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Anleihen-Handel: Risiken eindämmen
28.01.19 11:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Ein Ende der Nullzins-Politik im Euroraum scheint nach den Auslassungen der Europäischen Zentralbank vom 24. Januar in weitere Ferne gerückt als bislang angenommen, so die Deutsche Börse AG.
Als oberster Hüter der gemeinsamen Währung sehe Mario Draghi zwar nach wie vor eine grundsätzliche Konjunkturstabilisierung im Euroraum. Das langsamere Wachstum könne aber - auch bedingt durch einen möglichen harten Brexit und die Auswirkungen handelspolitischer Querelen - hartnäckiger sein als erwartet. Insbesondere für den Euroraum sehe zudem der Internationale Währungsfonds zunehmende Risiken und stufe die Wachstumsprojektionen für dieses Jahr von 1,9 auf 1,6 Prozent zurück.
Auch die US-Zentralbank trete womöglich auf die Zinsbremse. Die Federal Reserve dürfte nach Ansicht von Sintje Boie von der HSH Nordbank im Rahmen ihrer für die laufende Woche geplanten Sitzung bekräftigen, dass sie nun flexibler und geduldiger in Bezug auf weitere Zinsanhebungen vorgehen werde. Im Vergleich zum FOMC-Treffen im Dezember sei dies ein deutlich vorsichtigerer geldpolitischer Kurs. Damit wird uns das Niedrigzinsregime im Westen noch länger beschäftigen, wie Folger Hellmeyer von Solvecon anmerkt, so die Deutsche Börse AG. Sollte die Federal Reserve ihren Zinserhöhungszyklus tatsächlich zügiger als erwartet beenden, könnten Hellmeyer zufolge im zweiten Halbjahr 2019 bereits Zinssenkungen folgen.
In dieser Gemengelage würden Anleger verstärkt auf als sicher geltende Staatsanleihen setzen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future habe seit dem letzten Montag deutlich von 157 auf über 165 Prozent zugelegt. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen seien am 24. Januar mit zeitweise 0,13 Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gerutscht. "Die Rentenmärkte sind fest, langlaufende Papiere und unbefristete Bonds sind gefragt", stelle Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank fest.
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Gregor Daniel als aktiv. Gute Umsätze verbuche der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank in einer 200 Millionen Euro schweren fünfjährigen Grenke Finance-Anleihe mit einem Kupon von 1,0 Prozent. "Hier standen Käufe im Vordergrund."
Nahezu ausschließlich Zuflüsse gebe es Daniel zufolge in einer sechsjährigen Anleihe von VW (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) mit Fälligkeit in 2024 und einem jährlichen Zins von 2,25 Prozent. Der Zuspruch gehe einher mit Medienberichten über eine geplante Megafusion in der Automobilindustrie zwecks Bündelung der Kräfte bei der Entwicklung selbstfahrender Autos. BMW, Volkswagen und Daimler sowie die Zulieferer Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen seien laut Manager Magazin involviert.
Die politischen Ereignisse in Venezuela würden Daniel zufolge die Nachfrage nach Bonds des Landes erhöhen. Beispielhaft setzten spekulative Investoren auf eine mit 6,0 Prozent verzinste Venezuela Bolivarische Republik-Anleihe. Das 1,50 Milliarden US-Dollar schwere Papier habe im Verlauf der letzten Woche von 27,5 auf über 30 Prozent gewonnen. Im Hoch habe der Wert 31,75 Prozent gekostet.
