Erweiterte Funktionen
Anleihen-Handel: Sicherheitsbedürfnis steigt
22.05.17 12:20
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Aufregung rund um den amerikanischen Präsidenten und die FBI-Affäre bestimmen das Bild an den internationalen Kapitalmärkten, so die Deutsche Börse AG.
Nach der monatelang anhaltenden Trump-Rally scheinen Anleger zunehmend an der Durchsetzbarkeit geplanter Maßnahmen wie Steuererleichterung oder Bürokratieabbau zu zweifeln, so die Deutsche Börse AG. Nachdem in den USA offen über eine Amtsenthebung nachgedacht werde, seien die Reformvorhaben nach Ansicht der Helaba - noch mehr als ohnehin schon - mit Fragezeichen versehen.
"Sicherheit hat bei Anlegern derzeit Vorrang", meine Arthur Brunner von der ICF Bank mit Verweis auf die jüngste Goldpreisentwicklung und gestiegene Nachfrage nach Staatsanleihen. "Während der Euro-Bund-Future zu Beginn der letzten Woche noch mit der Marke von 160 Prozent kämpfte, notiert das hiesige Rentenbarometer mittlerweile deutlich über 161 Prozent." Bonds der Euro-Peripherie hätten sich dennoch ganz gut gehalten. Durch die Wahl Macrons sähen viele Investoren die Währungsgemeinschaft in einem politisch stabileren Licht, wie Brunner begründe. "Europa ist derzeit Favorit."
Die sich entfaltende Staatsaffäre in Brasilien schreckt auch Anleger hierzulande auf, so die Deutsche Börse AG. Anleihen mit Bezug zu brasilianischen Devisen seien laut Gregor Daniel rege gehandelt worden. Ansehnlichen Umsatz verbuche der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank beispielsweise in einer bis November 2019 laufenden Währungsanleihe (ISIN XS1315160702 / WKN A161S6) mit einem Kupon von 12 Prozent. "Für Anleger sind Verwerfungen am Markt auch eine Chance, da politische Börsen häufig kurze Beine haben", begründe Daniel die Bewegungen in beide Richtungen. Der Brasilianische Real habe am 18.05. im Tagesverlauf zum US-Dollar nahezu 7 Prozent an Wert verloren, nachdem Spekulationen über eine mögliche Verwicklung des Staatspräsidenten Michel Temer in einen Korruptionsskandal die Runde gemacht hätten.
Während der brasilianische Leitindex Bovesta zwischenzeitlich rund 10 Prozent niedriger notiert habe, hätten mutmaßlich in den Skandal involvierte Unternehmen deutlich höhere Einbußen hinnehmen müssen. "Nach dem Absturz der Aktie von Petrobras um rund 20 Prozent kam es zu deutlichen Verlusten bei den Anleihen des Energieriesen", registriere Brunner. Mittlerweile habe sich die Lage wieder etwas normalisiert.
Eine ganze Reihe von Neuemissionen namhafter Unternehmen stoße laut Händler durchweg auf positive Resonanz. Etwa hätten sich Anleger drei Newcomer von E.ON mit einem Volumen in Höhe von insgesamt 2 Milliarden Euro laut Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank gern ins Depot gelegt. Ein in 2024 fälliger Bond (ISIN XS1616410061 / WKN A2E4BE) des Energieversorgers biete Anlegern einen jährlichen Kupon von 0,875 Prozent, für ein vierjähriges Papier zahle E.ON 0,375 Prozent Zinsen pro Jahr, ein bis 2029 laufender Wert (ISIN XS1616411119 / WKN A2E4BF) bringe 1,625 Prozent. Die leichten Verluste seit dem Handelsstart führe der Händler auf die gegenwärtigen Verwerfungen an den Kapitalmärkten zurück.
Über vier Tranchen habe LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton insgesamt 4,5 Milliarden Euro erfolgreich über den Kapitalmarkt aufgenommen, wie Brunner berichte. Eine 10 Basispunkte über dem Euribor variable verzinste Anleihe (ISIN FR0013257599 / WKN A19HWY) des Anbieters von Luxusartikeln mit Fälligkeit im November 2018 sei ebenso gut angekommen wie drei Tranchen (ISIN FR0013257607 / WKN A19HWZ, ISIN FR0013257615 / WKN A19HW0, ISIN FR0013257623 / WKN A19HW1) mit festen Verzinsungen zwischen null und 0,75 Prozent sowie Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren. "Eine Null-Kupon-Anleihe ist allerdings eher für institutionelle Investoren interessant", urteile der Händler.
