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Anleihen-Handel: Zinsanstieg setzt sich fort
15.05.17 10:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auch nach dem Sieg von Macron dominierte das Thema Frankreich-Wahl, so die Deutsche Börse AG.
"Mit dem positiven Ergebnis ging der Markt endgültig in den "Risk-on"-Modus über", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. "Die als sicher geltenden Bundesanleihen verbuchten Verluste, Unternehmensanleihen waren gefragt."
Der Euro-Bund-Future habe am Freitagmittag bei 160,42 Prozent notiert und damit unter den 161 Prozent vor einer Woche und deutlich unter dem 2016 erreichten Rekordhoch von fast 169 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege bei 0,42 Prozent, vor einer Woche seien es 0,38 Prozent gewesen.
Klaus Stopp von der Baader Bank halte für die kommenden Tage und Wochen weitere Rücksetzer im Euro-Bund-Future für möglich. Das bedeute aber nicht, dass es nie wieder zu steigenden Notierungen komme. "Die Trendwende ist aber eingeläutet, und das Tal der Tränen aus Sicht der Investoren zumindest am langen Laufzeitende durchschritten."
Die Risikoaufschläge für Anleihen aus Europas Peripherie seien nach der Wahl zurückgegangen und hätten Entspannung signalisiert. Der neue französische Präsident komme am Markt ohne Zweifel gut an. Laut Patrick Harms von der HSH Nordbank biete Macron "das perfekte Bild von einem, der angetreten ist, um das von kultureller und politischer Spaltung, Massenarbeitslosigkeit und Terrorismus gebeutelte Land wieder nach vorne zu bringen". Diese Aufgabe könne sich aufgrund der zahlreichen Widerstände aber als extrem schwierig entpuppen.
Auch in Deutschland würden nicht alle Ideen Macrons gefallen, so habe er sich für Gemeinschaftsanleihen der Eurozone stark gemacht. "Angesichts des Reformstaus in vielen Peripherieländern und ihrer bereits hohen Schuldenquote wird der Vorstoß vor allem in den nördlichen Euroländern auf wenig Gegenliebe stoßen", meine Harms. Stopp zufolge sei Macron "zum Erfolg verdammt". "Festzuhalten bleibt, dass die Gefahr einer tiefen politischen und ökonomischen Krise für die gesamte EU zunächst abgewendet ist, für Macron der eigentliche Weg aber erst jetzt beginnt."
Unternehmensanleihen würden rege nachgefragt, Brunner zufolge mache sich aber wieder einmal die Verknappung bemerkbar - Folge auch der Anleihekäufe durch die EZB. Gut ankämen laut Brunner Hybridanleihen, etwa von Volkswagen. "Mit in der Spitze 109,45 Prozent lag der Kurs sogar höher als kurz vor Bekanntwerden des Dieselskandals im September 2015", stelle der Händler fest. "Daran ändert auch die Meldung nichts, dass die Staatsanwaltschaft jetzt auch gegen Volkswagen-Chef Müller ermittelt."
Eine nachrangige Anleihe (ISIN DE000NLB8K69 / WKN NLB8K6) der Nord LB mit Zins von 3,5 Prozent und Laufzeit bis 2026 sei gerade bei Privatanlegern beliebt. "Die Risiken von Schiffsfinanzierungen werden ausgeblendet." Unter Druck geraten sei die Anleihe (ISIN XS1061175607 / WKN A1ZG86) des französischen Öldienstleisters CGG, nachdem bekannt geworden sei, dass dieser seine Zinszahlungen nicht leisten könne. Der Kurs sei vorerst ausgesetzt worden.
Spekulationen würden unterdessen die Notierungen von IKB-Anleihen in die Höhe treiben, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. Der Kurs einer Anleihe (ISIN XS0194701487 / WKN A0BDRX) sei von 41,55 Prozent am gestrigen Donnerstag auf 45,55 am Freitagmittag geklettert, auch ein anderes Papier (ISIN DE0008592759 / WKN 859275) habe sich deutlich verteuert. "Es wird offenbar auf eine Rückzahlung zu 60 Prozent in drei Jahren gesetzt."
