Erweiterte Funktionen
Anleihen: Italien- und Brexit-Unsicherheiten belasten
19.11.18 10:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europa hat derzeit zwei Baustellen, die den Märkten zu schaffen machen: Italien und Großbritannien, so die Deutsche Börse AG.
In Italien sei in dieser Woche die von der EU geforderte Änderung der Budgetplanung ausgeblieben, Großbritannien befinde sich nach der Brexit-Vereinbarung mit der EU mitten in einer Regierungskrise. "Die Märkte sind nervös", bemerke Rainer Petz von Oddo Seydler.
Sicheres bleibe daher gefragt. "Der Euro-Bund-Future hält sich deutlich über 160 Prozent", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Am Freitagmorgen liege das Barometer für die langfristige Zinsentwicklung bei 160,57 Punkten und damit etwas über dem Niveau der Vorwoche. Zehnjährige Bundesanleihen würden nur noch 0,37 Prozent abwerfen nach 0,41 Prozent am vergangenen Freitag.
Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen sei zwischenzeitlich auf 3,49 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Ende April seien es nur 1,74 Prozent gewesen. "Eine schnelle Entspannung des Konflikts zwischen der EU und Italien ist nicht in Sicht", kommentiere Marco Wagner von der Commerzbank. Denn die Regierung in Rom hoffe durch den Streit wohl auf weiteren Zulauf bei der Europawahl im Mai 2019. Die EU dürfte schon bald ein "Verfahren wegen eines übermäßigen Defizits" gegen Italien einleiten. Die Märkte würden daher wohl nervös bleiben. "Allerdings werden in Italien die höheren Risikoaufschläge die Staatsfinanzen und insbesondere die Banken immer mehr belasten." Da beide Seiten aber nicht an einer Eskalation interessiert seien, dürfte es nach der Europawahl wohl einen Kompromiss geben.
Was die Brexit-Verhandlungen angehe, stehe laut Sintje Boie von der HSH Nordbank den Akteuren der schwierigere Teil noch bevor. "Knackpunkt für den Ablauf des Brexit bleibt die Abstimmung im britischen Parlament." Doch der Widerstand gegen den Verhandlungskurs und damit letztlich die Verhandlungsergebnisse von Theresa May nehme immer mehr an Fahrt auf. "Wenn kein Ruck durch das Vereinigte Königreich geht, unter allen Umständen einen ungeordneten Brexit zu verhindern, kann die Austrittsvereinbarung sehr leicht durch das britische Parlament fallen." Damit sei man wieder beim Szenario eines ungeordneten Brexit angekommen, denn aus Zeitgründen seien neue Verhandlungen dann wohl nicht mehr sehr wahrscheinlich.
Unter Druck seien aufgrund der Nervosität an den Märkten auch riskantere Unternehmensanleihen. "Im Risk-off-Modus werden Nachranganleihen immer abgegeben", stelle Brunner fest. Als Beispiel nenne er eine Nachranganleihe der Nord/LB (ISIN DE000NLB1DD3 / WKN NLB1DD, ISIN DE000NLB8K69 / WKN NLB8K6). Gefragt seien laut Petz aber Nachranganleihen von General Electric Capital (ISIN XS0229567440 / WKN A0GFB8) wie die bis 2035 laufende mit Kupon von 4,125 Prozent. Die Euro-Anleihe sei Anfang Oktober noch über 120 Prozent gehandelt worden und dann unter 95 Prozent zurückgefallen. "Bei den niedrigeren Kursen sehen wir wieder viel Umsatz."
Weiter sehr beliebt sei Brunner zufolge die neue Anleihe (ISIN SE0011337054 / WKN A2NBK3) von Herta BSC mit einem Kupon von 6,5 Prozent und Laufzeit bis 2023. Gute Umsätze melde der Händler auch im neuen Minibond (ISIN DE000A2NBZ21 / WKN A2NBZ2) der SoWiTec Group mit Kupon von 6,75 Prozent und Laufzeit bis November 2023 sowie in der Senvion Holding-Anleihe mit 3,875 Prozent und Laufzeit bis Oktober 2022.
Ebenfalls unverändert gut an komme laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank der neue Bond (ISIN AT0000A23ST9 / WKN A2RS14) des Hotelentwicklers UBM Development. Bei einer Laufzeit bis November 2023 liege der Kupon bei 3,125 Prozent, die Stückelung bei 500 Euro.
Neue Anleihen gebe es von Volkswagen Finance. "Nach Sanofi im März konnten die Wolfsburger mittels sechs neuer Bonds die zweitgrößte Refinanzierungsmaßnahme des Jahres erfolgreich durchführen und sammelten dabei insgesamt 4,25 Milliarden Euro sowie 800 Millionen britische Pfund ein", berichte Klaus Stopp von der Baader Bank. Gute Umsätze sehe Petz in der Euro-Tranche mit Kupon von 3,25 Prozent und Laufzeit bis 2030 - trotz Stückelung von 100.000 Euro. "Ist der Name gut und der Kupon interessant, wird gerne zugegriffen."
Etwas unter Druck seien Daniel zufolge im Zuge dessen alte Anleihen des Autobauers geraten, etwa der bis 2026 laufende Bond (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) mit Kupon von 2,25 Prozent. "Der Kursrückgang wurde aber für Käufe genutzt."