Viel Aktivität in beide Richtungen mit einem Kaufüberhang mache Petz in einer unbegrenzt laufenden Fuerstenberg Capital II-Anleihe (ISIN DE000A0EUBN9 / WKN A0EUBN) mit einem Kupon von 5,625 Prozent aus. Medien hätten über einen womöglich gangbaren Weg aus der Nord LB-Misere berichtet. Demnach sollten die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt - auf Basis ihrer Anteile in Höhe von 65 Prozent an der Landesbank - 2,5 der benötigten 3,5 Milliarden Euro aufbringen. Der Rest müsse von den beteiligten Sparkassen kommen. Der Sicherungsfonds aller deutschen Sparkassen sowie der Fonds der Landesbanken würden ebenfalls zur Kasse gebeten. Seit dem 21. Januar habe sich die Anleihe von gut 52 auf über 61 Prozent verteuert. (Ausgabe vom 25.01.2019) (28.01.2019/alc/a/a)
Als oberster Hüter der gemeinsamen Währung sehe Mario Draghi zwar nach wie vor eine grundsätzliche Konjunkturstabilisierung im Euroraum. Das langsamere Wachstum könne aber - auch bedingt durch einen möglichen harten Brexit und die Auswirkungen handelspolitischer Querelen - hartnäckiger sein als erwartet. Insbesondere für den Euroraum sehe zudem der Internationale Währungsfonds zunehmende Risiken und stufe die Wachstumsprojektionen für dieses Jahr von 1,9 auf 1,6 Prozent zurück.
Auch die US-Zentralbank trete womöglich auf die Zinsbremse. Die Federal Reserve dürfte nach Ansicht von Sintje Boie von der HSH Nordbank im Rahmen ihrer für die laufende Woche geplanten Sitzung bekräftigen, dass sie nun flexibler und geduldiger in Bezug auf weitere Zinsanhebungen vorgehen werde. Im Vergleich zum FOMC-Treffen im Dezember sei dies ein deutlich vorsichtigerer geldpolitischer Kurs. Damit wird uns das Niedrigzinsregime im Westen noch länger beschäftigen, wie Folger Hellmeyer von Solvecon anmerkt, so die Deutsche Börse AG. Sollte die Federal Reserve ihren Zinserhöhungszyklus tatsächlich zügiger als erwartet beenden, könnten Hellmeyer zufolge im zweiten Halbjahr 2019 bereits Zinssenkungen folgen.
Den Handel mit Unternehmensanleihen beschreibe Gregor Daniel als aktiv. Gute Umsätze verbuche der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank in einer 200 Millionen Euro schweren fünfjährigen Grenke Finance-Anleihe mit einem Kupon von 1,0 Prozent. "Hier standen Käufe im Vordergrund."
Nahezu ausschließlich Zuflüsse gebe es Daniel zufolge in einer sechsjährigen Anleihe von VW (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) mit Fälligkeit in 2024 und einem jährlichen Zins von 2,25 Prozent. Der Zuspruch gehe einher mit Medienberichten über eine geplante Megafusion in der Automobilindustrie zwecks Bündelung der Kräfte bei der Entwicklung selbstfahrender Autos. BMW, Volkswagen und Daimler sowie die Zulieferer Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen seien laut Manager Magazin involviert.
Die politischen Ereignisse in Venezuela würden Daniel zufolge die Nachfrage nach Bonds des Landes erhöhen. Beispielhaft setzten spekulative Investoren auf eine mit 6,0 Prozent verzinste Venezuela Bolivarische Republik-Anleihe. Das 1,50 Milliarden US-Dollar schwere Papier habe im Verlauf der letzten Woche von 27,5 auf über 30 Prozent gewonnen. Im Hoch habe der Wert 31,75 Prozent gekostet.
Viel Aktivität in beide Richtungen mit einem Kaufüberhang mache Petz in einer unbegrenzt laufenden Fuerstenberg Capital II-Anleihe (ISIN DE000A0EUBN9 / WKN A0EUBN) mit einem Kupon von 5,625 Prozent aus. Medien hätten über einen womöglich gangbaren Weg aus der Nord LB-Misere berichtet. Demnach sollten die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt - auf Basis ihrer Anteile in Höhe von 65 Prozent an der Landesbank - 2,5 der benötigten 3,5 Milliarden Euro aufbringen. Der Rest müsse von den beteiligten Sparkassen kommen. Der Sicherungsfonds aller deutschen Sparkassen sowie der Fonds der Landesbanken würden ebenfalls zur Kasse gebeten. Seit dem 21. Januar habe sich die Anleihe von gut 52 auf über 61 Prozent verteuert. (Ausgabe vom 25.01.2019) (28.01.2019/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,1945 € | 125,2722 € | -0,0777 € | -0,06% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




