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Anleihen: Mehr Schub für grüne und soziale Labels im Jahr 2021
20.01.21 11:00
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - In Bezug auf das verwaltete Vermögen und die registrierten Zuflüsse sowie die globalen regulatorischen Fortschritte erlebten ESG- und nachhaltige Anlagen in 2020 ein Ausnahmejahr, diese positive ESG-Dynamik wird sich nach Meinung von Ophélie Mortier, Head of Responsible Investments bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM), auch 2021 fortsetzen - mit all ihren Chancen wie auch Risiken.
Beide müssten sorgfältig und genau überwacht werden, um zu zeigen, dass ESG-Faktoren Hand in Hand mit nachhaltiger Wertentwicklung gehen würden. Zu den wichtigsten ESG-bezogenen Risiken, die es 2021 zu beobachten gelte, würden erstens die Auswirkungen von COVID-19 (und insbesondere deren Verbindung zu anderen ESG-Risiken) und zweitens das geopolitische Risiko als wichtiger Faktor bei großen ESG-Herausforderungen in Bezug auf Lieferketten, Digitalisierung, Technologien und den Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Welt gehören.
Je mehr der Fokus auf Nachhaltigkeit liege, desto höher sei das damit verbundene Reputationsrisiko. In Kombination mit der anstehenden Regulierung, die Greenwashing eindämmen soll, stehen wir vor einer erheblichen Herausforderung, so die Experten von DPAM. In der Tat bestehe die Gefahr, dass sich der zusätzliche Arbeitsaufwand, die Kosten und die Komplexität für Investoren, die sich bereits im weiten Universum des nachhaltigen Investierens zurechtfinden müssten, weiter erhöhen würden. Obwohl Europa nach wie vor führend sei, wenn es um die Schaffung von ESG-Gesetzen und -Richtlinien gehe, seien alle Teile der Welt aufgewacht. Die Verbreitung einzelner und lokaler Taxonomien und das Fehlen universeller Standards und Definitionen würden jedoch in Bezug auf Undurchsichtigkeit und Diversifizierung nicht helfen.
Der Trend und die weltweite Regulierung würden die Nachfrage nach einer Kapitalallokation hin zu grüneren und nachhaltigeren Lösungen unterstützen. In den USA könnte die neue Präsidentschaft ein entscheidendes Jahr für das Land in Bezug auf die Klimaschutzziele und -ambitionen darstellen. Es werde auch wichtig sein, die Erklärung der US-Notenbank über den Beitritt zum "Network of Greening the Financial System" (NGFS) weiterzuverfolgen. Dieses Netzwerk von 75 Zentralbanken und Regulierungsbehörden erkenne den Klimawandel formell als systemisches Finanzrisiko an. Seit November 2020 habe die FED, deren Handlungen von Milliarden von Investoren verfolgt würden, den Klimawandel als finanzielles Stabilitätsrisiko in ihren halbjährlichen Finanzstabilitätsbericht aufgenommen.
Außerdem könnten die Wahlen ein wichtiger Katalysator für ein nachhaltiges Finanzwesen in den USA sein. Es gebe Gerüchte, dass die Biden-Harris-Administration plane, die ESG-Offenlegung durch Emittenten zu verpflichten und zu standardisieren. Sie könnte auch die treuhänderischen Pflichten modernisieren, um ESG-Faktoren zu integrieren und diese in die Regulierung der finanziellen Sicherheit und Solidität einzubeziehen.
Seit einigen Jahren würden grüne Anleihen Rekordemissionen verzeichnen. Das Jahr 2021 werde in dieser Hinsicht keine Ausnahme bilden, auch wenn es wahrscheinlich eine Diversifizierung in Richtung sozialer Anleihen geben werde. In Europa würden 75 bis 100 Mrd. EUR an gelabelten Unternehmensanleihen erwartet, verglichen mit etwa 50 Mrd. EUR in den ersten elf Monaten des Jahres 2020. Die emittierenden Sektoren würden eher aus den Bereichen Konsumgüter, Gesundheitswesen und Telekommunikation bestehen. Diese würden nach Ansicht von Ophélie Mortier eine willkommene Diversifizierung zur derzeitigen Dominanz von Versorgern und Banken darstellen.