Bei mittlerweile 106,8 Prozent notiere die neue Anleihe (ISIN DE000A2E4XE4 / WKN A2E4XE) von ETERNA Mode, die im März zur teilweisen Refinanzierung einer alten Anleihe begeben worden sei, der Rest sei über ein Schuldscheindarlehen abgedeckt worden. "Die Anleihe wird zum Selbstläufer", bemerke Brunner. Das Papier laufe bis 2022 und habe einen Zins von 7,75 Prozent.
Viel Ärger gebe es derzeit um die noch ausstehenden SolarWorld-Bonds (ISIN DE000A1YCN14 / WKN A1YCN1, ISIN DE000A1YDDX6 / WKN A1YDDX). Der Hersteller von Solaranlagen habe letzte Woche Insolvenz angemeldet. Es bestehe "keine positive Prognose" mehr, habe es vom Unternehmen geheißen. Noch Ende März habe SolarWorld Entwarnung gegeben.
Mit einer Neuemission in kleinanlegerfreundlicher Stückelung sei der Autozulieferer Hella an den Markt gekommen, wie Daniel melde: Die Anleihe (ISIN XS1611167856 / WKN A19HBR) im Volumen von 300 Millionen Euro laufe sieben Jahre und biete einen jährlichen Zins von 1 Prozent. "Die Nachfrage ist aber nur verhalten."
Neue US-Dollar-Bonds mit Stückelung von 2.000 US-Dollar gebe es von Apple, wie Brunner melde. Insgesamt 750 Millionen US-Dollar sammle der Konzern am Markt ein - mit sechs Anleihen, zwei davon seien Floater. Die festverzinslichen Papiere würden zehn, sieben, fünf und drei Jahre laufen und 3,2 Prozent, 2,85 Prozent, 2,3 Prozent und 1,8 Prozent bieten. "Warum Apple das bei einem Barvermögen von 257 Millionen US-Dollar macht, versteht man nicht wirklich", bemerke Brunner. "Angeblich benötigt Apple das Geld in den USA für Aktienrückkäufe." (Ausgabe vom 12.05.2017) (15.05.2017/alc/a/a)
"Mit dem positiven Ergebnis ging der Markt endgültig in den "Risk-on"-Modus über", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. "Die als sicher geltenden Bundesanleihen verbuchten Verluste, Unternehmensanleihen waren gefragt."
Der Euro-Bund-Future habe am Freitagmittag bei 160,42 Prozent notiert und damit unter den 161 Prozent vor einer Woche und deutlich unter dem 2016 erreichten Rekordhoch von fast 169 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege bei 0,42 Prozent, vor einer Woche seien es 0,38 Prozent gewesen.
Klaus Stopp von der Baader Bank halte für die kommenden Tage und Wochen weitere Rücksetzer im Euro-Bund-Future für möglich. Das bedeute aber nicht, dass es nie wieder zu steigenden Notierungen komme. "Die Trendwende ist aber eingeläutet, und das Tal der Tränen aus Sicht der Investoren zumindest am langen Laufzeitende durchschritten."
Die Risikoaufschläge für Anleihen aus Europas Peripherie seien nach der Wahl zurückgegangen und hätten Entspannung signalisiert. Der neue französische Präsident komme am Markt ohne Zweifel gut an. Laut Patrick Harms von der HSH Nordbank biete Macron "das perfekte Bild von einem, der angetreten ist, um das von kultureller und politischer Spaltung, Massenarbeitslosigkeit und Terrorismus gebeutelte Land wieder nach vorne zu bringen". Diese Aufgabe könne sich aufgrund der zahlreichen Widerstände aber als extrem schwierig entpuppen.
