer weniger weit entfernten geldpolitischen Lockerung, da eine schnellere Disinflation erwartet werde. (26.07.2022/alc/a/a)