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Anspruchsvolles Anleihen-Umfeld: Noch nie war Diversifizierung so wichtig wie heute
05.04.13 12:34
Dexia Asset Management
Luxemburg (www.anleihencheck.de) - Staatsanleihen haben während der letzten 10 bis 20 Jahre eine beachtliche Performance erzielt, so Ken Van Weyenberg, Anlageexperte bei Dexia Asset Management.
Das weitere Aufwärtspotenzial sei jedoch begrenzt, während gleichzeitig die Abwärtsrisiken deutlich zugenommen hätten. Anleger könnten ihr Anleihen-Portfolio auf zwei Arten schützen: durch eine kurze Portfolioduration und eine ausreichende Diversifizierung.
Der deutliche Rückgang der Zinsen in den letzten Jahren sei keine Überraschung angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds nach dem Platzen der Kreditblase gewesen, das die Zentralbanken weltweit zu einer flexibleren Geldpolitik gezwungen habe. Dank dieser Maßnahmen und der massiven Flucht der Anleger in qualitativ hochwertige Papiere hätten europäische und US-Staatsanleihen während der letzten Jahre zweistellige Gesamtrenditen erzielt.
Allerdings seien Staatsanleihen nach der Rally der Jahre 2011 und 2012 inzwischen relativ teuer. Außerdem lägen die Renditen derzeit sowohl in den USA als auch in Europa unter dem durchschnittlichen nominalen Wirtschaftswachstum. Die US-Konjunktur scheine allmählich etwas Fahrt aufzunehmen, wenngleich weiterhin niedrige Zinssätze notwendig sein würden, um die Erholung nicht zu gefährden. Dennoch halte man es durchaus für möglich, dass die FED die Zinssätze schrittweise wieder anheben werde. Für 2013 erwarte man einen Anstieg der zehnjährigen Zinsen auf über 2 Prozent.
In der Eurozone stelle sich die Situation etwas komplizierter dar. Einerseits seien die Anleihen der Kernländer wie Deutschland, Frankreich oder sogar Belgien nicht sehr attraktiv bewertet. Andererseits seien die Papiere der Peripheriestaaten wie Spanien und Italien unterbewertet. Bevor sich hier die Zinssätze normalisieren würden, bedürfe es jedoch eines weiteren Rückgangs der Risikoaufschläge. Insgesamt würden die Experten während der kommenden Monate einen allmählichen Anstieg der Zinsen in Deutschland als Reaktion auf das Wachstum der Bilanzsumme bei der Europäischen Zentralbank erwarten.
Angesichts der historisch niedrigen Zinssätze müssten Anleihenportfolios gegen mögliche negative Renditen bei europäischen Staatsanleihen abgesichert werden. Neben einer Diversifizierung über verschiedene Anleihen-Klassen sei dabei die Duration des Anleihen-Portfolios entscheidend. Eine Verkürzung der Duration im Portfolio sei wichtig zur Absicherung gegen Zinserhöhungen, auch wenn diese zum jetzigen Zeitpunkt selten bleiben dürften. Allerdings könnten Zinserhöhungen einen großen Einfluss auf die Preisentwicklung der Anleihen im Portfolio haben: Schon ein Anstieg der Zinssätze um lediglich 1 Prozent würde bei europäischen Staatsanleihen (gemessen am JP Morgan EMU Government Bond Index) beispielsweise 6,4 Prozent an Wertverlust bedeuten. Lege man eine erwartete Rendite von etwa 2,6 Prozent zugrunde, so würde dies für die europäischen Staatsanleihen eine Negativrendite von 3,8 Prozent bedeuten. Eine Verkürzung der Duration könne die Auswirkungen einer Zinserhöhung abfedern.
Darüber hinaus sollten Anleihen-Portfolios in jenen Segmenten möglichst stark diversifiziert sein, in denen noch Wachstumspotenzial bestehe.
Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating würden derzeit keine wesentlich höheren Renditen als Staatsanleihen erzielen. Dennoch würden sie stärker vom bestehenden risikofreudigen Marktumfeld profitieren. Die zu erwartende Konjunkturabschwächung sei hier bereits eingepreist. Da die Risikoaufschläge von Euro-Unternehmensanleihen recht gering seien, sollte man sich auf Papiere konzentrieren, die auf höher verzinste Währungen lauten würden. Für ein aussichtsreiches Investment würden die Experten beispielsweise Unternehmensanleihen auf Währungen wie die Norwegische Krone (NOK) und den Kanadischen Dollar (CAD) halten. Solche Papiere würden aber eher als Beimischung ins Portfolio gehören, da sie mit Wechselkursrisiken verbunden seien. Zugang zur Assetklasse würden Fonds bieten, die diversifiziert in Unternehmensanleihen in Fremdwährung investieren würden.
