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Anleihen: Der Israel-Iran-Konflikt treibt Anleger in sichere Häfen
16.06.25 09:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die zum Wochenschluss aufgeflammten geopolitischen Spannungen haben das Interesse an festverzinslichen Wertpapieren spürbar steigen lassen, so die Deutsche Börse AG.
"Sichere Häfen wie Staatsanleihen sind initiale Profiteure der jüngsten politischen Entwicklung", erkläre Robert Rethfeld von "Wellenreiter Invest". Der Angriff Israels auf die Atomanlagen im Iran und die Angst vor einer Eskalation des Konflikts hätten an den Börsen deutliche Spuren hinterlassen. Die Kurse deutscher Bundesanleihen hätten am Donnerstag zugelegt und die Rendite der zehnjährigen Papiere auf 2,43 Prozent gedrückt - den niedrigsten Stand seit mehr als drei Monaten. Aktuell würden die Bonds leicht höher bei 2,49 Prozent rentieren. Anfang März seien es zum Jahreshoch aber noch über 2,90 Prozent gewesen.
Positiver Trend beim Euro-Bund-Future
"An den Finanzmärkten ist die Risikoaversion gestiegen", konstatiere Ralf Umlauf von der Helaba. Die zehnjährigen Anleihen hätten nun "ein Niveau erreicht, bei dem das Kaufinteresse zuletzt immer wieder nachgelassen hat". Ob nun der Gegenwind in Anbetracht der erhöhten Risikoaversion stärker werde, bleibe abzuwarten. Die als sicher geltenden Bundesanleihen dürften seiner Meinung nach auf jeden Fall weiter gefragt sein. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future notiere aktuell bei 131,20 Punkten nach 127 Punkten im März. Umlauf betone, dass sich das Kursbarometer deutscher Anleihen "oberhalb der 21- und 55-Tagelinien gut behaupten kann". Wichtig aus Sicht der Anleihe-Bullen sei es nun, das im April markierte Kontrakthoch bei 131,85 Punkten nachhaltig zu überwinden. Für Unterstützung auf der Unterseite würden die o.a. Durchschnittslinien bei 130,60 bzw. 130,40 Punkten sorgen.
In der Woche zuvor seien die Renditen kurzfristig etwas stärker gestiegen, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) die Hoffnung auf weiter sinkende Leitzinsen etwas gedämpft habe. Klaus Stopp von der Baader Bank gehe davon aus, dass die EZB tatsächlich erst mal eine Pause einlegen werde. Mit dem erreichten Inflationsziel könne die Notenbank nun etwas durchatmen. "Man sollte die durchgeführten Zinsschritte jetzt erst mal wirken lassen", erkläre der erfahrene Rentenhändler. Auch bei der amerikanischen Notenbank deute sich eine abwartende Haltung an, obwohl die USA mit Blick auf die Inflation "normalerweise noch Luft nach unten" hätten. Aktuell werde an den Märkten aber eingepreist, dass die FED zunächst die weitere politische Entwicklung abwarten möchte.
Reagiere die FED auf Donald Trump?
Auch Robert Greil rechne bei der Sitzung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch mit einer Fortsetzung des Pausenmodus. "Die FED wird Donald Trumps Drängeln in Richtung der ersten US-Leitzinssenkung in diesem Jahr erneut nicht nachgeben", vermute der Chefstratege von Merck Finck. Durch das Ausbleiben zahlreicher "Handels-Deals" fehle der Notenbank weiterhin ein wesentlicher Mosaikstein, um den künftigen Inflationstrend wirklich einschätzen zu können. Der Stratege rechne auf dieser Basis auch bei der FED-Sitzung Ende Juli noch nicht mit der nächsten Leitzinssenkung. "Wahrscheinlich kommt sie erst bei der Sitzung im September". US-Präsident Donald Trump habe FED-Chef Jerome Powell erneut zu einer Senkung der Leitzinsen aufgefordert und erwogen, "vielleicht etwas erzwingen" zu müssen.
