Anleihenmärkte am Mittag: Suche nach sicheren Titeln hält an


18.05.12 13:04
anleihencheck.de

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Die deutschen Anleihenmärkte haben bis zum Mittag weiter von der anhaltenden Suche nach sicheren deutschen Staatstiteln profitiert. Dabei ignorieren die Investoren unter dem Motto "Hauptsache die Bonität stimmt" auch weiterhin einen real negativen Return, der sich aus dem Spannungsbogen zwischen Minirenditen und Inflationsraten ergibt. Der Euro-Bund-Future lag zum Mittag mit +0,10% fester auf 143,81Punkten. Der Bobl Future (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) lag um 0,02% besser bei 126,16 Punkten. Der Schatz-Future (ISIN DE0009652669 / WKN 9652669) bewegte sich kaum und notierte mit 110,68 Punkten fast unverändert. Die Crossrate EUR/USD lag zum Mittag mit -0,02% auf 1,2695.

Der Markt findet keine Zeit Luft zu holen, nachdem die Ratingagenturen bereits am Donnerstagabend neue "Urteile fällten". Die Agentur Fitch senkte die Bonität Griechenlands und warnte vor einem Austritt des Landes aus dem Euroraum und einer Staatspleite. Die Ratingagentur Moody's sprach Downgrades für 16 spanische Banken aus, weil der Finanzsektor an den Folgen der geplatzten Immobilienblase und damit einer Vielzahl notleidender Hypothekenkredite laboriere.

Das Segment der Unternehmensanleihen hat zum Mittag teilweise deutlich leichter tendiert. Offensichtliche Sorgen um Griechenland-Engagements und deren notweniger Neubewertung im Falle eines Euro-Austritts sowie um die weitere konjunkturelle Entwicklung haben beim RDAX für Unternehmensanleihen (ISIN DE000A0C3743 / WKN A0C374) bis zum Mittag zu einem Minus von 0,03% auf 101,467 Punkten geführt. Die im RDAX gefasste 8,5%ige Unternehmensanleihe (EO-MTN) (ISIN DE000A0T61L9 / WKN A0T61L) von ThyssenKrupp Fin. Nederland BV notierte zum Mittag bei 116,65%. Damit errechnet sich für das mit einem Moody's-Anleiherating von "Baa3" bewertete und am 25.02.2016 fällige Papier eine Rendite von 3,68%. Der Industriekonzern ThyssenKrupp gab bekannt, dass sein Vorstand für die Werke von Steel Americas in Brasilien und den USA parallel zur weiteren technischen und wirtschaftlichen Optimierung strategische Optionen in alle Richtungen prüft.

Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit der Entwicklung des Konzepts eines integrierten Verbundes mit dem Brammenwerk in Rio de Janeiro und dem Weiterverarbeitungswerk in Mobile, Alabama, nachhaltig verändert haben. Zugleich hatte der Konzern erklärt, dass das Konzernergebnis im ersten Halbjahr 2011/2012 durch das schwierige Preisumfeld im Werkstoffgeschäft und Anlaufverluste bei Steel Americas belastet wurde.

Ebenfalls eine leichtere Tendenz zeigte der Bondm-Index für in Euro denominierte Mittelstandsanleihen an der Börse Stuttgart zum heutigen Mittag, als der Abschlag 0,14% auf 95,67 Punkte betragen hat. (18.05.2012/alc/a/a)