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Anleihen-Handel: Und wieder neue Rekorde!
28.11.14 16:05
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Rekordstand im Euro-Bund-Future, Renditen für zehnjährige Bundesanleihen erstmals unter 0,7 Prozent, der DAX nur noch knapp unter seinem Allzeithoch: Es war eine Woche der Extreme, so die Deutsche Börse AG.
"Seit Mario Draghi vergangene Woche betont hat, dass die EZB bei Bedarf noch aktiver werden wird, geht man am Markt fest von Staatsanleihekäufen aus", erkläre Arthur Brunner von ICF Kursmakler.
Der Trend sei noch durch die am gestrigen Donnerstag veröffentlichte November-Inflationsrate in Deutschland verstärkt worden, die mit 0,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit Februar 2010 gefallen sei. Der Euro-Bund-Future habe gestern mit 152,97 Punkten ein neues Allzeithoch markiert, am heutigen Freitag notiere der Indikator für langfristige Zinserwartungen bei 152,91 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege bei 0,7 Prozent.
Auch die Zinsen auf Staatsanleihen anderer europäischer Länder würden fallen und fallen - mit Ausnahme Griechenlands. Die Rendite für französische Zehnjahrespapiere sei unter 1 Prozent gesunken. "Und das trotz Verfehlung der Haushaltsvorgaben", kommentiere Brunner. Für spanische Papiere sei die Rendite am Montag erstmals unter 2 Prozent gerutscht, heute seien es nur noch 1,87 Prozent.
Bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag dürfte die EZB nach Ansicht von Alexander Aldinger von der Commerzbank ein Kaufprogramm für Staatsanleihen wohl noch nicht beschließen. "Das spricht, zusammen mit besseren US-Konjunkturdaten, für moderat höhere Bundrenditen zum Ende nächster Woche." Allerdings werde Draghi bei der Pressekonferenz wohl die Erwartungen auf ein solches Programm stützen - und damit den Renditeanstieg in Grenzen halten.
Während Staatsanleihen rege gehandelt würden, trockne der Markt für Unternehmensanleihen zunehmend aus, wie die Händler feststellen würden. Brunner zufolge habe sich der Trend durch Spekulationen über Corporate Bond-Käufe durch die EZB noch verstärkt. "Es zeigt sich immer wieder, dass die hohen Kurse oft nur Liquiditätsengpässen geschuldet sind." Komme es einmal zu größeren Abgaben, seien dann auch gleich größere Abschläge hinzunehmen. "Alles hängt an der EZB, sollten sich die Erwartungen ändern, kann es auch schnell wieder in die andere Richtung gehen."
Klaus Stopp von der Baader Bank verweise auf die aktuelle Kritik der Bundesbank, die vor einer Blasenbildung gewarnt habe. "Mangels Alternativen hat sich in den vergangenen Monaten die Nachfrage nach höher verzinslichen Unternehmensanleihen signifikant erhöht, worin die Bundesbank teilweise ein übertriebenes Verlangen nach Renditen erkennt."
Etwas unter Druck geraten seien Brunner zufolge Anleihen (ISIN XS0272401356 / WKN A0G0JA) der notverstaatlichten österreichischen Bank Hypo Alpe Adria, heute Heta. "Die BayernLB hat dem Verkauf des Balkannetzwerkes SEE nicht zugestimmt."
Einen Satz nach oben von 26,5 Prozent am Donnerstag auf 42 Prozent heute habe die Golden Gate-Anleihe gemacht, die trotz Eröffnung eines Insolvenzverfahrens seit einigen Wochen wieder handelbar sei. "Im Rahmen der heutigen Anleihegläubigerversammlung hat der vorläufige Insolvenzverwalter eine erste vorläufige und unverbindliche Einschätzung der Befriedigungsaussichten der Anleihegläubiger bekannt gegeben, die bei 53 bis 77 Prozent der Forderungen liegt", berichte Rainer Petz von Close Brothers Seydler. Während der Handelsaussetzung hätten Händlern zufolge unseriöse Angebote von zum Teil 1,25 Prozent die Runde gemacht.
