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Argentinien: Macht bei Entschuldung weitere Fortschritte
15.08.12 12:20
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Nach Meinung des Analysten von Anleihencheck Research, Sven Krupp, befindet sich Argentinien weiter auf einem guten Weg zu einem lukrativen Emerging Markets-Emittent.
Gut zehn Jahre sei es nun her, als Argentinien in die Insolvenz gegangen sei. Es sei einer der größten Staatsbankrotts gewesen und mehr als 100 Mrd. USD Schulden hätten an die Gläubiger nicht mehr bedient werden können. Vor Kurzem habe die Regierung nun die letzten 2,2 Mrd. Dollar von insgesamt mehr als 17 Milliarden Dollar an private Gläubiger zurückbezahlt. Gegenüber dem Pariser Club habe das Land aber immer noch Verbindlichkeiten von etwa 9 Mrd. Dollar.
Nach einer mehrjährigen tiefen Rezession habe das Land unter dem "Kirchnerismo" ein eindrucksvolles Comeback hingelegt. So sei Argentiniens Wirtschaft seit 2002 im Schnitt um etwa 8% pro Jahr gewachsen und rund 94% aller infolge des Staatsbankrotts ausstehenden Verbindlichkeiten seit 2002 seien erfolgreich abgewickelt worden. Dennoch werde dem Land die Rückkehr an die Kapitalmärkte derzeit verwehrt, da noch die o.a. Verbindlichkeiten gegenüber dem Pariser Club bestünden. Sollte die gute Wirtschaftsentwicklung aber anhalten, dürfte auch dieses Problem gelöst werden und Argentinien könnte wieder ein interessanter und lukrativer Emerging Markets-Emittent werden.
In 2011 sei Argentiniens Wirtschaft um etwa 6,5% gewachsen und das Land habe von hohen Rohstoffpreisen und einer stabilen Nachfrage aus Brasilien profitiert. In 2012 dürfte sich das Wachstum jedoch auf unter 4% abschwächen, da der für die Wirtschaft wichtige Agrarsektor (mache rund 20% des Wirtschaftswachstums aus) unter einer Dürreperiode zu leiden habe. Zudem könne die argentinische Regierung die expansive Fiskalpolitik nicht uneingeschränkt fortsetzen, zumal auch weiterhin der Weg zu den Kapitalmärkten verwehrt werde. Somit sehe sich die Regierung um Cristina Fernández de Kirchner vielen Problemen gegenüber. Hart kritisiert würden die Verstaatlichungs-Pläne der Repsol-Tochter YPF. Sollte der Gesetzesentwurf genehmigt werden, dürfte die Flucht ausländischer Investoren anhalten und somit die schwindenden Devisenreserven weiter verringern. Zudem würden viele Experten die willkürlichen Importrestriktionen kritisieren.
Argentinien verfüge über hohe fossile Energievorkommen. Somit sollte der Rohstoffsektor mittelfristig eine größere Bedeutung spielen. Denn es werde vermutet, dass die bisher erschlossenen Öl- und Gasvorkommen nur noch für wenige Jahre den Eigenbedarf decken würden. Hier seien aber u.a. Investitionsanreize, auch für ausländische Unternehmen, erforderlich sowie Investitionen in die Energieversorgung und Infrastruktur. Eine Verstaatlichung von ausländischen Unternehmen wäre aber eindeutig kontraproduktiv.
Die argentinische Währung (Peso, kurz: ARS) habe sich in den letzten Jahren stabilisiert und es sei von Seiten der Zentralbank eine kontrollierte leichte Abwertung vorgenommen worden. So habe diese in 2011 bei 8% auf 4,304 USD/ARS gelegen. Für dieses Jahr rechne man mit einer weiteren Abwertung und Analysten würden von circa 10% ausgehen.
