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Asiatische Schuldtitel erwirtschaften attraktive Renditen


17.02.14 13:47
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Asian Debt (asiatische Schuldtitel) ist gut aufgestellt, um - vor allem auf risikobereinigter Basis - im Vergleich zu Anleihen anderer Regionen attraktive Gesamtrenditen abzuwerfen, so Alia Yousuf, leitende Portfoliomanagerin Asian Debt Local Bond bei ING IM Singapur.

Für Asian Debt in Hartwährung (HC) erwarte ING Investment Management International (ING IM) 2014 eine Rendite zwischen 2,5 und 4,5 Prozent, während Asian Debt in Lokalwährung (LC) zwischen 1,0 und 3,0 Prozent rentieren dürfte. Im Hinblick auf die anstehenden Zinserhöhungen kämen auf Fixed-Income schwierige Zeiten zu. Gerade das mache die Renditeentwicklung nach Ansicht von ING IM so bedeutsam.

Joep Huntjens, Head of Asian Debt bei ING IM, habe die aktuellen Trends mit den Worten kommentiert: "Die US Federal Reserve wird wohl noch bis mindestens 2015 an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhalten. Insofern dürfte die Renditekurve von US Treasuries steil bleiben und bei einem moderaten Fristenrisiko attraktive Erträge bieten."

"Hinzu kommt, dass internationale Investoren bei asiatischen Anleihen angesichts der starken Divergenz globaler Indices eher unterinvestiert sind. Gewiefte Anleger streuen ihre Risiken allerdings, daher wird auch weiter Kapital nach Asien fließen, um etwaige Lücken bei der geografischen Diversifikation zu schließen."

Was die weitere Entwicklung betreffe, erwarte ING IM, dass Asien (ohne Japan, Australien und Neuseeland) die Region mit den höchsten Zuwachsraten bleiben werde. Länder wie China und die Philippinen sollten Wachstumsraten von sechs bis sieben Prozent abwerfen, während die Prognosen für alle anderen Länder zwei bis fünf Prozent vorhersagen würden. Das Vermögensverwaltungshaus weise aber auch darauf hin, dass die Wachstumsdynamik an den Emerging Markets just zu dem Zeitpunkt nachlasse, da sich das Wachstum an den entwickelten Märkten - vor allem Japan, USA und Eurozone - stetig verbessere, wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau. Das könnte bedeuten, dass die in den vergangenen Monaten beobachtete Präferenz für die entwickelten Märkte anhalten werde.

Huntjens weiter: "Anlagepräferenzen verlagern sich in Zyklen. Irgendwann werden Bewertungen und Rahmendaten Investoren veranlassen, sich wieder in Richtung Asian Debt zu orientieren. Dies gilt umso mehr, als zahlreiche Tail Risks mittlerweile gesunken sind. Zudem stehen institutionelle und Retail-Investoren asiatischen Schuldtiteln zunehmend positiv gegenüber."

Nach Einschätzung von ING IM würden asiatische Währungen allerdings kaum davon profitieren. Das liege - neben dem Tapering der FED - auch an der Verlagerung der globalen Wachstumsdynamik weg von Asien und hin zu den USA. Einige Währungen dürften den USD zwar übertreffen, doch insgesamt gehe ING IM davon aus, dass asiatische Währungen im Hinblick auf die Renditen am Kassamarkt leicht an Boden verlieren würden. Betrachte man die Renditen mancher Währungen, so könnten die Nachzügler des vergangenen Jahres inzwischen attraktive Renditen für Anleger abwerfen, die sich von Volatilität nicht schrecken lassen würden. Hier sei vor allem die Indische Rupie genannt.

Alia Yousuf, leitende Portfoliomanagerin Asian Debt Local Bond, habe hinzugefügt: "Mit immer stärkeren Portfolioabflüssen aus der Region werden die Zentralbanken Asiens wahrscheinlich eine Schwächung ihrer Währungen dulden, um einerseits ihre Devisenreserven zu schonen und andererseits die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften zu wahren. Dies soll zur Stärkung der Außenhandelsbilanzen beitragen. Eine Verbesserung der Leistungsbilanzen dürfte die Währungen der jeweiligen Länder Asiens stützen. Eine übermäßig schwache Währung ist indes auch nicht ohne Risiken: Die höheren Kosten importierter Güter treiben die Inflationsgefahr. Vor diesem Hintergrund würden die Notenbanken wahrscheinlich den Leitzins anheben, auch um ihre Währungen zu stützen."

Was die Portfolio-Positionierung betreffe, so setze ING IM bei Hartwährungsanleihen vorzugsweise auf kurzlaufende Non-Investment-Grade-Papiere, denn diese böten höhere Renditen und würden weniger sensitiv auf Veränderungen bei den USD-Renditen reagieren. Nach Auffassung von ING IM böten vor allem hochverzinsliche Unternehmensanleihen einen deutlichen Spread-Pickup gegenüber vergleichbaren Anleihen aus anderen Regionen sowie eine niedrigere Zinssensitivität. Damit bestehe ein interessantes Risiko-/Ertragsverhältnis. Überdies sei das volkswirtschaftliche Umfeld für Unternehmensanleihen positiv, insofern sollten deren Credit-Spreads sinken.

Yousuf habe mit den Worten geschlossen: "Bei Lokalwährungsanleihen setzen wir auch auf höher rentierliche Anleihen und Währungen aus Ländern, deren Fiskal-, Wachstums- und Inflationsdaten sich verbessern, wie beispielsweise Indien. Aber auch steile Renditestrukturkurven, wie bei thailändischen Lokalwährungsanleihen, weisen ein gutes Wertpotenzial auf. Im Hinblick auf die erwartete Zinsanhebung halten wir das Zinsrisiko in unseren Portfolios weiterhin niedrig, indem wir hier wahrscheinlich untergewichtet bleiben." (17.02.2014/alc/a/a)