Auch Staatsanleihen aus den Schwellenländern seien weiterhin attraktiv. Diese Länder würden eine wachsende Rolle in der Weltwirtschaft spielen und über ein erhebliches langfristiges Potenzial verfügen. Zwar hätten sich die Spreads gegenüber Staatsanleihen aus Industrieländern während der letzten Jahre erheblich verringert. Dennoch würden auf US-Dollar lautende Schwellenländeranleihen immer noch eine attraktive Mehrrendite von 2,7 Prozent generieren. Daneben habe sich das durchschnittliche Kreditrating der Schwellenländer (gemessen am Embi Global Diversified Index) auf BBB- verbessert und der ohnehin relativ geringe Verschuldungsgrad dieser Länder im Vergleich zum BIP sei auch weiterhin rückläufig. Im Jahr 2007 seien die Spreads sogar auf einen Tiefstand von 165 Basispunkten gefallen.
In den Schwellenländern würden die Experten den Schwerpunkt derzeit auf Anleihen in Lokalwährung legen, um von der schrittweisen Aufwertung der betreffenden Währungen zu profitieren, sowie auf Unternehmensanleihen. Nichtsdestoweniger erwarte man eine weitere positive Entwicklung hinsichtlich der Auslandsverschuldung und sehe hier künftig weitere Chancen.
Hochzinsanleihen hätten in den USA und Europa im letzten Jahr eine außergewöhnlich gute Wertentwicklung erzielt (+15 Prozent beziehungsweise +26 Prozent), gleichzeitig seien die Spreads deutlich zurückgegangen. Die Expertens eien sich bewusst, dass aufgrund des gegenwärtigen makroökonomischen Umfelds (Haushaltskürzungen sowohl in Europa als auch in den USA und erwartete Zunahme von Unternehmenspleiten) die Spreads nur in begrenztem Ausmaß zurückgehen würden (Preiseffekt). Dennoch bleibe der Markt für Hochzinsanleihen angesichts der Bedeutung von Zinsdifferenzen in einem Niedrigzinsumfeld weiterhin attraktiv, was sich derzeit in einer Rendite von 5 Prozent widerspiegele. Am Markt für Hochzinsanleihen lege man aufgrund des geringeren Ausfallrisikos den Schwerpunkt auf US-Titel mit kurzen Laufzeiten.
Die Aktienmärkte dürften im Jahr 2013 am stärksten von der Suche der Anleger nach attraktiven Renditechancen profitieren. Deswegen würden auch Wandelanleihen ins Portfolio gehören, jedoch ebenfalls als Beimischung. Wandelanleihen seien Anleihen, die zu einem vorher festgelegten Kurs in eine bestimmte Anzahl von Aktien des gleichen Emittenten umgetauscht werden könnten. Folglich hänge der Kurs einer Wandelanleihe wesentlich stärker von der Performance der zugrunde liegenden Aktie als von der allgemeinen Entwicklung des Anleihemarkts ab. Diese Abhängigkeit vom Aktienmarkt werde als Delta bezeichnet (eine Wandelanleihe mit einem Delta von 30 Prozent erziele eine Kurssteigerung um 0,3 Prozent, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktie um 1 Prozent steige). Der Deltawert nehme zu, wenn die Aktienmärkte steigen würden, und nehme ab, wenn die Aktienmärkte fallen würden. Daher könnten Anleger mit Wandelanleihen teilweise an einem Anstieg des Aktienmarkts partizipieren und zugleich in fallenden Märkten ihre Verlustrisiken begrenzen.
Wandelanleihen seien derzeit attraktiv bewertet und würden von mehreren positiven Faktoren, wie der wachsenden Zahl von Fusionen und Übernahmen, dem großen Volumen auslaufender Papiere und der hohen Liquidität bei Investmentfonds profitieren. Durch die Aufnahme von Wandelanleihen in das Portfolio sei also eine erhebliche Renditesteigerung möglich, ohne dass die Volatilität nennenswert zunehme.
Zusätzlich könne man das Portfolio gegen Zinsschwankungen absichern, indem man einen Teil in so genannte Total-Return-Fonds investiere. Diese Fonds würden aktiv gemanagt, könnten auf die verschiedensten Markttrends setzen (darunter Zins- und Wechselkursentwicklungen) und seien in der Regel stark über alle genannten Anleihensegmente diversifiziert.
