Erweiterte Funktionen

Ausblick 2026: Geldpolitik zwischen Rally und Risiko


29.12.25 15:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die internationalen Finanzmärkte haben in den vergangenen Wochen eine Phase wachsender Spannungen erlebt, so die Experten von "FONDS professionell".

Die großen Zentralbanken hätten zunehmend unterschiedliche Zinspfade eingeschlagen, gleichzeitig würden wichtige Konjunkturdaten ein gemischtes Bild abgeben. Und nicht zuletzt würden geopolitische Konflikte die Unsicherheit an den Rohstoff- und Aktienmärkten verschärfen.

Aber der Reihe nach: Die aktuelle geldpolitische Spaltung zwischen den führenden Notenbanken könnte kaum größer sein. Während die Bank of England im Dezember dem Kurs der US‑Notenbank gefolgt sei und ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent gesenkt habe, habe die Europäische Zentralbank ihre Zinsen unverändert belassen. Die Bank of Japan dagegen habe ihren Schlüsselsatz auf 0,75 Prozent angehoben, den höchsten Stand seit rund 30 Jahren.

Aktien positiv, Anleihen mit Fragezeichen

Für zusätzliche Spannungen hätten Inflationsdaten aus den USA gesorgt, die bisher unter den Erwartungen geblieben seien. Die Aktienmärkte hätten mit Kursgewinnen reagiert, während Anleiheinvestoren die Verlässlichkeit der Zahlen infrage gestellt hätten, und das nicht ohne Grund, immerhin habe die Statistikbehörde wegen des vorangegangenen Regierungsstillstands Teile der Daten schätzen müssen.

Angespannt sei die Lage auch am Rohstoffmarkt geblieben. Der Ölpreis sei gefangen zwischen einerseits einem Aufwärtsdruck aufgrund einer verschärften US‑Blockade gegen Venezuela und andererseits den Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Krieg zwischen Russland und der Ukraine geblieben. Gold dagegen habe seinen Höhenflug fortgesetzt und zuletzt auf neuen historischen Rekordständen notiert.

Geldpolitische Verwirrung

Kein Wunder, dass die Erwartungen von Investmentspezialisten in Bezug auf die Entwicklung der Geldpolitik weltweit im kommenden Jahr durchaus unterschiedlich ausfallen würden. FONDS professionell habe die wichtigsten Aussagen aus den Marktkommentaren von Experten aus Asset Management und Banken zusammengetragen:

Chris Iggo, CIO Core bei Axa Investment Managers

"Laut Terminmarkt werden sich die Leitzinsen bei etwa 2,0 bis 3,5 Prozent einpendeln, was etwa dem geschätzten neutralen Zins entspräche. In den USA rechnet man mit gut 3,0 Prozent, im Euroraum mit 2,0 Prozent. In Großbritannien geht man von 3,25 bis 3,5 Prozent aus, wobei die Zinsen nach den zuletzt erfreulichen Inflationszahlen und der Senkung auf 3,75 Prozent am 18. Dezember durchaus weiter fallen könnten. Offensichtlich gehen Anleger von einer gewissen Konvergenz aus. Nach der letzten Zinserhöhung der Fed im Juli 2023 betrug die Differenz zwischen dem amerikanischen und dem japanischen Leitzins 560 Basispunkte, aber jetzt werden zum Jahresende 2026 lediglich 195 Basispunkte erwartet. In ihren Äußerungen warnen die Notenbanker vor Inflationsrisiken. Irgendwann würden die Zinsen wieder steigen müssen, sagte gerade erst EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel. Aber alles in allem halten sich die Falken zurück, sodass nicht so bald mit einer Zinswende zu rechnen ist."

