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Anleihenkäufe der Notenbanken werden Trends an Finanzmärkten durcheinanderwirbeln


10.04.13 11:01
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zu Beginn des 2Q/13 fühlt man sich an den Devisenmärkten an das Frühjahr 2012 erinnert, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Auch vor einem Jahr sei der Wechselkurs (USD/EUR) unter 1,30 bis auf fast 1,20 gerutscht. Damals sei ausschließlich über die Verschuldungsprobleme in der Eurozone diskutiert worden. Das sei auch jetzt wieder der Fall (1,28USD = 1EUR; zuletzt 1,30). Wer werde der nächste Sanierungskandidat? Vielleicht Slowenien, Portugal oder Italien?

So schlimm das auch alles besonders in der Südperipherie der Eurozone sei, doch genau wie vor einem Jahr spreche gegenwärtig niemand darüber, dass die Verschuldungsprobleme in den USA viel größer als in der Eurozone seien. Und da das Weltwährungssystem praktisch nur aus zwei Währungen bestehe, auf die zusammen rund 90% aller Währungsreserven entfallen würden, müsse die eine Währung sinken wenn die andere steige. Paradoxerweise habe die Befestigung des USD gleichzeitig eine Abschwächung des Goldpreises wegen seiner inversen Korrelation gebracht.

Der Anstieg des USD gegenüber dem EUR habe auch nichts mit konjunkturellen Unterschieden zu tun. Beide Regionen stünden am Rande von Rezession und Stagnation. Die EZB nähere sich erneuten monetären Stimulierungen. In den USA würden sich alle Augen auf den 18. Mai richten, wenn die seit dem 31.12.2012 verschobene Erhöhung der Schuldenobergrenze endlich gelöst werden solle. Das US-Staatsdefizit habe in den letzten zwölf Monaten um 1.352 Mrd. US-Dollar zugelegt. Die FED kaufe jeden Monat für USD 85 Mrd. Treasuries und Hypothekenanleihen, in 2013 also für 1 Billion. Die Bank of Japan stehe ihr kaum nach. Bei seiner ersten Sitzung habe Notenbankchef Kuroda gleich durchgesetzt, dass die monatlichen Anleihekäufe auf USD 74 Mrd. verdoppelt würden, um das Inflationsziel von 2% innerhalb von zwei Jahren zu erreichen.

Das Ankaufvolumen beider Notenbanken steige auf rund USD 159 Mrd. Monat für Monat. Eine wahre Sturzflut von monetärer Liquidität von 12 mal 159 = rd. USD 2 Billionen komme auf die internationalen Finanzmärkte im Verlauf von 2013 zu. Der Japanische Yen habe bereits mit einer deutlichen Abschwächung auf breiter Front reagiert. Warum sollte der US-Dollar dann gegenüber den wichtigsten Währungen steigen?

USD 2 Billionen Liquidität frisch von den Notenbanken würden im Verlauf von 2013 die Trends an den Finanzmärkten kaum berechenbar durcheinanderwirbeln. In dieser Situation auf einen steigenden USD zu setzen, könne gefährlich werden. (10.04.2013/alc/a/a)