Anleihen von Blue Chips würden gekauft
Im Handel mit Unternehmensanleihen würden die Anlegerinnen und Anleger an der Börse Frankfurt vor allem zu Papieren großer deutscher Konzerne greifen. Gekauft würden vor allem Bonds der Deutschen Lufthansa ISIN (ISIN XS2892988275), der Deutschen Post (ISIN XS2644423035, ISIN XS3084418907), der Deutschen Telekom (ISIN XS2987630873), von E.ON (ISIN XS2574873266) und Mercedes-Benz (ISIN DE000A2YNZW8, ISIN DE000A3LH6U5), wie Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. (Ausgabe vom 13.06.2025) (16.06.2025/alc/a/a)
"Sichere Häfen wie Staatsanleihen sind initiale Profiteure der jüngsten politischen Entwicklung", erkläre Robert Rethfeld von "Wellenreiter Invest". Der Angriff Israels auf die Atomanlagen im Iran und die Angst vor einer Eskalation des Konflikts hätten an den Börsen deutliche Spuren hinterlassen. Die Kurse deutscher Bundesanleihen hätten am Donnerstag zugelegt und die Rendite der zehnjährigen Papiere auf 2,43 Prozent gedrückt - den niedrigsten Stand seit mehr als drei Monaten. Aktuell würden die Bonds leicht höher bei 2,49 Prozent rentieren. Anfang März seien es zum Jahreshoch aber noch über 2,90 Prozent gewesen.
Positiver Trend beim Euro-Bund-Future
"An den Finanzmärkten ist die Risikoaversion gestiegen", konstatiere Ralf Umlauf von der Helaba. Die zehnjährigen Anleihen hätten nun "ein Niveau erreicht, bei dem das Kaufinteresse zuletzt immer wieder nachgelassen hat". Ob nun der Gegenwind in Anbetracht der erhöhten Risikoaversion stärker werde, bleibe abzuwarten. Die als sicher geltenden Bundesanleihen dürften seiner Meinung nach auf jeden Fall weiter gefragt sein. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future notiere aktuell bei 131,20 Punkten nach 127 Punkten im März. Umlauf betone, dass sich das Kursbarometer deutscher Anleihen "oberhalb der 21- und 55-Tagelinien gut behaupten kann". Wichtig aus Sicht der Anleihe-Bullen sei es nun, das im April markierte Kontrakthoch bei 131,85 Punkten nachhaltig zu überwinden. Für Unterstützung auf der Unterseite würden die o.a. Durchschnittslinien bei 130,60 bzw. 130,40 Punkten sorgen.
Reagiere die FED auf Donald Trump?
Auch Robert Greil rechne bei der Sitzung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch mit einer Fortsetzung des Pausenmodus. "Die FED wird Donald Trumps Drängeln in Richtung der ersten US-Leitzinssenkung in diesem Jahr erneut nicht nachgeben", vermute der Chefstratege von Merck Finck. Durch das Ausbleiben zahlreicher "Handels-Deals" fehle der Notenbank weiterhin ein wesentlicher Mosaikstein, um den künftigen Inflationstrend wirklich einschätzen zu können. Der Stratege rechne auf dieser Basis auch bei der FED-Sitzung Ende Juli noch nicht mit der nächsten Leitzinssenkung. "Wahrscheinlich kommt sie erst bei der Sitzung im September". US-Präsident Donald Trump habe FED-Chef Jerome Powell erneut zu einer Senkung der Leitzinsen aufgefordert und erwogen, "vielleicht etwas erzwingen" zu müssen.
Anleihen von Blue Chips würden gekauft
Im Handel mit Unternehmensanleihen würden die Anlegerinnen und Anleger an der Börse Frankfurt vor allem zu Papieren großer deutscher Konzerne greifen. Gekauft würden vor allem Bonds der Deutschen Lufthansa ISIN (ISIN XS2892988275), der Deutschen Post (ISIN XS2644423035, ISIN XS3084418907), der Deutschen Telekom (ISIN XS2987630873), von E.ON (ISIN XS2574873266) und Mercedes-Benz (ISIN DE000A2YNZW8, ISIN DE000A3LH6U5), wie Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. (Ausgabe vom 13.06.2025) (16.06.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,1945 € | 125,2722 € | -0,0777 € | -0,06% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