Nicolas Forest, Chief Investment Officer bei Candriam

"Nachdem die EZB zu Beginn des Jahres Zinssenkungen von insgesamt 100 Basispunkten vorgenommen hat, legt sie nun eine Pause ein, da sich das Wachstum im Euroraum als widerstandsfähiger als erwartet erwiesen hat und die Inflation nahe am Zielwert bleibt. Der Lockerungszyklus scheint abgeschlossen zu sein. Die Kreditvergabe zieht wieder an, die geldpolitische Transmission verläuft reibungslos, die Kommunikation wurde an ein volatileres Umfeld angepasst, und die zentralen Pfeiler des geldpolitischen Rahmens - ein symmetrisches Inflationsziel von zwei Prozent sowie ein flexibles Instrumentarium - bleiben intakt. Mit Blick nach vorn dürften die Zinsen auch im kommenden Jahr unverändert bleiben. Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 20 Prozent für eine Zinserhöhung der EZB bis Ende 2026 ein - ein Szenario, das verfrüht erscheint, sofern es nicht in der zweiten Jahreshälfte 2026 zu einer deutlichen positiven Wachstumsüberraschung kommt. Im Gegensatz dazu ist die US-Notenbank Federal Reserve wieder in eine Lockerungsphase eingetreten, wobei die Geldpolitik zunehmend von Entwicklungen am Arbeitsmarkt geprägt wird - eine Divergenz, die zu einem wichtigeren Treiber relativer Zins- und Währungsbewegungen werden könnte."

Eckhard Schulte, Vorstandschef von Mainsky Asset Management

"Mit der Beibehaltung des aktuellen Leitzinsniveaus und einer leichten Anhebung der Inflations- und Wachstumsprognosen hat die Europäische Zentralbank für wenig bis gar keine Überraschungen gesorgt. Mit der Inflation weitgehend auf dem Zielniveau um zwei Prozent sieht sie dementsprechend auch keinen Grund, die Geldpolitik weiter zu lockern. Auch wenn wir für die kommenden Monate zunächst keine weitere Zinssenkung erwarten, das letzte Wort auf dem Weg nach unten muss perspektivisch noch nicht gesprochen sein. Denn was die eigentliche Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Lockerung angeht, spricht mehr für eine weitere Zinssenkung als für eine Zinserhöhung, wie von Direktoriumsmitglied Schnabel zuletzt ins Spiel gebracht. Das klarste Warnsignal sind die realen Zinsen in der Eurozone. Sie sind relevant für die Frage, wie restriktiv oder stimulierend die Geldpolitik tatsächlich ist."

Ulrike Kastens, Volkswirtin Europa bei der DWS

"Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagensatz bei 2,0 Prozent belassen. Im Mittelpunkt des Interesses standen die neuen Projektionen zu Wachstum und Inflation, die erstmals auch das Jahr 2028 umfassten. Insgesamt behält sich die EZB alle Optionen offen. Die Geldpolitik ist gut positioniert, aber nicht statisch. Trotz des stärkeren BIP-Wachstums wurden die Risiken für die Konjunktur nicht als aufwärtsgerichtet angesehen. Vielmehr hielten sich die Argumente dafür und dagegen die Waage. Ähnliches gilt für die Inflation, was auch an der immer noch hohen Unsicherheit liegt. Vor diesem Hintergrund bleibt es bei der Datenabhängigkeit und einer fehlenden Vorfestlegung auf einen geldpolitischen Kurs. Insgesamt war der Tenor der EZB unserer Meinung nach zuletzt deutlich ausgeglichener als im Oktober. Angesichts der aktuellen Projektionen sehen wir keinen geldpolitischen Handlungsbedarf. Wir rechnen 2026 mit unveränderten Leitzinsen."

Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei Donner & Reuschel

"Die EZB startet entspannt und ohne Handlungsdruck ins neue Jahr 2026. Die Anhebung der eigenen Inflationsprojektion für 2026 auf 1,9 Prozent entspricht einer Annäherung an das Inflationsziel von zwei Prozent. Entscheidend für die Notenbanker ist ohnehin nicht die nominale Inflation, sondern die Verankerung der Inflationserwartungen nahe des Ziels. Da auch für 2027 und 2028 kaum Preissteigerungsdruck erwartet wird, sieht man sich auch hier offensichtlich auf dem richtigen Weg. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Leitzinssenkung dürfte damit kaum noch nennenswert sein. Sie sollte nur im Notfall, etwa bei einer weiteren Eskalation von Handelskonflikten und/oder einer erheblichen Aufwertung des Euro, wieder ein Thema werden. Es ist eher davon auszugehen, dass der nächste Zinsschritt nach oben stattfindet. Allerdings dürfte dies frühestens gegen Ende des Jahres 2026 stattfinden."

Klaus Niedermeier, Leiter Investment Strategie bei der Apobank

"Die Phase einer weltweit synchronen Geldpolitik ist beendet. Während die EZB auf Stabilität setzt, steuert Großbritannien auf weitere Zinssenkungen zu - und Japan schlägt erneut einen eigenständigen Kurs ein. Die EZB hat ihr Inflationsziel erreicht: Die Teuerungsrate im Euroraum liegt bei rund zwei Prozent und dürfte sich 2026 auf diesem Niveau stabilisieren. Nach acht Leitzinssenkungen bis Juni 2025 befindet sich der EZB-Einlagenzins nun bei zwei Prozent - einem neutralen Niveau, das wir bis mindestens Ende 2026 für angemessen halten. Die geldpolitische Unsicherheit ist in Europa vergleichsweise gering. Anders als die US-Notenbank profitiert die EZB von vollständigen Konjunkturdaten und einem stabileren politischen Umfeld. Zudem stehen relevante personelle Veränderungen im EZB-Direktorium erst 2027 an. In Großbritannien erwarten wir dagegen eine deutlich lockerere Geldpolitik. Nach der Zinssenkung im Dezember rechnen wir im kommenden Jahr mit drei weiteren Schritten. Mit einer Leitzinsprognose von drei Prozent liegt die Bank of England aus unserer Sicht klar expansiver als vom Markt derzeit erwartet. Japan geht weiterhin seinen eigenen Weg: Trotz politischen Drucks für eine lockere Geldpolitik dürfte die Bank of Japan den Leitzins schrittweise anheben. Bis Ende 2026 halten wir ein Zinsniveau von rund einem Prozent für möglich – ein bemerkenswerter Schritt in Richtung geldpolitischer Normalisierung."

Josefina Rodriguez, Economist bei Vanguard

"Die EZB hat den Einlagensatz unverändert bei zwei Prozent belassen. Es ist bereits das vierte Mal in Folge, dass die europäischen Währungshüter ihren Zinssatz unangetastet gelassen haben. Und es dürfte nicht das letzte Mal sein: Das stärker als erwartete Wirtschaftswachstum sowie die persistente Dienstleistungsinflation haben mittlerweile den Spielraum für eine vorsorgliche Zinssenkung weitgehend geschlossen und das Vertrauen in den aktuellen geldpolitischen Kurs gestärkt. Daher dürfte das Komitee auch im neuen Jahr seinen Kurs beibehalten. In unserem Basisszenario gehen wir sogar davon aus, dass die Währungshüter den Leitzins über das gesamte Jahr 2026 hinweg bei zwei Prozent halten. Die sinkenden Energiepreise und die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Inflation im kommenden Jahr über weite Strecken unter den Zielwert rutschen dürfte, verschieben die Risikobalance eher in Richtung geldpolitischer Lockerung als Straffung. Gestützt wird die Annahme dadurch, dass im Euroraum durchaus positive Tendenzen erkennbar sind."

