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Anleihen: Kursverlustrisiko weiter hoch
04.08.15 09:08
Der Anlegerbrief
Krefeld (www.anleihencheck.de) - Ende letzter Woche waren die Kurse an den Aktienmärkten ins Rutschen geraten, ein Mini-Crash an den chinesischen Inlandsbörsen hat diesen Trend am Montag noch einmal verstärkt, bevor sich die Märkte gefangen haben. Eigentlich eine Steilvorlage für Bundesanleihen, die sich in den letzten Jahren als der sichere Hafen schlechthin profilieren konnten, so die Experten von "Der Anlegerbrief".
Aber der Rebound nach dem Ausverkauf von April bis Juni falle weiter relativ schwach aus. Diese Enttäuschung dokumentiere das hohe Risiko von weiteren Kursverlusten.
Zwar habe sich die Umlaufrendite vom Zwischenhoch bei rund 0,8% im Juni mittlerweile wieder auf knapp über 0,5% reduziert, damit sei allerdings nur ein kleiner Teil des Anstiegs um 0,75 Prozentpunkte korrigiert worden. Und immerhin laufe die Gegenbewegung auf den starken Kursanstieg nun schon sieben Wochen. Sollte sich die Abwärtsdynamik nicht noch einmal kurzfristig verschärfen, wäre die jüngste Konsolidierung als Bestätigung für einen neuen Aufwärtstrend zu werten.
Dies scheine im Widerspruch zu stehen zur Politik der EZB, die mit massiven Anleihekäufen die langfristigen Zinsen drücken wolle, um Investitionsanreize zu schaffen. Allerdings sei das Programm im Vorfeld an den Märkten antizipiert worden, was maßgeblich zu dem kräftigen Verfall der deutschen Umlaufrendite beigetragen habe. Insofern stelle die jüngste Kursentwicklung eine gewisse Normalisierung dar.
Vom aktuellen Niveau aus dürften nun die weiteren wirtschaftlichen Perspektiven den Ausschlag geben. Gelinge eine Wiederbelebung der konjunkturellen Dynamik im Euroraum, dürfte sich der Zinsanstieg in Deutschland fortsetzen. Eine wieder sinkende Umlaufrendite sei aus Sicht der Experten nur mit einer Deflation vereinbar, die bei einer Verschärfung des Abschwungs in China durchaus möglich scheine.
Angesichts eines bislang tendenziell trendbestätigenden Rebounds bei deutschen Anleihen würden die Experten in naher Zukunft ein hohes Risiko für weitere Kursverluste sehen, gleichbedeutend mit einem Anstieg der Umlaufrendite, und der Shortposition treu bleiben. Wichtig sei aber der Stop-Loss, der bei einem Fall der Umlaufrendite unter 0,5%, greifen würde. (Ausgabe 30 vom 01.08.2015) (04.08.2015/alc/a/a)
Aber der Rebound nach dem Ausverkauf von April bis Juni falle weiter relativ schwach aus. Diese Enttäuschung dokumentiere das hohe Risiko von weiteren Kursverlusten.
Dies scheine im Widerspruch zu stehen zur Politik der EZB, die mit massiven Anleihekäufen die langfristigen Zinsen drücken wolle, um Investitionsanreize zu schaffen. Allerdings sei das Programm im Vorfeld an den Märkten antizipiert worden, was maßgeblich zu dem kräftigen Verfall der deutschen Umlaufrendite beigetragen habe. Insofern stelle die jüngste Kursentwicklung eine gewisse Normalisierung dar.
Vom aktuellen Niveau aus dürften nun die weiteren wirtschaftlichen Perspektiven den Ausschlag geben. Gelinge eine Wiederbelebung der konjunkturellen Dynamik im Euroraum, dürfte sich der Zinsanstieg in Deutschland fortsetzen. Eine wieder sinkende Umlaufrendite sei aus Sicht der Experten nur mit einer Deflation vereinbar, die bei einer Verschärfung des Abschwungs in China durchaus möglich scheine.
Angesichts eines bislang tendenziell trendbestätigenden Rebounds bei deutschen Anleihen würden die Experten in naher Zukunft ein hohes Risiko für weitere Kursverluste sehen, gleichbedeutend mit einem Anstieg der Umlaufrendite, und der Shortposition treu bleiben. Wichtig sei aber der Stop-Loss, der bei einem Fall der Umlaufrendite unter 0,5%, greifen würde. (Ausgabe 30 vom 01.08.2015) (04.08.2015/alc/a/a)