Insgesamt 4 Milliarden US-Dollar neue Schulden habe Apple in letzter Woche mittels drei Anleihen (ISIN US71647NAK54 / WKN A1ZD01, ISIN US71647NAR08 / WKN A19BQW, ISIN US71647NAS80 / WKN A19BQX) verschiedener Laufzeiten über den Primärmarkt für Corporate Bonds aufgenommen, wie Brunner berichte. "Trotz voller Kassen ergreifen die Amerikaner zum wiederholten Mal die Gelegenheit, günstig an von der Europäischen Zentralbank subventioniertes Geld zu kommen." Die Mittel hätten unter anderem Aktienrückkäufen und Dividendenausschüttungen gedient.
1,125 Prozent jährlich zahle die Deutsche Telekom den Besitzern eines gefragten, 750 Millionen Euro schweren neuen Bonds (ISIN XS1617898363 / WKN A19HWL), wie Klaus Stopp von der Baader Bank die Liste der Neulinge erweitere. Mit Stücken von 1.000 Euro ziele der deutsche Anbieter von Telekommunikationsdiensten ebenso wie E.ON und LVMH Richtung Privatanleger.
Im Handel mit Bonds kleiner und mittelständischer Unternehmen erkenne Brunner einen Trend hin zu Produkten mit Fälligkeit binnen Jahresfrist. Beispielhaft nenne der Rentenhändler das rege Interesse an einer im August 2018 zur Rückzahlung anstehenden, mit 6,875 Prozent verzinsten Anleihe (ISIN DE000A161YX2 / WKN A161YX) von Lang & Cie Real Estate. Je näher die Rückzahlung rücke, desto klarer werde das Bild eines Unternehmens hinsichtlich der Bonität.
Rege in beide Richtungen gespielt werde Petz zufolge ein Wert (ISIN DE000A1TNA39 / WKN A1TNA3) der Reederei Rickmers mit einem Kupon von 8,875 Prozent. Medien würden von einem Kaufangebot für über 10 Prozent der umlaufenden 275 Millionen Euro schweren, 2018 fälligen Anleihe des angeschlagenen Unternehmens berichten. Demnach biete ein Unbekannter jeweils 15,25 Prozent für eine Anleihe, wobei Zinsen nicht mehr berücksichtigt würden. "Die nächste Zinszahlung ist am 11. Juni fällig." Ob eine Auszahlung stattfinde, müssten die Bond-Besitzer am 1. Juni entscheiden. Aktuell notiere die Anleihe bei knapp unter 7 Prozent. (Ausgabe vom 19.05.2017) (22.05.2017/alc/a/a)
Nach der monatelang anhaltenden Trump-Rally scheinen Anleger zunehmend an der Durchsetzbarkeit geplanter Maßnahmen wie Steuererleichterung oder Bürokratieabbau zu zweifeln, so die Deutsche Börse AG. Nachdem in den USA offen über eine Amtsenthebung nachgedacht werde, seien die Reformvorhaben nach Ansicht der Helaba - noch mehr als ohnehin schon - mit Fragezeichen versehen.
"Sicherheit hat bei Anlegern derzeit Vorrang", meine Arthur Brunner von der ICF Bank mit Verweis auf die jüngste Goldpreisentwicklung und gestiegene Nachfrage nach Staatsanleihen. "Während der Euro-Bund-Future zu Beginn der letzten Woche noch mit der Marke von 160 Prozent kämpfte, notiert das hiesige Rentenbarometer mittlerweile deutlich über 161 Prozent." Bonds der Euro-Peripherie hätten sich dennoch ganz gut gehalten. Durch die Wahl Macrons sähen viele Investoren die Währungsgemeinschaft in einem politisch stabileren Licht, wie Brunner begründe. "Europa ist derzeit Favorit."
Die sich entfaltende Staatsaffäre in Brasilien schreckt auch Anleger hierzulande auf, so die Deutsche Börse AG. Anleihen mit Bezug zu brasilianischen Devisen seien laut Gregor Daniel rege gehandelt worden. Ansehnlichen Umsatz verbuche der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank beispielsweise in einer bis November 2019 laufenden Währungsanleihe (ISIN XS1315160702 / WKN A161S6) mit einem Kupon von 12 Prozent. "Für Anleger sind Verwerfungen am Markt auch eine Chance, da politische Börsen häufig kurze Beine haben", begründe Daniel die Bewegungen in beide Richtungen. Der Brasilianische Real habe am 18.05. im Tagesverlauf zum US-Dollar nahezu 7 Prozent an Wert verloren, nachdem Spekulationen über eine mögliche Verwicklung des Staatspräsidenten Michel Temer in einen Korruptionsskandal die Runde gemacht hätten.