Bemerkenswert sei auch, dass die Pandemie und die rassistischen Spannungen zu einem enormen Aufschwung des Marktes für Sozialanleihen geführt hätten, der sich seit dem letzten Jahr verzehnfacht habe. Sozialanleihen würden noch immer nur einen kleinen Teil der gelabelten Anleihen ausmachen (weniger als 30%). Dennoch würden sie nach dem Aufschwung im Jahr 2020 zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Es werde allgemein erwartet, dass die globale Dekarbonisierung finanzielle Mittel in Höhe von 150 Billionen Dollar erfordern werde; es bestehe also kein Zweifel, dass die Emission von grünen Anleihen nicht nachlassen werde. Allerdings würden die Regulierungen in Bezug auf grüne Anleihen (und insbesondere die Berichterstattung) die Transparenz, die klimabezogenen Leistungskennzahlen und die Dokumentation der erreichten Ziele weiter stärken. (20.01.2021/alc/a/a)
Beide müssten sorgfältig und genau überwacht werden, um zu zeigen, dass ESG-Faktoren Hand in Hand mit nachhaltiger Wertentwicklung gehen würden. Zu den wichtigsten ESG-bezogenen Risiken, die es 2021 zu beobachten gelte, würden erstens die Auswirkungen von COVID-19 (und insbesondere deren Verbindung zu anderen ESG-Risiken) und zweitens das geopolitische Risiko als wichtiger Faktor bei großen ESG-Herausforderungen in Bezug auf Lieferketten, Digitalisierung, Technologien und den Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Welt gehören.
Je mehr der Fokus auf Nachhaltigkeit liege, desto höher sei das damit verbundene Reputationsrisiko. In Kombination mit der anstehenden Regulierung, die Greenwashing eindämmen soll, stehen wir vor einer erheblichen Herausforderung, so die Experten von DPAM. In der Tat bestehe die Gefahr, dass sich der zusätzliche Arbeitsaufwand, die Kosten und die Komplexität für Investoren, die sich bereits im weiten Universum des nachhaltigen Investierens zurechtfinden müssten, weiter erhöhen würden. Obwohl Europa nach wie vor führend sei, wenn es um die Schaffung von ESG-Gesetzen und -Richtlinien gehe, seien alle Teile der Welt aufgewacht. Die Verbreitung einzelner und lokaler Taxonomien und das Fehlen universeller Standards und Definitionen würden jedoch in Bezug auf Undurchsichtigkeit und Diversifizierung nicht helfen.
Außerdem könnten die Wahlen ein wichtiger Katalysator für ein nachhaltiges Finanzwesen in den USA sein. Es gebe Gerüchte, dass die Biden-Harris-Administration plane, die ESG-Offenlegung durch Emittenten zu verpflichten und zu standardisieren. Sie könnte auch die treuhänderischen Pflichten modernisieren, um ESG-Faktoren zu integrieren und diese in die Regulierung der finanziellen Sicherheit und Solidität einzubeziehen.
Seit einigen Jahren würden grüne Anleihen Rekordemissionen verzeichnen. Das Jahr 2021 werde in dieser Hinsicht keine Ausnahme bilden, auch wenn es wahrscheinlich eine Diversifizierung in Richtung sozialer Anleihen geben werde. In Europa würden 75 bis 100 Mrd. EUR an gelabelten Unternehmensanleihen erwartet, verglichen mit etwa 50 Mrd. EUR in den ersten elf Monaten des Jahres 2020. Die emittierenden Sektoren würden eher aus den Bereichen Konsumgüter, Gesundheitswesen und Telekommunikation bestehen. Diese würden nach Ansicht von Ophélie Mortier eine willkommene Diversifizierung zur derzeitigen Dominanz von Versorgern und Banken darstellen.
Bemerkenswert sei auch, dass die Pandemie und die rassistischen Spannungen zu einem enormen Aufschwung des Marktes für Sozialanleihen geführt hätten, der sich seit dem letzten Jahr verzehnfacht habe. Sozialanleihen würden noch immer nur einen kleinen Teil der gelabelten Anleihen ausmachen (weniger als 30%). Dennoch würden sie nach dem Aufschwung im Jahr 2020 zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Es werde allgemein erwartet, dass die globale Dekarbonisierung finanzielle Mittel in Höhe von 150 Billionen Dollar erfordern werde; es bestehe also kein Zweifel, dass die Emission von grünen Anleihen nicht nachlassen werde. Allerdings würden die Regulierungen in Bezug auf grüne Anleihen (und insbesondere die Berichterstattung) die Transparenz, die klimabezogenen Leistungskennzahlen und die Dokumentation der erreichten Ziele weiter stärken. (20.01.2021/alc/a/a)


