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Anleihen mit Risikoaufschlag gefragt


15.12.20 10:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen standen zunächst unter dem Einfluss der US-Wahl, so die Experten von Union Investment.

Der zuvor von den Demoskopen prognostizierte Erdrutschsieg von Joe Biden sei überraschend ausgeblieben. Aufgrund der fehlenden eindeutigen Mehrheit im US-Kongress sei die Umsetzung eines größeren Konjunkturprogramms angezweifelt worden. US-Schatzanweisungen seien in diesem Umfeld gesucht gewesen und hätten Kursgewinne aufgewiesen. Im weiteren Monatsverlauf hätten gleich drei große Pharmakonzerne ermutigende Ergebnisse zu den Impfstoffen vorgestellt. Anleger hätten begonnen eine mögliche Erholung im Sommer nächsten Jahres einzupreisen. Papiere mit einem Risikoaufschlag seien daraufhin gefragt gewesen, während US-Schatzanweisungen Kursverluste verbucht hätten. Weiter steigende Corona-Infektionszahlen und die Ankündigung erster Eindämmungsmaßnahmen hätten in der zweiten Monatshälfte dann wieder die Nachfrage nach US-Schatzanweisungen erhöht. Gemessen am J.P. Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen den November letztlich mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent beendet.

Auch der Markt für europäische Staatsanleihen habe auf die US-Wahl und die Impfstoffnachrichten reagiert. Risikobehaftete Papiere seien daraufhin stark gesucht gewesen, sodass es bei den als sicher geltenden Bundesanleihen zunächst zu Kursverlusten gekommen sei. Anhaltend hohe Infektionszahlen und die Aussicht auf eine Verlängerung der Eindämmungsmaßnahmen hätten dann jedoch dazu geführt, dass die Verluste im Rahmen aufkommender Unsicherheit wieder hätten aufgeholt werden können. Papiere aus den Peripherieländern hätten sich hingegen wesentlich stabiler gezeigt und nahezu durchweg Kursgewinne verbucht. Vielfach hätten die Renditen Rekordtiefstände erreicht. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten europäische Staatsanleihen im November ein Plus von 0,1 Prozent erzielt.

Europäische Unternehmensanleihen seien von Käufen der EZB gestützt geblieben und hätten zudem von der höheren Risikobereitschaft der Anleger profitiert und auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Plus von 1,0 Prozent verzeichnet. Ein steigender Ölpreis und ein schwacher US-Dollar hätten Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) um 3,9 Prozent steigen lassen. (Ausgabe vom 14.12.2020) (15.12.2020/alc/a/a)