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Ausblick des Zinsgipfels


25.09.23 13:30
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Zinsentwicklung hält die Finanzmärkte weiter in Atem, so die Analysten der DekaBank.

Die Marktteilnehmer hätten in der vergangenen Handelswoche auf die neuesten Zinsentscheidungen der großen Notenbanken gewartet. Wie vom Markt eingepreist, habe die Federal Reserve (FED) in den USA ihre Zinssätze nicht erhöht. Spannender sei die Einschätzung der FED zur zukünftigen Zinsentwicklung gewesen: Die Notenbanker hätten signalisiert, dass sie die Inflationsentwicklung weiter eng im Blick hätten und in diesem Jahr noch eine weitere Zinserhöhung anstehen könnte.

Der Vorsitzende der FED, Jerome Powell, habe dazu gesagt: "Wir sind ziemlich nah dran, wo wir hinkommen müssen." Zudem habe die FED für das kommende Jahr ein höheres Zinsniveau als bislang erwartet prognostiziert. Dies sei von den Märkten negativ aufgefasst worden, insbesondere die Aktienkurse seien unter Druck gekommen. Trotzdem habe es auch gute Nachrichten gegeben.

Im Vereinigten Königreich hätten die Verbraucherpreise einen Anstieg von "nur" 6,7% verzeichnet, das sei der niedrigste Wert seit 18 Monaten. Die Bank of England habe deswegen von einem weiteren Zinsanstieg abgesehen und damit die Märkte überrascht. Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Zinssätze bereits erhöht habe, hätten verschiedene Nicht-Euro-Staaten in der vergangenen Woche nachgezogen. Wahrscheinlich werde jetzt erst einmal Schluss sein mit Erhöhungen, Senkungen seien jedoch nicht in Sicht. An den Anleihemärkten gelte es nun, die Botschaften über langanhaltend hohe Leitzinsen zu verarbeiten.

Auch auf die Rohstoffmärkte hätten sich wieder die Blicke gerichtet. In der vergangenen Woche habe der Ölpreis die Märkte weiterhin unter Druck gesetzt - zwischenzeitlich habe ein Barrel Brent-Öl über 95 US-Dollar gekostet. In der aktuellen Situation, am Ende des Inflationstunnels, sei dieser Umstand nicht hilfreich. Notenbanken würden zwar gelassen auf schwankende Rohölpreise schauen, aber zu starke Impulse von dieser Seite seien nicht erwünscht. Die Inflationsraten würden in den kommenden Monaten weiter zurückgehen. Es bleibe aber die Unsicherheit, wann das Notenbankziel von 2% wieder erreicht sein werde. (25.09.2023/alc/a/a)