Deborah Cunningham, Chief Investment Officer Global Liquidity Markets, Federated Hermes

"Die Unabhängigkeit der US-Notenbank dürfte auch über das Jahr hinaus bestehen bleiben. Die anhaltende Kritik der Trump-Administration an FED-Chef Jerome Powell hat viele zu der Annahme verleitet, der Präsident werde die seit Langem bestehende politische Unabhängigkeit der Notenbank untergraben. Jüngste Maßnahmen, wie der Versuch, einen Gouverneur zu entlassen, und die Ernennung eines White-House-Ökonomen in das Board, haben diese Sorge auf den Finanzmärkten verstärkt. Wir teilen die bestehenden Bedenken, sind jedoch der Auffassung, dass die Federal Reserve sich schlussendlich durchsetzen wird. Diese Einschätzung begründet sich insbesondere in der richterlichen Feststellung des Obersten Gerichtshofs in diesem Sommer, welche die FED als eine 'einzigartig strukturierte, quasi-private Institution' einstuft. Die zurückhaltendere Haltung der Regierung hat Befürchtungen geweckt, dass wir zu einer langen Phase der Nullzinsen zurückkehren könnten – davon gehen wir nicht aus. Wir erwarten, dass die kurzfristigen Zinssätze in einer Spanne von drei bis fünf Prozent verbleiben."

Erick Muller, Investmentstratege bei Muzinich & Co.

"EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte zuletzt, dass die EZB mit dem aktuellen Zinsniveau zufrieden ist. Die Risikoeinschätzung wirkt sowohl beim Wirtschaftswachstum als auch bei der Inflation ausgewogen. Allerdings stellen wir fest, dass die Projektionen der EZB-Experten seit September deutlich nach oben revidiert wurden: Die Exporte haben 2025 positiv überrascht, und für 2026 wird erwartet, dass der Verlauf der Binnennachfrage die Aktivität stützt. Infolgedessen wird nun erwartet, dass das Wachstum im Euroraum im Prognosezeitraum bis 2028 im Durchschnitt über den Potenzialschätzungen liegen wird. Während die Gesamtinflation in den nächsten zwei Jahren unter dem Ziel bleibt, liegt die Kerninflation weiterhin über dem Ziel und nähert sich nur langsam an. Wir gehen davon aus, dass der Markt es als unproblematisch ansehen wird, dass der Zinssenkungszyklus beendet ist, und dass er für die zweite Jahreshälfte 2026 weiterhin eine gewisse Einpreisung höherer kurzfristiger Zinsen beibehalten wird."

Annalisa Piazza, Anleihe-Analystin bei MFS Investment Management

"Die Europäische Zentralbank hat bei ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, den Leitzins stabil bei zwei Prozent und damit auf einem neutralen Niveau zu belassen. Die Entscheidung entsprach den Markterwartungen, wobei die Anleiherenditen aufgrund der Aufwärtskorrektur der BIP- und Inflationsprognosen zunächst leicht anstiegen. Die EZB geht nun davon aus, dass die Inflation bis 2028 bei zwei Prozent verharren wird. Der Tonfall der Pressekonferenz war jedoch weniger falkenhaft-restriktiv als man angesichts dieser Prognose hätte annehmen können, sodass die Anleiherenditen letztlich wieder leicht sanken. Auch wenn die EZB nun von einem stärkeren Wirtschaftswachstum und einer höheren Inflation ausgeht, bleibt sie bei ihrer vorsichtigen Haltung. Ihre Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, unterstreicht dies. Aufgrund der unsicheren Lage ist es wenig wahrscheinlich, dass in naher Zukunft die Zinsen erhöht werden."

Alex Veroude, Head of Fixed Income bei Janus Henderson Investors

"Zinssenkungen in den USA dürften sich insgesamt positiv auf Fixed Income auswirken. Die Märkte könnten jedoch eher auf das 'Warum' als auf das 'Was' der Zinsentscheidungen achten. Jerome Powells Amtszeit als Präsident der US-Notenbank (FED) endet 2026. Das Weiße Haus tendiert zu einem Nachfolger aus dem 'Team Trump' - ein Signal für eine eher akkommodierende Geldpolitik. Wer auch immer für diese Position ernannt wird, wird nicht nur die US-Geldpolitik, sondern auch das Risikoumfeld der globalen Märkte mitgestalten. Mit größerer Skepsis gegenüber Zinssenkungen ist zu rechnen, wenn diese nicht durch eine schwache Konjunktur oder hohe Arbeitslosigkeit gerechtfertigt sind, sondern als prozyklisch angesehen werden. In anderen Ländern dürfte die Geldpolitik durch die gedämpfte Inflation generell günstig für Fixed-Income-Anleger bleiben. Wir gehen davon aus, dass die Bank of England und die Europäische Zentralbank weitere Zinssenkungen vorerst aussetzen werden, die Bank of Japan ist wahrscheinlich der größte Ausreißer unter den Industrieländern, da sie im Rahmen ihrer Normalisierungspolitik die Zinsen anhebt."