In der Anlegergunst würden zudem Anleihen in Norwegischen Kronen sinken. "Vor dem gestrigen OPEC-Treffen wurden diese verkauft, etwa eine Anleihe (ISIN XS0627893950 / WKN A1GRFP) der European Investment Bank", erkläre Brunner. Die Norwegische Krone habe durch den Ölpreisverfall deutlich an Wert verloren, nach der OPEC-Entscheidung, die Ölproduktion nicht zu drosseln, sei es weiter nach unten gegangen. "Anleger, die vorher verkauft haben, lagen richtig." Zum Höhepunkt der Eurokrise seien Anleihen in Norwegischen Kronen sehr gesucht gewesen.
Eine Stückelung von 1.000 Euro biete eine neue Anleihe (ISIN XS1143355094 / WKN A1ZSXH) der zum IT-Leasing-Anbieter Grenke Leasing gehörenden Grenke Finance. Der Bond laufe bis Mai 2019 und biete einen Kupon von 1,5 Prozent. Allerdings werde die Anleihe bereits zu 100,75 Prozent gehandelt, was die Rendite auf 1,22 Prozent drücke.
Vollständig platziert worden mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro sei in dieser Woche die German Pellets-Anleihe. Das Papier des Herstellers und Händlers von Holzpellets biete 7,25 Prozent und laufe bis November 2019. Der Kurs liege an Mittag bei 100,4 Prozent.
Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank berichte von einer auf US-Dollar lautenden neuen Anleihe (ISIN XS1144352959 / WKN A1ZS01) von Nestlé, für die sich Anleger begeistert hätten. Der Kupon betrage 2 Prozent bei einer Laufzeit bis September 2019, die Mindestanlage 2.000 US-Dollar. "Leider richten sich viele neu begebene Anleihen, aufgrund von Veröffentlichungspflichten nur in hohen Stückelungen erhältlich, eher an institutionelle Investoren", bemerke Tillmann. "Volks-Anleihen" in kleinanlegerfreundlichen Stückelungen seien rar und häufiger bei öffentlichen Emittenten - mit entsprechend niedrigerer Rendite - zu finden. (28.11.2014/alc/a/a)
"Seit Mario Draghi vergangene Woche betont hat, dass die EZB bei Bedarf noch aktiver werden wird, geht man am Markt fest von Staatsanleihekäufen aus", erkläre Arthur Brunner von ICF Kursmakler.
Der Trend sei noch durch die am gestrigen Donnerstag veröffentlichte November-Inflationsrate in Deutschland verstärkt worden, die mit 0,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit Februar 2010 gefallen sei. Der Euro-Bund-Future habe gestern mit 152,97 Punkten ein neues Allzeithoch markiert, am heutigen Freitag notiere der Indikator für langfristige Zinserwartungen bei 152,91 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege bei 0,7 Prozent.
Auch die Zinsen auf Staatsanleihen anderer europäischer Länder würden fallen und fallen - mit Ausnahme Griechenlands. Die Rendite für französische Zehnjahrespapiere sei unter 1 Prozent gesunken. "Und das trotz Verfehlung der Haushaltsvorgaben", kommentiere Brunner. Für spanische Papiere sei die Rendite am Montag erstmals unter 2 Prozent gerutscht, heute seien es nur noch 1,87 Prozent.
Bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag dürfte die EZB nach Ansicht von Alexander Aldinger von der Commerzbank ein Kaufprogramm für Staatsanleihen wohl noch nicht beschließen. "Das spricht, zusammen mit besseren US-Konjunkturdaten, für moderat höhere Bundrenditen zum Ende nächster Woche." Allerdings werde Draghi bei der Pressekonferenz wohl die Erwartungen auf ein solches Programm stützen - und damit den Renditeanstieg in Grenzen halten.
