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Aufkommender Richtungsstreit in der FED
28.06.21 11:15
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Aus der US-Notenbank sind zunehmend unterschiedliche Meinungen zur künftigen Geldpolitik zu vernehmen, so die Experten von Union Investment.
Eine restriktivere Gestaltung finde vermehrt den einen oder anderen Anhänger. FED-Chef Powell habe die Anleger aber bislang beruhigen können. Davon unbeeindruckt setze sich an den Aktienbörsen der Aufwärtstrend fort, teils seien neue Rekordmarken erreicht worden. Der Trend zu (vorübergehend) höherer Inflation habe am Rentenmarkt zu leichten Rücksetzern geführt, dort seien die Renditen in der Berichtswoche vor allem über die langen Laufzeiten ein wenig angestiegen. Sowohl der Euro als auch der Goldpreis hätten nach dem deutlichen Rückgang in den vergangenen Handelstagen einen (vorläufigen) Boden gefunden und hätten auf ermäßigtem Niveau konsolidieren können.
In der Berichtswoche hätten sich einige US-Notenbanker zur künftigen Geldpolitik geäußert. Nach der jüngsten FED-Sitzung zeichne sich zunehmend ein Richtungsstreit innerhalb der FED ab. FOMC-Mitglieder wie Bullard oder Kaplan hätten sich eher restriktiv gegeben und angesichts der aktuellen Entwicklung eine straffere Geldpolitik und damit eine eher früher denn später einsetzende Reduzierung der Anleiheankäufe (Tapering) befürwortet. In der letzten FED-Sitzung hätten für den Markt überraschend mehrere FED-Gouverneure die Seiten gewechselt und sich für eine restriktivere Notenbankpolitik bereits 2022 ausgesprochen. Aktuell habe sich nun auch der Vorsitzende der Atlanta-FED Bostic als stimmberechtigtes Mitglied auf die restriktivere (hawkische) Seite gestellt. Wichtig sei in erster Linie, wie sich die derzeit stimmberechtigten Mitglieder innerhalb des FOMC-Gremiums positionieren würden.
US-Notenbankchef Powell habe dann mit seiner Rede vor dem Unterausschuss des Repräsentantenhauses etwas Ruhe in den Markt gebracht, indem er an die bislang gültige offizielle Sprachregelung der FED angeknüpft habe und habe betont, dass die aktuelle (nach oben gerichtete) Inflationsentwicklung eine vorübergehende sei. Der Preisdruck habe zwar zugenommen, die Teuerungsrate werde sich jedoch längerfristig um zwei Prozent einpendeln. Eine präventive Zinserhöhung sei nicht geplant. Beim Konjunkturausblick sei der FED-Vorsitzende, ohne die Corona-Entwicklung aus den Augen zu verlieren, weiterhin positiv geblieben.
Die Bank of England habe am Donnerstag einstimmig für eine Beibehaltung des Leitzinses (0,1 Prozent) gestimmt und für eine unverminderte Fortsetzung der Anleiheankäufe votiert. Der Anstieg der Verbraucherpreise werde nun im Rahmen des zuletzt nach oben gerichteten Inflationstrends mit drei Prozent veranschlagt, wie bei der US-FED aber als vorübergehend betrachte. Eine Straffung der aktuellen Geldpolitik werde erst bei einer anhaltenden Preissteigerung über dem Inflationsziel erwogen. (Ausgabe vom 25.06.2021) (28.06.2021/alc/a/a)
Eine restriktivere Gestaltung finde vermehrt den einen oder anderen Anhänger. FED-Chef Powell habe die Anleger aber bislang beruhigen können. Davon unbeeindruckt setze sich an den Aktienbörsen der Aufwärtstrend fort, teils seien neue Rekordmarken erreicht worden. Der Trend zu (vorübergehend) höherer Inflation habe am Rentenmarkt zu leichten Rücksetzern geführt, dort seien die Renditen in der Berichtswoche vor allem über die langen Laufzeiten ein wenig angestiegen. Sowohl der Euro als auch der Goldpreis hätten nach dem deutlichen Rückgang in den vergangenen Handelstagen einen (vorläufigen) Boden gefunden und hätten auf ermäßigtem Niveau konsolidieren können.
US-Notenbankchef Powell habe dann mit seiner Rede vor dem Unterausschuss des Repräsentantenhauses etwas Ruhe in den Markt gebracht, indem er an die bislang gültige offizielle Sprachregelung der FED angeknüpft habe und habe betont, dass die aktuelle (nach oben gerichtete) Inflationsentwicklung eine vorübergehende sei. Der Preisdruck habe zwar zugenommen, die Teuerungsrate werde sich jedoch längerfristig um zwei Prozent einpendeln. Eine präventive Zinserhöhung sei nicht geplant. Beim Konjunkturausblick sei der FED-Vorsitzende, ohne die Corona-Entwicklung aus den Augen zu verlieren, weiterhin positiv geblieben.
Die Bank of England habe am Donnerstag einstimmig für eine Beibehaltung des Leitzinses (0,1 Prozent) gestimmt und für eine unverminderte Fortsetzung der Anleiheankäufe votiert. Der Anstieg der Verbraucherpreise werde nun im Rahmen des zuletzt nach oben gerichteten Inflationstrends mit drei Prozent veranschlagt, wie bei der US-FED aber als vorübergehend betrachte. Eine Straffung der aktuellen Geldpolitik werde erst bei einer anhaltenden Preissteigerung über dem Inflationsziel erwogen. (Ausgabe vom 25.06.2021) (28.06.2021/alc/a/a)


