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Anleihen gewinnen an Attraktivität - EZB-Zinssenkung wohl erst in der zweiten Jahreshälfte 2024
18.10.23 09:15
Fürst Fugger Privatbank
Augsburg (www.anleihencheck.de) - Zu Beginn des vierten Quartals hat die EZB erst kürzlich ihre kurzfristigen Wachstumsprognosen für die Eurozone nach unten korrigiert, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.
Norbert Frey, Leiter Fondsmanagement der Fürst Fugger Privatbank: "Zwar sind in einigen Mitgliedsstaaten die Einkaufsmanagerindices zuletzt etwas gestiegen, insgesamt deuten sie jedoch immer noch auf eine rückläufige Geschäftsaktivität hin."
Jüngste Zahlen zeigten zudem, dass der Rückgang der Inflation ins Stocken geraten sei. Für Norbert Frey einer der Gründe für die letzte Zinsanhebung der EZB um 25 Basispunkte - trotz klarer Rezessionssignale aus der Eurozone: "Der starke Anstieg der Ölpreise dürfte ein wesentlicher Treiber für die erneute Zinserhöhung gewesen sein. Mit der Entspannung am Rohölmarkt scheint es erst einmal vorbei sein", so Frey.
Angesichts des drohenden Kriegs im Nahen Osten würden auch nicht wenige Analysten glauben, dass die Ölpreise noch weiter anziehen könnten. Norbert Frey: "Steigt der Ölpreis weiter, dann erhöht sich erneut der Druck auf die Inflation und das Wachstum. Das würde den Zentralbanken neue Schwierigkeiten bereiten."
Beides, Zinsentscheidungen und das wirtschaftliche Umfeld, hätten im dritten Quartal einen erheblichen Einfluss auf die Performance festverzinslicher Wertpapiere gehabt. Steigende Renditen von Staatsanleihen der Eurozone hätten zu einer negativen Performance geführt. In Summe scheine sich die Politik der Zentralbanken als wirksam zu erweisen, so Frey: "Die Inflation wird noch länger über 2 Prozent liegen und damit in den Augen der EZB zu hoch sein. Dennoch glauben wir, dass sich die Zinssätze ihrem Höhepunkt nähern. Vielleicht haben sie ihn sogar schon erreicht."
Tatsächlich habe die EZB signalisiert, dass der Leitzins wohl über einen längeren Zeitraum unverändert bleiben solle. Auch die Stimmung an den Rentenmärkten passe zu dieser Aussage. Frey schränke jedoch ein: "Allen muss klar sein, dass eine erste Zinssenkung erst im zweiten Halbjahr 2024 zu erwarten ist." Für ihn sei aktuell eine sanfte Landung der Wirtschaft in der Eurozone das wahrscheinlichste Szenario - nur nicht in Deutschland, denn das befinde sich mitten in einer Rezession.
Für Anleger schienen in diesem weiterhin unsicheren wirtschaftlichen Umfeld mit hoher Zinsvolatilität Anleihen im Vergleich attraktiver als Aktien zu sein - jedenfalls kurzfristig, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank. Angesichts der schwachen Konjunktur rate Frey Anlegern, Investment-Grade-Anleihen den Hochzinsanleihen vorzuziehen. Mit ihnen ließen sich potenziell attraktive Renditen erzielen, so Frey: "Sollte der Straffungszyklus wirklich zu Ende gehen, werden auch Anleihen mit längeren Laufzeiten interessanter." (18.10.2023/alc/a/a)
Norbert Frey, Leiter Fondsmanagement der Fürst Fugger Privatbank: "Zwar sind in einigen Mitgliedsstaaten die Einkaufsmanagerindices zuletzt etwas gestiegen, insgesamt deuten sie jedoch immer noch auf eine rückläufige Geschäftsaktivität hin."
Jüngste Zahlen zeigten zudem, dass der Rückgang der Inflation ins Stocken geraten sei. Für Norbert Frey einer der Gründe für die letzte Zinsanhebung der EZB um 25 Basispunkte - trotz klarer Rezessionssignale aus der Eurozone: "Der starke Anstieg der Ölpreise dürfte ein wesentlicher Treiber für die erneute Zinserhöhung gewesen sein. Mit der Entspannung am Rohölmarkt scheint es erst einmal vorbei sein", so Frey.
Beides, Zinsentscheidungen und das wirtschaftliche Umfeld, hätten im dritten Quartal einen erheblichen Einfluss auf die Performance festverzinslicher Wertpapiere gehabt. Steigende Renditen von Staatsanleihen der Eurozone hätten zu einer negativen Performance geführt. In Summe scheine sich die Politik der Zentralbanken als wirksam zu erweisen, so Frey: "Die Inflation wird noch länger über 2 Prozent liegen und damit in den Augen der EZB zu hoch sein. Dennoch glauben wir, dass sich die Zinssätze ihrem Höhepunkt nähern. Vielleicht haben sie ihn sogar schon erreicht."
Tatsächlich habe die EZB signalisiert, dass der Leitzins wohl über einen längeren Zeitraum unverändert bleiben solle. Auch die Stimmung an den Rentenmärkten passe zu dieser Aussage. Frey schränke jedoch ein: "Allen muss klar sein, dass eine erste Zinssenkung erst im zweiten Halbjahr 2024 zu erwarten ist." Für ihn sei aktuell eine sanfte Landung der Wirtschaft in der Eurozone das wahrscheinlichste Szenario - nur nicht in Deutschland, denn das befinde sich mitten in einer Rezession.
Für Anleger schienen in diesem weiterhin unsicheren wirtschaftlichen Umfeld mit hoher Zinsvolatilität Anleihen im Vergleich attraktiver als Aktien zu sein - jedenfalls kurzfristig, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank. Angesichts der schwachen Konjunktur rate Frey Anlegern, Investment-Grade-Anleihen den Hochzinsanleihen vorzuziehen. Mit ihnen ließen sich potenziell attraktive Renditen erzielen, so Frey: "Sollte der Straffungszyklus wirklich zu Ende gehen, werden auch Anleihen mit längeren Laufzeiten interessanter." (18.10.2023/alc/a/a)


