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Anleihen-Handel: Renditen steigen wieder
06.05.19 09:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In einer feiertagsbedingt verkürzten Woche nehmen Anleger Händlern zufolge die abwartende Haltung der US-Zentralbank eher entspannt zur Kenntnis, so die Deutsche Börse AG.
Mit der Beibehaltung des aktuellen Zinssatzes demonstriere die Federal Reserve Unabhängigkeit, wie Arthur Brunner von der ICF Bank anmerke. Die Währungshüter hätten sich somit Donald Trumps nachdrücklicher Forderung nach niedrigeren Zinsen widersetzt. Auch die Bank of England belasse den Leitzins zunächst unverändert bei 0,75 Prozent, prognostiziere aber zur Überraschung vieler ein höheres Wirtschaftswachstum. Sollten diese Annahmen korrekt sein, würden laut Notenbank-Chef Carney Zinserhöhungen folgen.
In Sachen Zollstreit zwischen den USA und China könnte nach Verlautbarungen von Trumps Wirtschaftsberater Kudlow bereits Ende der laufenden Woche eine Lösung präsentiert werden. Auch der Vize-Präsident der US-Handelskammer Myron Brilliant wähne die Gespräche in der Endphase. Als Organ der chinesischen Regierung sehe die Global Times das Fehlen von Details über das jüngste Treffen als Indiz für das Abarbeiten letzter Verhandlungspunkte.
In dieser Gemengelage würden sich Investoren tendenziell von zehnjährigen Bundesanleihen trennen. Der Euro-Bund-Future habe seit Beginn der letzten Woche von 165,81 auf 164,92 Prozent an Wert verloren.
Den Handel mit Unternehmensanleihen würden die Händler als gemischt beschreiben. Neuemissionen habe es kaum gegeben. Das Käuferinteresse an einem neuen Nachhaltigkeits-Bond (ISIN XS1979274708 / WKN A2TR80) von Otto mit einem Kupon von 2,625 Prozent und einer Laufzeit bis 2026 sei laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank nach wie vor hoch. Ebenso finde Brunner zufolge der neue fünfjährige Katjes-Bond mit einem jährlichen Zins von 4,25 Prozent weiterhin zumeist Abnehmer. "Die Nachfrage ist groß, der Kurs liegt mittlerweile bei 104,20 Prozent."
Überwiegend Gefallen fänden Investoren zudem an einer VW-Hybridanleihe (ISIN XS1048428442 / WKN A1ZE21). Der mit jährlich 4,625 Prozent verzinste Wert habe in den vergangenen Tagen von 107 auf deutlich über 108 Prozent zugelegt. Brunner mache die guten Quartalszahlen des Autobauers sowie den nach wie im Raum stehenden Börsengang der VW-Nutzfahrzeugsparte mit verantwortlich.
Käufer einer Senvion-Anleihe mit einem Kupon von 3,875 Prozent würden das Unternehmen scheinbar auf einem gangbaren Weg raus aus der Krise wähnen. Brunner sehe einen Zusammenhang mit der Verlängerung von zwei bestehenden Service-Aufträgen mit insgesamt 48 Windkraftanlagen um jeweils acht Jahre durch die italienischen Kunden Libeccio und ERG Power Generation. Das signalisiere Optimismus für den insolventen Anlagenbauer, der in Selbstverwaltung versuche die finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen.
Deutliche Abgaben verbuche Daniel in einer Thomas Cook-Anleihe. Der bis Juni 2022 laufende Wert des britischen Touristikunternehmens mit einem Kupon von 6,25 Prozent habe auf Wochensicht von 75 auf 61 Prozent deutlich an Gewicht verloren. Damit liege die Rendite der Anleihe derzeit über 23 Prozent. Anleger sorgten sich um die Fähigkeit des Reisekonzerns, bestehende Schulden zu bedienen. Laut "Financial Times" würden Gläubiger - dazu zählten Banken und Institutionelle Investoren - derzeit ihre Kredite zum Kurs zwischen 50 und 60 Pence für ein Pfund feilbieten. Gleichzeitig müsse Thomas Cook für die Absicherung von Verbindlichkeiten nun tiefer in die Tasche greifen. Durch den Verkauf seiner Airline-Sparte versuche das Unternehmen Schulden abzubauen und frisches Geld beispielsweise für Hotelsanierungen einzusammeln.
