Erweiterte Funktionen
Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug stecken im Dilemma
30.08.23 09:15
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Sam Vereecke, CIO Fixed Income bei DPAM (Degroof Petercam Asset Management), teilt die Welt der nachhaltigen Anleihen in zwei Hauptkategorien - "Grüne" oder "Soziale" Anleihen, deren Erlöse für umwelt- oder sozialpolitische Initiativen verwendet werden sowie Anleihen mit Nachhaltigkeitsbezug (Sustainability-Linked Bonds).
Bei letzteren seien die aufgenommenen Mittel nicht an bestimmte Projekte gebunden, sondern könnten für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Der Kupon, den diese Anleihen zahlen würden, könne steigen, wenn der Emittent bestimmte Nachhaltigkeits-Kennzahlen nicht erfülle. Beispiel Enel: Der italienische Energieversorger habe im Jahr 2019 Neuland betreten und eine Erhöhung des Kupons um 15 Basispunkte versprochen, wenn er seine Ziele für erneuerbare Energien nicht erreiche. Die Wirksamkeit dieses Modells werde jedoch infrage gestellt: Reiche der potenzielle Kuponanstieg aus, um Unternehmen wirklich zu nachhaltigem Verhalten zu bewegen?
Trotz vielversprechender Anfänge stoße der Sektor der nachhaltigkeitsbezogenen Anleihen jedoch auf mehrere Hindernisse. Regulatorische Fragen und die Unklarheit über ihren Platz in den Kapitalstrukturen der Banken hätten erhebliche Hürden aufgeworfen. Emittenten scheinen zudem bei der Konstruktion ihrer SLBs manchmal zu "kreativ" oder zu opportunistisch, die Emittenten würden völlig diskret über die Verwendung der Mittel entscheiden. Angesichts der Schwierigkeit, die direkten Auswirkungen der Erlöse aus diesen Anleihen effektiv zu messen, scheine ein qualitativer Ansatz zur Auswahl von SLBs durch Fachleute unumgänglich zu sein.
Seit Anfang 2023 habe der Anteil der auf Euro lautenden ESG-Anleihen mit Investment Grade an den gesamten Unternehmensanleiheemissionen in den Industrieländern 28% betragen, der Anteil der hochverzinslichen ESG-Anleihen 37%. Dies sei angesichts der Herausforderung, die die globale Erwärmung darstelle, immer noch wenig.
Nachhaltigkeitsbezogene Anleihen seien zu einem Thema geworden, das komplizierter sei als von vielen erwartet. Emittenten, Anlegern und Experten sei zu wünschen, dass Auswege aus diesem Dilemma gefunden würden. (30.08.2023/alc/a/a)
Bei letzteren seien die aufgenommenen Mittel nicht an bestimmte Projekte gebunden, sondern könnten für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Der Kupon, den diese Anleihen zahlen würden, könne steigen, wenn der Emittent bestimmte Nachhaltigkeits-Kennzahlen nicht erfülle. Beispiel Enel: Der italienische Energieversorger habe im Jahr 2019 Neuland betreten und eine Erhöhung des Kupons um 15 Basispunkte versprochen, wenn er seine Ziele für erneuerbare Energien nicht erreiche. Die Wirksamkeit dieses Modells werde jedoch infrage gestellt: Reiche der potenzielle Kuponanstieg aus, um Unternehmen wirklich zu nachhaltigem Verhalten zu bewegen?
Seit Anfang 2023 habe der Anteil der auf Euro lautenden ESG-Anleihen mit Investment Grade an den gesamten Unternehmensanleiheemissionen in den Industrieländern 28% betragen, der Anteil der hochverzinslichen ESG-Anleihen 37%. Dies sei angesichts der Herausforderung, die die globale Erwärmung darstelle, immer noch wenig.
Nachhaltigkeitsbezogene Anleihen seien zu einem Thema geworden, das komplizierter sei als von vielen erwartet. Emittenten, Anlegern und Experten sei zu wünschen, dass Auswege aus diesem Dilemma gefunden würden. (30.08.2023/alc/a/a)


