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Anleihen-Handel: Rally geht weiter
03.06.19 09:07
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Eine erneute Verschärfung des protektionistischen Kurses von Donald Trumps belastet die Aktienmärkte und verstärkt die Flucht in sichere Anlagen, so die Deutsche Börse AG.
Trump habe Mexiko gedroht, vom 10. Juni an Zölle in Höhe von 5 Prozent auf alle Importe aus dem Land zu erheben. Er wolle Mexiko dazu zwingen, die illegale Migration in die USA stoppen.
Aufgrund der Risikolage würden Anleger wieder nach Sicherheit suchen, etwa in Form von Staatsanleihen aus Deutschland oder den USA: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen falle auf das Rekordtief von minus 0,206 Prozent, der Euro-Bund-Future erreiche immer neue Höhen und habe am Freitagmorgen bei 168,35 Punkten notiert. In den USA würden zehnjährige Treasuries aktuell nur noch 2,17 Prozent abwerfen - im Oktober und November 2018 seien es noch über 3 Prozent gewesen.
"Im Euroraum preisen die Märkte - bestärkt durch die anhaltenden Datenenttäuschungen - zunehmend ein "Niedriginflation-für-immer"-Szenario ein", bemerke Michael Leister von der Commerzbank. Die aus Forwards berechneten Inflationserwartungen befänden sich wieder nahe ihrer Allzeittiefs. Für die USA erwarteten die Märkte nunmehr bis zum Jahresende ein bis zwei Zinssenkungen von 25 Basispunkten. "Dabei zeigen die FED-Kommentare in den letzten Wochen, dass die Mehrheit der FOMC-Mitglieder keine Zinsänderung ins Auge fasst."
Auch die Nachfrage nach Anleihen europäischer Peripherieländer steige und steige, die Renditen würden sinken. In Griechenland sei die Rendite zehnjähriger Papiere am 31. Mai auf ein Allzeittief von unter 3 Prozent gefallen - tiefer als in den Jahren vor der Finanzkrise. Der griechische Regierungschefs Tsipras habe nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei Syriza bei der Europawahl angekündigt, schon Ende Juni Neuwahlen durchzuführen. Investoren würden auf einen Sieg der konservativen Neo Demokratia hoffen.
Weit entfernt von Allzeittiefs sei die Rendite für italienische Bonds, die sich für die Laufzeit von zehn Jahren mit 2,71 Prozent der von Griechenland nähere. "Der Innenminister und Chef der rechtsradikalen Lega Salvini fordert die Aufweichung der EU-Defizitregeln, schließlich habe seine Lega bei der Europawahl das Mandat von neun Millionen Italienern erhalten, alte und überholte EU-Parameter neu zu verhandeln", berichte Klaus Stopp von der Baader Bank.
Auf den Handel mit Unternehmensanleihen hätten Trumps jüngste Ankündigungen keine Auswirkungen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte: "Die Umsätze konzentrieren sich ohnehin auf die Anleihen, die noch etwas abwerfen." Zugegriffen werde etwa bei einem Bond (ISIN AT0000A27LQ1 / WKN A2R0KA) von voestalpine mit Kupon von 1,75 Prozent und Fälligkeit 2026. Weiter abgegeben werde hingegen die bis 2075 laufende Anleihe (ISIN DE000A11QR65 / WKN A11QR6) von Bayer mit Kupon von 3 Prozent.
Neues gebe es von Symrise: Der Anbieter von Duft- und Geschmackstoffen habe ein Papier mit 1,25 Prozent, Laufzeit bis November 2025 und Stückelung von 1.000 Euro auf den Markt gebracht. Die Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro sei mehrfach überzeichnet gewesen. "Anfangs war die Nachfrage groß, beim aktuellen Kurs von 101,35 Prozent tut sich aber nicht mehr viel", berichte Daniel. (Ausgabe vom 31.05.2019) (03.06.2019/alc/a/a)
Trump habe Mexiko gedroht, vom 10. Juni an Zölle in Höhe von 5 Prozent auf alle Importe aus dem Land zu erheben. Er wolle Mexiko dazu zwingen, die illegale Migration in die USA stoppen.
Aufgrund der Risikolage würden Anleger wieder nach Sicherheit suchen, etwa in Form von Staatsanleihen aus Deutschland oder den USA: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen falle auf das Rekordtief von minus 0,206 Prozent, der Euro-Bund-Future erreiche immer neue Höhen und habe am Freitagmorgen bei 168,35 Punkten notiert. In den USA würden zehnjährige Treasuries aktuell nur noch 2,17 Prozent abwerfen - im Oktober und November 2018 seien es noch über 3 Prozent gewesen.
Auch die Nachfrage nach Anleihen europäischer Peripherieländer steige und steige, die Renditen würden sinken. In Griechenland sei die Rendite zehnjähriger Papiere am 31. Mai auf ein Allzeittief von unter 3 Prozent gefallen - tiefer als in den Jahren vor der Finanzkrise. Der griechische Regierungschefs Tsipras habe nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei Syriza bei der Europawahl angekündigt, schon Ende Juni Neuwahlen durchzuführen. Investoren würden auf einen Sieg der konservativen Neo Demokratia hoffen.
Weit entfernt von Allzeittiefs sei die Rendite für italienische Bonds, die sich für die Laufzeit von zehn Jahren mit 2,71 Prozent der von Griechenland nähere. "Der Innenminister und Chef der rechtsradikalen Lega Salvini fordert die Aufweichung der EU-Defizitregeln, schließlich habe seine Lega bei der Europawahl das Mandat von neun Millionen Italienern erhalten, alte und überholte EU-Parameter neu zu verhandeln", berichte Klaus Stopp von der Baader Bank.
Auf den Handel mit Unternehmensanleihen hätten Trumps jüngste Ankündigungen keine Auswirkungen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte: "Die Umsätze konzentrieren sich ohnehin auf die Anleihen, die noch etwas abwerfen." Zugegriffen werde etwa bei einem Bond (ISIN AT0000A27LQ1 / WKN A2R0KA) von voestalpine mit Kupon von 1,75 Prozent und Fälligkeit 2026. Weiter abgegeben werde hingegen die bis 2075 laufende Anleihe (ISIN DE000A11QR65 / WKN A11QR6) von Bayer mit Kupon von 3 Prozent.
Neues gebe es von Symrise: Der Anbieter von Duft- und Geschmackstoffen habe ein Papier mit 1,25 Prozent, Laufzeit bis November 2025 und Stückelung von 1.000 Euro auf den Markt gebracht. Die Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro sei mehrfach überzeichnet gewesen. "Anfangs war die Nachfrage groß, beim aktuellen Kurs von 101,35 Prozent tut sich aber nicht mehr viel", berichte Daniel. (Ausgabe vom 31.05.2019) (03.06.2019/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,5072 € | 125,371 € | 0,1362 € | +0,11% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