Während der brasilianische Leitindex Bovesta zwischenzeitlich rund 10 Prozent niedriger notiert habe, hätten mutmaßlich in den Skandal involvierte Unternehmen deutlich höhere Einbußen hinnehmen müssen. "Nach dem Absturz der Aktie von Petrobras um rund 20 Prozent kam es zu deutlichen Verlusten bei den Anleihen des Energieriesen", registriere Brunner. Mittlerweile habe sich die Lage wieder etwas normalisiert.
Über vier Tranchen habe LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton insgesamt 4,5 Milliarden Euro erfolgreich über den Kapitalmarkt aufgenommen, wie Brunner berichte. Eine 10 Basispunkte über dem Euribor variable verzinste Anleihe (ISIN FR0013257599 / WKN A19HWY) des Anbieters von Luxusartikeln mit Fälligkeit im November 2018 sei ebenso gut angekommen wie drei Tranchen (ISIN FR0013257607 / WKN A19HWZ, ISIN FR0013257615 / WKN A19HW0, ISIN FR0013257623 / WKN A19HW1) mit festen Verzinsungen zwischen null und 0,75 Prozent sowie Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren. "Eine Null-Kupon-Anleihe ist allerdings eher für institutionelle Investoren interessant", urteile der Händler.
Insgesamt 4 Milliarden US-Dollar neue Schulden habe Apple in letzter Woche mittels drei Anleihen (ISIN US71647NAK54 / WKN A1ZD01, ISIN US71647NAR08 / WKN A19BQW, ISIN US71647NAS80 / WKN A19BQX) verschiedener Laufzeiten über den Primärmarkt für Corporate Bonds aufgenommen, wie Brunner berichte. "Trotz voller Kassen ergreifen die Amerikaner zum wiederholten Mal die Gelegenheit, günstig an von der Europäischen Zentralbank subventioniertes Geld zu kommen." Die Mittel hätten unter anderem Aktienrückkäufen und Dividendenausschüttungen gedient.
1,125 Prozent jährlich zahle die Deutsche Telekom den Besitzern eines gefragten, 750 Millionen Euro schweren neuen Bonds (ISIN XS1617898363 / WKN A19HWL), wie Klaus Stopp von der Baader Bank die Liste der Neulinge erweitere. Mit Stücken von 1.000 Euro ziele der deutsche Anbieter von Telekommunikationsdiensten ebenso wie E.ON und LVMH Richtung Privatanleger.
Im Handel mit Bonds kleiner und mittelständischer Unternehmen erkenne Brunner einen Trend hin zu Produkten mit Fälligkeit binnen Jahresfrist. Beispielhaft nenne der Rentenhändler das rege Interesse an einer im August 2018 zur Rückzahlung anstehenden, mit 6,875 Prozent verzinsten Anleihe (ISIN DE000A161YX2 / WKN A161YX) von Lang & Cie Real Estate. Je näher die Rückzahlung rücke, desto klarer werde das Bild eines Unternehmens hinsichtlich der Bonität.
Rege in beide Richtungen gespielt werde Petz zufolge ein Wert (ISIN DE000A1TNA39 / WKN A1TNA3) der Reederei Rickmers mit einem Kupon von 8,875 Prozent. Medien würden von einem Kaufangebot für über 10 Prozent der umlaufenden 275 Millionen Euro schweren, 2018 fälligen Anleihe des angeschlagenen Unternehmens berichten. Demnach biete ein Unbekannter jeweils 15,25 Prozent für eine Anleihe, wobei Zinsen nicht mehr berücksichtigt würden. "Die nächste Zinszahlung ist am 11. Juni fällig." Ob eine Auszahlung stattfinde, müssten die Bond-Besitzer am 1. Juni entscheiden. Aktuell notiere die Anleihe bei knapp unter 7 Prozent. (Ausgabe vom 19.05.2017) (22.05.2017/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,4013 € | 125,1945 € | 0,2069 € | +0,17% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




