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Anleihen in Schweizer Franken könnten die größten Verluste erleiden


17.06.13 13:33
UBS

Zürich (www.anleihencheck.de) - Unter den fünf wichtigsten Märkten könnten die Anleihen in Schweizer Franken im Falle eines deutlichen Anstiegs der Zinsen die größten Verluste aufweisen, so die Analysten der UBS.

Dies sei eine der wichtigsten Schlussfolgerungen des Chief Investment Office (CIO) von Wealth Management in seiner neusten Publikation Long-Term Sells: langfristige erstklassige Anleihen in den wichtigsten Währungen. Auf währungsabgesicherter Basis könnten die GBP-Anleihen im wahrscheinlichsten Wirtschaftsszenario jedoch am schlechtesten abschneiden.

Alexander S. Friedman, Global Chief Investment Officer, UBS Wealth Management: "Ein Aspekt unserer Kundendienstleistungen ist die Identifizierung aktueller Anlagechancen und -risiken. Ein weiteres Ziel ist es, künftige große Stolpersteine rechtzeitig zu erkennen. Sie mögen noch weit in der Zukunft liegen, sind aber heute schon von Belang für die Anlegerinnen und Anleger. Aus diesem Grund haben wir die Publikationsreihe mit dem Titel 'Long-Term Sells' ins Leben gerufen, die auf unserem umfangreichen Anlage-Know-how beruht."

In der zweiten Ausgabe von Long-Term Sells betrachte die Research-Abteilung von UBS Wealth Management die Folgen steigender Zinsen. Die Anleihenrenditen der Industrieländer seien bereits von den Rekordtiefs im letzten Jahr gestiegen und dürften in den nächsten zwei bis drei Jahren weiter zulegen. Es sei zwar schwer zu sagen, wann genau mit dem nächsten Anstieg zu rechnen sei. Die Analysten von CIO Wealth Management würden es jedoch für sinnvoll halten, die möglichen Konsequenzen zu untersuchen.

Daher analysiere CIO Wealth Management erstklassige Anleihen, also jene am oberen Ende des Investment-Grade-Rating-Spektrums (mit einem Rating von mindestens "AA-"), die auf US-Dollar, Euro, Britische Pfund, Japanische Yen und Schweizer Franken lauten würden. Die Analysten würden untersuchen, welche Teilsegmente in verschiedenen Wirtschaftsszenarien am ehesten Gefahr laufen würden, negative Gesamterträge zu erzielen. Obwohl die Couponzahlungen auf Anleiheninvestments einen regelmäßigen positiven Ertrag bieten würden, könnten steigende Zinsen zu einer negativen Kursentwicklung führen. Die längerfristigen Anleihen wären dabei am stärksten von diesem Effekt betroffen. Bei Anleihen mit einer Risikoprämie gegenüber den Staatsanleihen biete die Renditedifferenz einen gewissen Schutz gegen steigende Zinsen. Veränderungen der Risikoprämien könnten jedoch die Kursentwicklung in gleichem Maße beeinflussen wie die Veränderung der Zinsen.

CIO Wealth Management sei der Auffassung, dass ein moderates Wirtschaftswachstum das wahrscheinlichste Konjunkturszenario sein werde. Dies dürfte über einen Zeithorizont von zwei bis vier Jahren zu einem deutlichen Anstieg der mittel- bis längerfristigen Zinsen führen. Ein positives Szenario eines starken Wirtschaftswachstums würde sich sehr negativ auf alle Märkte für erstklassige Anleihen auswirken, während ein negatives Szenario mit einem schwachen Wirtschaftswachstum die Benchmark-Staatsanleihen unterstützen würde. Auf währungsabgesicherter Basis bestehe bei den GBP-Anleihen im Basisszenario eines moderaten Wirtschaftswachstums die größte Gefahr eines negativen Ertrags.

Des Weiteren würden die Analysten von CIO Wealth Management hervorheben, dass einige Unternehmensanleihen mit erstklassigem Rating im Vergleich zu Staatsanleihen über alle wichtigen Währungen hinweg teuer seien. Im Hauptszenario eines moderaten Wirtschaftswachstums sowie in den positiveren und negativeren alternativen Szenarien von CIO Wealth Management wäre die Gefahr negativer Erträge bei den längerfristigen erstklassigen CHF-Anleihen auf nicht abgesicherter Basis am größten. USD-Anleihen dürften sich besser entwickeln als auf Euro lautende Anleihen, auch auf nicht abgesicherter Basis.

Unter den erstklassigen Anleihen empfehle CIO Wealth Management eine Umschichtung von Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit erstklassigem Rating in Covered Bonds (Pfandbriefe). Bei den Staatsanleihen würden die Anleihen in Japanischen Yen auf abgesicherter und nicht abgesicherter Basis die besten Aussichten aufzuweisen scheinen. CIO Wealth Management ziehe die abgesicherte Version jedoch eindeutig vor. Nach Einschätzung von CIO Wealth Management würden Investment-Grade-Anleihen mit niedrigerem Rating ("A"/"BBB") in allen Währungen einen besseren relativen Wert bieten. (17.06.2013/alc/a/a)