Während Staatsanleihen rege gehandelt würden, trockne der Markt für Unternehmensanleihen zunehmend aus, wie die Händler feststellen würden. Brunner zufolge habe sich der Trend durch Spekulationen über Corporate Bond-Käufe durch die EZB noch verstärkt. "Es zeigt sich immer wieder, dass die hohen Kurse oft nur Liquiditätsengpässen geschuldet sind." Komme es einmal zu größeren Abgaben, seien dann auch gleich größere Abschläge hinzunehmen. "Alles hängt an der EZB, sollten sich die Erwartungen ändern, kann es auch schnell wieder in die andere Richtung gehen."
Etwas unter Druck geraten seien Brunner zufolge Anleihen (ISIN XS0272401356 / WKN A0G0JA) der notverstaatlichten österreichischen Bank Hypo Alpe Adria, heute Heta. "Die BayernLB hat dem Verkauf des Balkannetzwerkes SEE nicht zugestimmt."
Einen Satz nach oben von 26,5 Prozent am Donnerstag auf 42 Prozent heute habe die Golden Gate-Anleihe gemacht, die trotz Eröffnung eines Insolvenzverfahrens seit einigen Wochen wieder handelbar sei. "Im Rahmen der heutigen Anleihegläubigerversammlung hat der vorläufige Insolvenzverwalter eine erste vorläufige und unverbindliche Einschätzung der Befriedigungsaussichten der Anleihegläubiger bekannt gegeben, die bei 53 bis 77 Prozent der Forderungen liegt", berichte Rainer Petz von Close Brothers Seydler. Während der Handelsaussetzung hätten Händlern zufolge unseriöse Angebote von zum Teil 1,25 Prozent die Runde gemacht.
In der Anlegergunst würden zudem Anleihen in Norwegischen Kronen sinken. "Vor dem gestrigen OPEC-Treffen wurden diese verkauft, etwa eine Anleihe (ISIN XS0627893950 / WKN A1GRFP) der European Investment Bank", erkläre Brunner. Die Norwegische Krone habe durch den Ölpreisverfall deutlich an Wert verloren, nach der OPEC-Entscheidung, die Ölproduktion nicht zu drosseln, sei es weiter nach unten gegangen. "Anleger, die vorher verkauft haben, lagen richtig." Zum Höhepunkt der Eurokrise seien Anleihen in Norwegischen Kronen sehr gesucht gewesen.
Eine Stückelung von 1.000 Euro biete eine neue Anleihe (ISIN XS1143355094 / WKN A1ZSXH) der zum IT-Leasing-Anbieter Grenke Leasing gehörenden Grenke Finance. Der Bond laufe bis Mai 2019 und biete einen Kupon von 1,5 Prozent. Allerdings werde die Anleihe bereits zu 100,75 Prozent gehandelt, was die Rendite auf 1,22 Prozent drücke.
Vollständig platziert worden mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro sei in dieser Woche die German Pellets-Anleihe. Das Papier des Herstellers und Händlers von Holzpellets biete 7,25 Prozent und laufe bis November 2019. Der Kurs liege an Mittag bei 100,4 Prozent.
Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank berichte von einer auf US-Dollar lautenden neuen Anleihe (ISIN XS1144352959 / WKN A1ZS01) von Nestlé, für die sich Anleger begeistert hätten. Der Kupon betrage 2 Prozent bei einer Laufzeit bis September 2019, die Mindestanlage 2.000 US-Dollar. "Leider richten sich viele neu begebene Anleihen, aufgrund von Veröffentlichungspflichten nur in hohen Stückelungen erhältlich, eher an institutionelle Investoren", bemerke Tillmann. "Volks-Anleihen" in kleinanlegerfreundlichen Stückelungen seien rar und häufiger bei öffentlichen Emittenten - mit entsprechend niedrigerer Rendite - zu finden. (28.11.2014/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0341 € | 125,1945 € | 0,8396 € | +0,67% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