Die Anleihemärkte hätten ihre besten Tage hinter sich, und die Aktienmärkte würden wieder in den Vordergrund rücken. Dies bedeute jedoch nicht, dass sich mit einem Anleihenportfolio keine attraktiven Renditen erzielen lassen würden, wenn dieses ausreichend diversifiziert und gegen Zinsschwankungen abgesichert sei. Die zu erwartende Rendite sei zwar geringer als bei reinen Aktienanlagen. Mit einem Aktienanteil von 15 bis 20 Prozent könne man jedoch die Gesamtrendite deutlich steigern und dabei zugleich die Volatilität relativ gering halten. (05.04.2013/alc/a/a)
Das weitere Aufwärtspotenzial sei jedoch begrenzt, während gleichzeitig die Abwärtsrisiken deutlich zugenommen hätten. Anleger könnten ihr Anleihen-Portfolio auf zwei Arten schützen: durch eine kurze Portfolioduration und eine ausreichende Diversifizierung.
Der deutliche Rückgang der Zinsen in den letzten Jahren sei keine Überraschung angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds nach dem Platzen der Kreditblase gewesen, das die Zentralbanken weltweit zu einer flexibleren Geldpolitik gezwungen habe. Dank dieser Maßnahmen und der massiven Flucht der Anleger in qualitativ hochwertige Papiere hätten europäische und US-Staatsanleihen während der letzten Jahre zweistellige Gesamtrenditen erzielt.
Allerdings seien Staatsanleihen nach der Rally der Jahre 2011 und 2012 inzwischen relativ teuer. Außerdem lägen die Renditen derzeit sowohl in den USA als auch in Europa unter dem durchschnittlichen nominalen Wirtschaftswachstum. Die US-Konjunktur scheine allmählich etwas Fahrt aufzunehmen, wenngleich weiterhin niedrige Zinssätze notwendig sein würden, um die Erholung nicht zu gefährden. Dennoch halte man es durchaus für möglich, dass die FED die Zinssätze schrittweise wieder anheben werde. Für 2013 erwarte man einen Anstieg der zehnjährigen Zinsen auf über 2 Prozent.
In der Eurozone stelle sich die Situation etwas komplizierter dar. Einerseits seien die Anleihen der Kernländer wie Deutschland, Frankreich oder sogar Belgien nicht sehr attraktiv bewertet. Andererseits seien die Papiere der Peripheriestaaten wie Spanien und Italien unterbewertet. Bevor sich hier die Zinssätze normalisieren würden, bedürfe es jedoch eines weiteren Rückgangs der Risikoaufschläge. Insgesamt würden die Experten während der kommenden Monate einen allmählichen Anstieg der Zinsen in Deutschland als Reaktion auf das Wachstum der Bilanzsumme bei der Europäischen Zentralbank erwarten.
Angesichts der historisch niedrigen Zinssätze müssten Anleihenportfolios gegen mögliche negative Renditen bei europäischen Staatsanleihen abgesichert werden. Neben einer Diversifizierung über verschiedene Anleihen-Klassen sei dabei die Duration des Anleihen-Portfolios entscheidend. Eine Verkürzung der Duration im Portfolio sei wichtig zur Absicherung gegen Zinserhöhungen, auch wenn diese zum jetzigen Zeitpunkt selten bleiben dürften. Allerdings könnten Zinserhöhungen einen großen Einfluss auf die Preisentwicklung der Anleihen im Portfolio haben: Schon ein Anstieg der Zinssätze um lediglich 1 Prozent würde bei europäischen Staatsanleihen (gemessen am JP Morgan EMU Government Bond Index) beispielsweise 6,4 Prozent an Wertverlust bedeuten. Lege man eine erwartete Rendite von etwa 2,6 Prozent zugrunde, so würde dies für die europäischen Staatsanleihen eine Negativrendite von 3,8 Prozent bedeuten. Eine Verkürzung der Duration könne die Auswirkungen einer Zinserhöhung abfedern.
Darüber hinaus sollten Anleihen-Portfolios in jenen Segmenten möglichst stark diversifiziert sein, in denen noch Wachstumspotenzial bestehe.
