Anleihenmärkte am Mittag: Käuferseite legt deutlich zu


23.05.12 13:06
anleihencheck.de

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Die deutschen Anleihenmärkte tendierten am Mittag deutlich fester. Für das zunehmende Interesse der Käufer hat wohl einerseits die negative Entwicklung der Aktienmärkte beigetragen. Diese hatten, die im Zuge der Äußerungen von Griechenlands Ex-Ministerpräsident Papademos, nach denen er die Gefahr eines Austritts seines Landes aus der Gemeinschaftswährung als real bezeichnet habe, mit zunehmender Angst reagiert. Andererseits steht das Marktgeschehen im Zeichen des am Abend stattfindenden informellen EU-Gipfels. Zudem scheinen die deutschen Staatsanleihen von Entscheidungen der japanischen Notenbank profitiert zu haben, die ihre Geldpolitik trotz der schleppenden Konjunktur nicht weiter gelockert hatte.

Der Euro-Bund-Future hat zum Mittag mit +0,53% auf 143,85 Punkte kräftig zugelegt. Der Bobl Future (ISIN DE0009652651 / WKN 965265) weist ein Plus von 0,26% auf 126,24 Punkte auf. Der Schatz-Future (ISIN DE0009652669 / WKN 9652669) konnte sich um 0,04% auf 110,69 Punkten verbessern. Die Gemeinschaftswährung konnte sich negativen Tendenzen nicht entziehen, sodass die Crossrate EUR/USD zum Mittag bei 1,2646 um 0,11% niedriger lag.

Der RDAX für Unternehmensanleihen (ISIN DE000A0C3743 / WKN A0C374) konnte zum Mittag von der Kauflaune bei Anleihen profitieren und lag um 0,13% besser auf 101,42 Punkten. Die im RDAX gefasste 6,625%ige Unternehmensanleihe (EO-MTN) (ISIN XS0399647675 / WKN A0T3SP) von RWE Finance B.V. notierte zum Mittag unverändert auf 117,64 %. Daraus errechnet sich für das mit einem Moody's-Anleiherating von "A3" bewertete und am 31.01.2019 zur Rückzahlung fällige Papier eine Rendite von 3,66%. Der geplante Verkauf der Anteile des RWE-Konzerns an den Berliner Wasserbetrieben an das Land steht unter Beschuss des Miteigentümers, dem französischen Unternehmen Veolia.

Die Franzosen wollen das Geschäft zwischen RWE und dem Land Berlin zumindest vorerst verhindern. Veolia hatte mitgeteilt, dass es vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen RWE beantragt hat. Der geplante Verkauf verletze seine Rechte. Man sehe das bisherige Gleichgewicht zwischen dem Land Berlin und den beiden privaten Gesellschaftern zerstört, sollte RWE seine Hälfte der Beteiligungsgesellschaft RVB an das Land verkaufen. Der deutsche Energiekonzern solle sich Anfang Mai mit Finanzsenator Nußbaum über den Rückkauf geeinigt haben, wobei die Vereinbarung noch vom Senat und dem Abgeordnetenhaus gebilligt werden müsse. Veolia und RWE hatten im Jahr 1999 je 24,95% der Wasserbetriebe für umgerechnet 1,7 Mrd. EUR gekauft.

Der Bondm-Index für in Euro denominierte Mittelstandsanleihen an der Börse Stuttgart notierte zum heutigen Mittag freundlicher, als der Aufschlag 0,35% auf 94,75 Punkte betragen hat. (23.05.2012/alc/a/a)