Neues sei zudem von GRENKE gekommen: Das Unternehmen, spezialisiert auf Leasing von Bürokommunikationsprodukten, habe eine fünfjährige Anleihe (ISIN XS1910851242 / WKN A2RT0W) mit Kupon von 1,5 Prozent mit Mindeststückelung von 1.000 Euro begeben. "Wir sehen gute Umsätze", stelle Brunner fest. (Ausgabe vom 16.11.2018) (19.11.2018/alc/a/a)
In Italien sei in dieser Woche die von der EU geforderte Änderung der Budgetplanung ausgeblieben, Großbritannien befinde sich nach der Brexit-Vereinbarung mit der EU mitten in einer Regierungskrise. "Die Märkte sind nervös", bemerke Rainer Petz von Oddo Seydler.
Sicheres bleibe daher gefragt. "Der Euro-Bund-Future hält sich deutlich über 160 Prozent", stelle Arthur Brunner von der ICF Bank fest. Am Freitagmorgen liege das Barometer für die langfristige Zinsentwicklung bei 160,57 Punkten und damit etwas über dem Niveau der Vorwoche. Zehnjährige Bundesanleihen würden nur noch 0,37 Prozent abwerfen nach 0,41 Prozent am vergangenen Freitag.
Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen sei zwischenzeitlich auf 3,49 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Ende April seien es nur 1,74 Prozent gewesen. "Eine schnelle Entspannung des Konflikts zwischen der EU und Italien ist nicht in Sicht", kommentiere Marco Wagner von der Commerzbank. Denn die Regierung in Rom hoffe durch den Streit wohl auf weiteren Zulauf bei der Europawahl im Mai 2019. Die EU dürfte schon bald ein "Verfahren wegen eines übermäßigen Defizits" gegen Italien einleiten. Die Märkte würden daher wohl nervös bleiben. "Allerdings werden in Italien die höheren Risikoaufschläge die Staatsfinanzen und insbesondere die Banken immer mehr belasten." Da beide Seiten aber nicht an einer Eskalation interessiert seien, dürfte es nach der Europawahl wohl einen Kompromiss geben.
Was die Brexit-Verhandlungen angehe, stehe laut Sintje Boie von der HSH Nordbank den Akteuren der schwierigere Teil noch bevor. "Knackpunkt für den Ablauf des Brexit bleibt die Abstimmung im britischen Parlament." Doch der Widerstand gegen den Verhandlungskurs und damit letztlich die Verhandlungsergebnisse von Theresa May nehme immer mehr an Fahrt auf. "Wenn kein Ruck durch das Vereinigte Königreich geht, unter allen Umständen einen ungeordneten Brexit zu verhindern, kann die Austrittsvereinbarung sehr leicht durch das britische Parlament fallen." Damit sei man wieder beim Szenario eines ungeordneten Brexit angekommen, denn aus Zeitgründen seien neue Verhandlungen dann wohl nicht mehr sehr wahrscheinlich.
Weiter sehr beliebt sei Brunner zufolge die neue Anleihe (ISIN SE0011337054 / WKN A2NBK3) von Herta BSC mit einem Kupon von 6,5 Prozent und Laufzeit bis 2023. Gute Umsätze melde der Händler auch im neuen Minibond (ISIN DE000A2NBZ21 / WKN A2NBZ2) der SoWiTec Group mit Kupon von 6,75 Prozent und Laufzeit bis November 2023 sowie in der Senvion Holding-Anleihe mit 3,875 Prozent und Laufzeit bis Oktober 2022.
Ebenfalls unverändert gut an komme laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank der neue Bond (ISIN AT0000A23ST9 / WKN A2RS14) des Hotelentwicklers UBM Development. Bei einer Laufzeit bis November 2023 liege der Kupon bei 3,125 Prozent, die Stückelung bei 500 Euro.
Neue Anleihen gebe es von Volkswagen Finance. "Nach Sanofi im März konnten die Wolfsburger mittels sechs neuer Bonds die zweitgrößte Refinanzierungsmaßnahme des Jahres erfolgreich durchführen und sammelten dabei insgesamt 4,25 Milliarden Euro sowie 800 Millionen britische Pfund ein", berichte Klaus Stopp von der Baader Bank. Gute Umsätze sehe Petz in der Euro-Tranche mit Kupon von 3,25 Prozent und Laufzeit bis 2030 - trotz Stückelung von 100.000 Euro. "Ist der Name gut und der Kupon interessant, wird gerne zugegriffen."
Etwas unter Druck seien Daniel zufolge im Zuge dessen alte Anleihen des Autobauers geraten, etwa der bis 2026 laufende Bond (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) mit Kupon von 2,25 Prozent. "Der Kursrückgang wurde aber für Käufe genutzt."
Neues sei zudem von GRENKE gekommen: Das Unternehmen, spezialisiert auf Leasing von Bürokommunikationsprodukten, habe eine fünfjährige Anleihe (ISIN XS1910851242 / WKN A2RT0W) mit Kupon von 1,5 Prozent mit Mindeststückelung von 1.000 Euro begeben. "Wir sehen gute Umsätze", stelle Brunner fest. (Ausgabe vom 16.11.2018) (19.11.2018/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,1309 € | 125,1945 € | 0,9364 € | +0,75% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