Hinsichtlich US-Dollar-Bonds spreche Rainer Petz von überproportional großen Zuflüssen für einen mit jährlich 3,5 Prozent verzinsten Papier (ISIN US50076QAZ90 / WKN A1HD49) von Kraft Heinz sowie eine Citi Group-Anleihe (ISIN US172967JP75 / WKN A1Z0U3) mit einem Kupon von 3,3 Prozent. Der Rentenhändler der Oddo Seydler Bank vermute einen Zusammenhang mit dem Umstand, dass für viele US-Anleihen nach wie vor kein Basisinformationsblatt vorliege. Das sei für strukturierte Privatanlegerprodukte aber seit Anfang 2018 verpflichtend. Zu dieser Kategorie würden für die Behörden Bonds mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen wie etwa einem optionalen Kündigungsrecht gehören. Die Nachfrage verlagere sich deshalb auf handelbare Werte in US-Dollar. (Ausgabe vom 03.05.2019) (06.05.2019/alc/a/a)
Mit der Beibehaltung des aktuellen Zinssatzes demonstriere die Federal Reserve Unabhängigkeit, wie Arthur Brunner von der ICF Bank anmerke. Die Währungshüter hätten sich somit Donald Trumps nachdrücklicher Forderung nach niedrigeren Zinsen widersetzt. Auch die Bank of England belasse den Leitzins zunächst unverändert bei 0,75 Prozent, prognostiziere aber zur Überraschung vieler ein höheres Wirtschaftswachstum. Sollten diese Annahmen korrekt sein, würden laut Notenbank-Chef Carney Zinserhöhungen folgen.
In Sachen Zollstreit zwischen den USA und China könnte nach Verlautbarungen von Trumps Wirtschaftsberater Kudlow bereits Ende der laufenden Woche eine Lösung präsentiert werden. Auch der Vize-Präsident der US-Handelskammer Myron Brilliant wähne die Gespräche in der Endphase. Als Organ der chinesischen Regierung sehe die Global Times das Fehlen von Details über das jüngste Treffen als Indiz für das Abarbeiten letzter Verhandlungspunkte.
In dieser Gemengelage würden sich Investoren tendenziell von zehnjährigen Bundesanleihen trennen. Der Euro-Bund-Future habe seit Beginn der letzten Woche von 165,81 auf 164,92 Prozent an Wert verloren.
Überwiegend Gefallen fänden Investoren zudem an einer VW-Hybridanleihe (ISIN XS1048428442 / WKN A1ZE21). Der mit jährlich 4,625 Prozent verzinste Wert habe in den vergangenen Tagen von 107 auf deutlich über 108 Prozent zugelegt. Brunner mache die guten Quartalszahlen des Autobauers sowie den nach wie im Raum stehenden Börsengang der VW-Nutzfahrzeugsparte mit verantwortlich.
Käufer einer Senvion-Anleihe mit einem Kupon von 3,875 Prozent würden das Unternehmen scheinbar auf einem gangbaren Weg raus aus der Krise wähnen. Brunner sehe einen Zusammenhang mit der Verlängerung von zwei bestehenden Service-Aufträgen mit insgesamt 48 Windkraftanlagen um jeweils acht Jahre durch die italienischen Kunden Libeccio und ERG Power Generation. Das signalisiere Optimismus für den insolventen Anlagenbauer, der in Selbstverwaltung versuche die finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen.
Deutliche Abgaben verbuche Daniel in einer Thomas Cook-Anleihe. Der bis Juni 2022 laufende Wert des britischen Touristikunternehmens mit einem Kupon von 6,25 Prozent habe auf Wochensicht von 75 auf 61 Prozent deutlich an Gewicht verloren. Damit liege die Rendite der Anleihe derzeit über 23 Prozent. Anleger sorgten sich um die Fähigkeit des Reisekonzerns, bestehende Schulden zu bedienen. Laut "Financial Times" würden Gläubiger - dazu zählten Banken und Institutionelle Investoren - derzeit ihre Kredite zum Kurs zwischen 50 und 60 Pence für ein Pfund feilbieten. Gleichzeitig müsse Thomas Cook für die Absicherung von Verbindlichkeiten nun tiefer in die Tasche greifen. Durch den Verkauf seiner Airline-Sparte versuche das Unternehmen Schulden abzubauen und frisches Geld beispielsweise für Hotelsanierungen einzusammeln.
Hinsichtlich US-Dollar-Bonds spreche Rainer Petz von überproportional großen Zuflüssen für einen mit jährlich 3,5 Prozent verzinsten Papier (ISIN US50076QAZ90 / WKN A1HD49) von Kraft Heinz sowie eine Citi Group-Anleihe (ISIN US172967JP75 / WKN A1Z0U3) mit einem Kupon von 3,3 Prozent. Der Rentenhändler der Oddo Seydler Bank vermute einen Zusammenhang mit dem Umstand, dass für viele US-Anleihen nach wie vor kein Basisinformationsblatt vorliege. Das sei für strukturierte Privatanlegerprodukte aber seit Anfang 2018 verpflichtend. Zu dieser Kategorie würden für die Behörden Bonds mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen wie etwa einem optionalen Kündigungsrecht gehören. Die Nachfrage verlagere sich deshalb auf handelbare Werte in US-Dollar. (Ausgabe vom 03.05.2019) (06.05.2019/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,3408 € | 125,1945 € | 0,1463 € | +0,12% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