Mittelfristig verfügt Argentinien nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research durchaus über das Potenzial, zu einem lukrativen Emerging Markets-Emittenten zu werden. Zumal die Staatsverschuldung mit gut 40% des BIPs auf einem relativ moderaten Niveau liege. Doch solange keine Anreize für ausländische Unternehmen geschaffen würden und die Regierung mit ihren teilweise ungewöhnlichen Maßnahmen für Verunsicherung sorge, sollte Argentinien lediglich auf die Watch-List genommen werden. Es könnte somit noch eine Weile dauern, bis dem Land die Pforten für den Kapitalmarkt wieder geöffnet würden. Interessierte Anleger sollten die Entwicklung in jedem Fall im Auge behalten. (Analyse vom 15.08.2012) (15.08.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Gut zehn Jahre sei es nun her, als Argentinien in die Insolvenz gegangen sei. Es sei einer der größten Staatsbankrotts gewesen und mehr als 100 Mrd. USD Schulden hätten an die Gläubiger nicht mehr bedient werden können. Vor Kurzem habe die Regierung nun die letzten 2,2 Mrd. Dollar von insgesamt mehr als 17 Milliarden Dollar an private Gläubiger zurückbezahlt. Gegenüber dem Pariser Club habe das Land aber immer noch Verbindlichkeiten von etwa 9 Mrd. Dollar.
Nach einer mehrjährigen tiefen Rezession habe das Land unter dem "Kirchnerismo" ein eindrucksvolles Comeback hingelegt. So sei Argentiniens Wirtschaft seit 2002 im Schnitt um etwa 8% pro Jahr gewachsen und rund 94% aller infolge des Staatsbankrotts ausstehenden Verbindlichkeiten seit 2002 seien erfolgreich abgewickelt worden. Dennoch werde dem Land die Rückkehr an die Kapitalmärkte derzeit verwehrt, da noch die o.a. Verbindlichkeiten gegenüber dem Pariser Club bestünden. Sollte die gute Wirtschaftsentwicklung aber anhalten, dürfte auch dieses Problem gelöst werden und Argentinien könnte wieder ein interessanter und lukrativer Emerging Markets-Emittent werden.
In 2011 sei Argentiniens Wirtschaft um etwa 6,5% gewachsen und das Land habe von hohen Rohstoffpreisen und einer stabilen Nachfrage aus Brasilien profitiert. In 2012 dürfte sich das Wachstum jedoch auf unter 4% abschwächen, da der für die Wirtschaft wichtige Agrarsektor (mache rund 20% des Wirtschaftswachstums aus) unter einer Dürreperiode zu leiden habe. Zudem könne die argentinische Regierung die expansive Fiskalpolitik nicht uneingeschränkt fortsetzen, zumal auch weiterhin der Weg zu den Kapitalmärkten verwehrt werde. Somit sehe sich die Regierung um Cristina Fernández de Kirchner vielen Problemen gegenüber. Hart kritisiert würden die Verstaatlichungs-Pläne der Repsol-Tochter YPF. Sollte der Gesetzesentwurf genehmigt werden, dürfte die Flucht ausländischer Investoren anhalten und somit die schwindenden Devisenreserven weiter verringern. Zudem würden viele Experten die willkürlichen Importrestriktionen kritisieren.
Die argentinische Währung (Peso, kurz: ARS) habe sich in den letzten Jahren stabilisiert und es sei von Seiten der Zentralbank eine kontrollierte leichte Abwertung vorgenommen worden. So habe diese in 2011 bei 8% auf 4,304 USD/ARS gelegen. Für dieses Jahr rechne man mit einer weiteren Abwertung und Analysten würden von circa 10% ausgehen.
Mittelfristig verfügt Argentinien nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research durchaus über das Potenzial, zu einem lukrativen Emerging Markets-Emittenten zu werden. Zumal die Staatsverschuldung mit gut 40% des BIPs auf einem relativ moderaten Niveau liege. Doch solange keine Anreize für ausländische Unternehmen geschaffen würden und die Regierung mit ihren teilweise ungewöhnlichen Maßnahmen für Verunsicherung sorge, sollte Argentinien lediglich auf die Watch-List genommen werden. Es könnte somit noch eine Weile dauern, bis dem Land die Pforten für den Kapitalmarkt wieder geöffnet würden. Interessierte Anleger sollten die Entwicklung in jedem Fall im Auge behalten. (Analyse vom 15.08.2012) (15.08.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
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