Argentinien bekommt die Inflation nicht in den Griff


23.04.19 09:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Trotz einer sehr straffen Geldpolitik sind in Argentinien die Preise im März im Vergleich zum Vormonat um 4,7 Prozent gestiegen, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die Analysten hätten sich überrascht gezeigt. Sie hätten lediglich mit vier Prozent gerechnet, nachdem die Teuerungsrate im Januar bzw. Februar im Vormonatsvergleich bei 2,9 bzw. 3,8 Prozent gelegen habe. Die scheinbar unkontrollierbare Inflation laste auf der Popularität von Präsident Macri und mindere die Chancen einer Wiederwahl im Oktober. Vergangene Woche habe die Regierung Unterstützung für kleine Betriebe durch Kredite und Steuernachlässe angekündigt. Zudem seien Preiskontrollen für Nahrungsmittel bekannt gegeben worden. Es sei von "Preisvereinbarungen" mit Unternehmen gesprochen worden, der Mechanismus dahinter sei jedoch undefiniert.

Die Maßnahmen scheinen eher politisch motiviert zu sein und werden wohl kaum in der Lage sein, die Inflationserwartungen bzw. die Inflation nachhaltig zu senken, so die Deutsche Bank AG. Sie gehe davon aus, dass sich die argentinische Teuerungsrate in den kommenden Monaten weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen werde. Der Anreiz, den Argentinischen Peso in US-Dollar zu tauschen, bleibe also voraussichtlich hoch und werde weiterhin auf der Währung lasten. Seit Jahresbeginn habe der Peso gegenüber dem Euro bereits mehr als acht Prozent abgewertet. (23.04.2019/alc/a/a)