Auch in Deutschland würden nicht alle Ideen Macrons gefallen, so habe er sich für Gemeinschaftsanleihen der Eurozone stark gemacht. "Angesichts des Reformstaus in vielen Peripherieländern und ihrer bereits hohen Schuldenquote wird der Vorstoß vor allem in den nördlichen Euroländern auf wenig Gegenliebe stoßen", meine Harms. Stopp zufolge sei Macron "zum Erfolg verdammt". "Festzuhalten bleibt, dass die Gefahr einer tiefen politischen und ökonomischen Krise für die gesamte EU zunächst abgewendet ist, für Macron der eigentliche Weg aber erst jetzt beginnt."
Eine nachrangige Anleihe (ISIN DE000NLB8K69 / WKN NLB8K6) der Nord LB mit Zins von 3,5 Prozent und Laufzeit bis 2026 sei gerade bei Privatanlegern beliebt. "Die Risiken von Schiffsfinanzierungen werden ausgeblendet." Unter Druck geraten sei die Anleihe (ISIN XS1061175607 / WKN A1ZG86) des französischen Öldienstleisters CGG, nachdem bekannt geworden sei, dass dieser seine Zinszahlungen nicht leisten könne. Der Kurs sei vorerst ausgesetzt worden.
Spekulationen würden unterdessen die Notierungen von IKB-Anleihen in die Höhe treiben, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. Der Kurs einer Anleihe (ISIN XS0194701487 / WKN A0BDRX) sei von 41,55 Prozent am gestrigen Donnerstag auf 45,55 am Freitagmittag geklettert, auch ein anderes Papier (ISIN DE0008592759 / WKN 859275) habe sich deutlich verteuert. "Es wird offenbar auf eine Rückzahlung zu 60 Prozent in drei Jahren gesetzt."
Bei mittlerweile 106,8 Prozent notiere die neue Anleihe (ISIN DE000A2E4XE4 / WKN A2E4XE) von ETERNA Mode, die im März zur teilweisen Refinanzierung einer alten Anleihe begeben worden sei, der Rest sei über ein Schuldscheindarlehen abgedeckt worden. "Die Anleihe wird zum Selbstläufer", bemerke Brunner. Das Papier laufe bis 2022 und habe einen Zins von 7,75 Prozent.
Viel Ärger gebe es derzeit um die noch ausstehenden SolarWorld-Bonds (ISIN DE000A1YCN14 / WKN A1YCN1, ISIN DE000A1YDDX6 / WKN A1YDDX). Der Hersteller von Solaranlagen habe letzte Woche Insolvenz angemeldet. Es bestehe "keine positive Prognose" mehr, habe es vom Unternehmen geheißen. Noch Ende März habe SolarWorld Entwarnung gegeben.
Mit einer Neuemission in kleinanlegerfreundlicher Stückelung sei der Autozulieferer Hella an den Markt gekommen, wie Daniel melde: Die Anleihe (ISIN XS1611167856 / WKN A19HBR) im Volumen von 300 Millionen Euro laufe sieben Jahre und biete einen jährlichen Zins von 1 Prozent. "Die Nachfrage ist aber nur verhalten."
Neue US-Dollar-Bonds mit Stückelung von 2.000 US-Dollar gebe es von Apple, wie Brunner melde. Insgesamt 750 Millionen US-Dollar sammle der Konzern am Markt ein - mit sechs Anleihen, zwei davon seien Floater. Die festverzinslichen Papiere würden zehn, sieben, fünf und drei Jahre laufen und 3,2 Prozent, 2,85 Prozent, 2,3 Prozent und 1,8 Prozent bieten. "Warum Apple das bei einem Barvermögen von 257 Millionen US-Dollar macht, versteht man nicht wirklich", bemerke Brunner. "Angeblich benötigt Apple das Geld in den USA für Aktienrückkäufe." (Ausgabe vom 12.05.2017) (15.05.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3588 € | 125,1945 € | 0,1643 € | +0,13% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