Éric Bertrand, CIO von Ofi Invest Asset Management

"US-Präsident Donald Trump hat die Erwartungen erfüllt: Er ist unberechenbar. Er hat sich zwar pragmatisch gezeigt und bilaterale Abkommen unterzeichnet, die die Folgen des 'Liberation Day' für den internationalen Handel abschwächen. Er schwankt aber weiterhin zwischen Hü und Hott. Das Risiko einer protektionistischen Spirale besteht also fort, mit Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum weltweit. Doch weder dieses Risiko noch die Zweifel an der Stärke der US-Wirtschaft können bislang die US-Notenbank dazu bewegen, ihren geldpolitischen Kurs deutlich zu lockern. Nach der Zinssenkung im Dezember bleibt deshalb fraglich, wie oft die Zinsen im Jahr 2026 noch weiter gesenkt werden. Wir gehen nicht davon aus, dass der Leitzins der Fed unter drei Prozent fallen wird, auch wenn die Trump-Regierung weiter Druck auf die US-Notenbank ausübt. Im Gegensatz dazu erscheint die Europäische Zentralbank berechenbarer. Das Wachstum in Europa fiel in der ersten Hälfte des Jahres 2025 stärker aus als erwartet, angetrieben durch hohe Lagerbestände, Konsum, Investitionen und einen stabilen Arbeitsmarkt. Das macht eine weitere Zinssenkung trotz der nach wie vor unsicheren Wirtschaftsaussichten weniger dringlich. Wir gehen davon aus, dass die Leitzinsen im Jahr 2026 auf dem aktuellen Niveau bleiben."

Nermin Aliti, Leiter Fonds Advisory bei der Laureus AG Privat Finanz

"Einige Entwicklungen für das kommende Jahr zeichnen sich bereits ab und offenbaren Chancen weit über die Wall Street hinaus. Natürlich verleiht die Zinsfantasie den US-Börsen weiterhin Flügel: Allein der anstehende Führungswechsel bei der Fed nährt die Hoffnung auf zwei weitere Senkungen im Jahr 2026 - zumal erwartet wird, dass ein Kandidat aus Trumps Lager das Ruder übernimmt. Dies passt ins politische Kalkül: Im Vorfeld der wichtigen Midterms im November dürfte die US-Regierung nichts unversucht lassen, um über steigende Kurse und eine starke Wirtschaft die Wähler bei Laune zu halten. Doch auch in Europa könnten sich neue Dynamiken entfalten: So hofft Deutschland darauf, dass sein Konjunkturpaket langsam erste Früchte trägt, während die Länder Südeuropas dank der Mittel aus dem EU-Wiederaufbaufonds ihre wirtschaftliche Stärke weiter festigen dürften. Geldpolitisch könnte zudem die EZB für Bewegung sorgen: Ein weiterer Zinsschritt nach unten würde die Märkte zwar überraschen, erscheint uns zur Stützung der europäischen Konjunktur jedoch keineswegs ausgeschlossen. Besonders spannend bleiben indes die Emerging Markets: Sie locken nicht nur mit dynamischen Entwicklungen im KI-Sektor, sondern beweisen derzeit auch fundamentale Stärke. Zudem spielt ihnen der aktuell schwache US-Dollar als zusätzlicher Rückenwind in die Karten." (29.12.2025/alc/a/a)