Auch Staatsanleihen aus den Schwellenländern seien weiterhin attraktiv. Diese Länder würden eine wachsende Rolle in der Weltwirtschaft spielen und über ein erhebliches langfristiges Potenzial verfügen. Zwar hätten sich die Spreads gegenüber Staatsanleihen aus Industrieländern während der letzten Jahre erheblich verringert. Dennoch würden auf US-Dollar lautende Schwellenländeranleihen immer noch eine attraktive Mehrrendite von 2,7 Prozent generieren. Daneben habe sich das durchschnittliche Kreditrating der Schwellenländer (gemessen am Embi Global Diversified Index) auf BBB- verbessert und der ohnehin relativ geringe Verschuldungsgrad dieser Länder im Vergleich zum BIP sei auch weiterhin rückläufig. Im Jahr 2007 seien die Spreads sogar auf einen Tiefstand von 165 Basispunkten gefallen.
In den Schwellenländern würden die Experten den Schwerpunkt derzeit auf Anleihen in Lokalwährung legen, um von der schrittweisen Aufwertung der betreffenden Währungen zu profitieren, sowie auf Unternehmensanleihen. Nichtsdestoweniger erwarte man eine weitere positive Entwicklung hinsichtlich der Auslandsverschuldung und sehe hier künftig weitere Chancen.
Hochzinsanleihen hätten in den USA und Europa im letzten Jahr eine außergewöhnlich gute Wertentwicklung erzielt (+15 Prozent beziehungsweise +26 Prozent), gleichzeitig seien die Spreads deutlich zurückgegangen. Die Expertens eien sich bewusst, dass aufgrund des gegenwärtigen makroökonomischen Umfelds (Haushaltskürzungen sowohl in Europa als auch in den USA und erwartete Zunahme von Unternehmenspleiten) die Spreads nur in begrenztem Ausmaß zurückgehen würden (Preiseffekt). Dennoch bleibe der Markt für Hochzinsanleihen angesichts der Bedeutung von Zinsdifferenzen in einem Niedrigzinsumfeld weiterhin attraktiv, was sich derzeit in einer Rendite von 5 Prozent widerspiegele. Am Markt für Hochzinsanleihen lege man aufgrund des geringeren Ausfallrisikos den Schwerpunkt auf US-Titel mit kurzen Laufzeiten.
Die Aktienmärkte dürften im Jahr 2013 am stärksten von der Suche der Anleger nach attraktiven Renditechancen profitieren. Deswegen würden auch Wandelanleihen ins Portfolio gehören, jedoch ebenfalls als Beimischung. Wandelanleihen seien Anleihen, die zu einem vorher festgelegten Kurs in eine bestimmte Anzahl von Aktien des gleichen Emittenten umgetauscht werden könnten. Folglich hänge der Kurs einer Wandelanleihe wesentlich stärker von der Performance der zugrunde liegenden Aktie als von der allgemeinen Entwicklung des Anleihemarkts ab. Diese Abhängigkeit vom Aktienmarkt werde als Delta bezeichnet (eine Wandelanleihe mit einem Delta von 30 Prozent erziele eine Kurssteigerung um 0,3 Prozent, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktie um 1 Prozent steige). Der Deltawert nehme zu, wenn die Aktienmärkte steigen würden, und nehme ab, wenn die Aktienmärkte fallen würden. Daher könnten Anleger mit Wandelanleihen teilweise an einem Anstieg des Aktienmarkts partizipieren und zugleich in fallenden Märkten ihre Verlustrisiken begrenzen.
Wandelanleihen seien derzeit attraktiv bewertet und würden von mehreren positiven Faktoren, wie der wachsenden Zahl von Fusionen und Übernahmen, dem großen Volumen auslaufender Papiere und der hohen Liquidität bei Investmentfonds profitieren. Durch die Aufnahme von Wandelanleihen in das Portfolio sei also eine erhebliche Renditesteigerung möglich, ohne dass die Volatilität nennenswert zunehme.
Zusätzlich könne man das Portfolio gegen Zinsschwankungen absichern, indem man einen Teil in so genannte Total-Return-Fonds investiere. Diese Fonds würden aktiv gemanagt, könnten auf die verschiedensten Markttrends setzen (darunter Zins- und Wechselkursentwicklungen) und seien in der Regel stark über alle genannten Anleihensegmente diversifiziert.
Die Anleihemärkte hätten ihre besten Tage hinter sich, und die Aktienmärkte würden wieder in den Vordergrund rücken. Dies bedeute jedoch nicht, dass sich mit einem Anleihenportfolio keine attraktiven Renditen erzielen lassen würden, wenn dieses ausreichend diversifiziert und gegen Zinsschwankungen abgesichert sei. Die zu erwartende Rendite sei zwar geringer als bei reinen Aktienanlagen. Mit einem Aktienanteil von 15 bis 20 Prozent könne man jedoch die Gesamtrendite deutlich steigern und dabei zugleich die Volatilität relativ gering halten. (05.04.2013/alc/a/a)


